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Wo stehen wir mit der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft in Deutschland?

(8.1.2016) Dass die Digitalisierung die Bau- und Immobilienwirtschaft nachhaltig ver­ändert, ist unstrittig. Wie Unternehmen darauf reagieren können und wie sich neue Geschäftsmodelle daraus entwickeln lassen, ist allerdings vielerorts noch ungeklärt - dies bestätigt auch eine Umfrage zur Digitalisierung unter den Teilnehmern der Expo Vision, der Expo-Real-Nachlese von Drees & Sommer.

Immobilienexperten, Projektentwickler, Investoren, Bankiers, Rechtsanwälte und Poli­tiker sowie Experten aus der Telekommunikations- und Automobilbranche diskutierten die Frage nach dem Einfluss und Nutzen digitaler Tools, Prozesse und Systeme. Und in einer Blitzumfrage sollten sie u.a. die Auswirkungen sowie die Vorteile der Digitali­sierung bewerten, eine Standortbestimmung vornehmen und Aussagen zu den bereits eingesetzten digitalen Tools, Systemen und Modellen sowie zu ihrer zukünftigen „Digi­tal-Strategie“ treffen.

Digitalisierung wird neue Mammutaufgabe

Die Digitalisierung wird die Immobilienbranche umkrempeln. Ihr Einfluss wird von fast allen Teilnehmern der Umfrage als sehr stark (23%) beziehungsweise stark (68%) ein­gestuft:


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Zwar weiß die Mehrheit, dass die Digitalisierung die Branche kurz- bis mittelfristig ver­ändern wird. Bisher ist die deutsche Immobilienwirtschaft allerdings noch nicht ent­sprechend aufgestellt: Die Hälfte der Befragten gab an, dass die Branche aufholen muss, um den Anschluss an den Rest Europas nicht zu verpassen. 33 Prozent stimm­ten dieser Einschätzung zumindest teilweise zu. Im europäischen Vergleich sehen le­diglich 17 Prozent der Teilnehmer die deutsche Immobilienbranche im Mittelfeld:


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Dabei gäbe es allen Grund, sich möglichst zeitnah über eine Digitalisierungsstrategie Gedanken zu machen. Mit der Anwendung digitaler Tools, Systeme und Prozesse könnte die Branche in den Genuss zahlreicher Vorteile kommen:

  1. verbesserte Transparenz
  2. Qualitätssteigerung
  3. Zeitersparnis,
  4. höhere Wirtschaftlichkeit und
  5. Risikoreduktion.

Mit 70% der Stimmen führt die Transparenz die Mehrwerte-Liste an, gefolgt von der Qualitätsverbesserung (63%). 58% der Umfrage-Teilnehmer vertraten die Ansicht, dass die Branche bei Planung, Bau, Betrieb und Exit Zeit gewinnen und Kosten einspa­ren könnte, wenn digitale Tools angewendet werden. Und 45% sehen in der Risikore­duktion ein wesentliches Argument für den Einsatz digitaler Tools und Methoden: 


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BIM steht derzeit exemplarisch für die Digitalisierung der Branche

Es zeigt sich, dass einerseits BIM ein wesentlicher Bestandteil der Digitalisierung der Immobilien- und Baubranche darstellt. Andererseits verdeutlichen die Zahlen, dass die Branche noch in den digitalen Kinderschuhen steckt:

  • So vertrauen erst(?) 30% der Befragten bei Planung, Bau, Betrieb oder Exit bereits auf BIM.
  • Weitere 30% setzen derzeit auf digitale Systeme und Methoden wie Energie­managementsysteme, digitale Datenräume oder auch Cloud-Lösungen.
  • Die restlichen 40 Prozent verfolgen bisher keine Digitalisierungsstrategie bzw. nutzen noch keine digitalen Werkzeuge für Planung, Bau, Betrieb oder Exit.

Daran wird sich laut Umfrage nur langsam etwas ändern: So wissen 32% der Exper­ten bisher nicht, welche digitalen Umsetzungsstrategien für sie infrage kommen. Dem­gegenüber planen 50% der Teilnehmer, bei zukünftigen Projekten BIM zu implementie­ren, ungefähr 18% erwägen andere digitale Tools.

Fazit

Die traditionell auf Grundstücke und Gebäude fixierte Immobilienwirtschaft ist dabei, sich zu einer informationsintensiven, digital geprägten Branche zu wandeln. Dass sich die Branche auf ein neues Zeitalter einstellt, ist aus den Umfrageergebnissen heraus­zulesen. Wie genau die digitale Transformation für jeden Einzelnen aussehen wird, ist vielerorts noch unklar. Die Branche braucht Strategien und Innovationen, um nicht den Anschluss an Europa zu verlieren. Schon heute sind Informationen und Daten die Grundlage zahlreicher Prozesse und Entscheidungen. Nun ist es an der Zeit, mit den richtigen Tools und Systemen gewinnbringendes Informationsmanagement zu betrei­ben, das heißt, Daten nicht nur zu sammeln, sondern zu verknüpfen, zu strukturieren und nutzbar zu machen.

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