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Marode Leitungen verunreinigen angeblich Trinkwasser - Umweltbundesamt gibt allerdings Entwarnung

(22.9.2000) Trinkwasser soll angeblich in zahlreichen Städten und Gemeinden mit Krebs auslösenden Stoffen verseucht sein. Wie das ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" am 19.9.2000 berichtete, wird der Grenzwert für sogenannte polyzyklische Aromate in einigen Fällen so stark überschritten, dass bei täglicher Aufnahme über längere Zeit Gesundheitsschäden möglich seien. Das Umweltbundesamt sah indes keine akute Gefahr. Auch die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW), auf deren Studie sich "Plusminus" beruft, teilte mit, dass gesundheitliche Bedenken nicht bestünden.

Der Leiter der Trinkwasserabteilung im Umweltbundesamt, Andreas Grohmann, sagte: "Man müsste täglich zwei Liter trübes Leitungswasser trinken, um langfristig gesundheitliche Schäden zu verursachen - und das ist sehr unwahrscheinlich." Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass es sich bei den Überschreitungen um "Einzelfälle" und nicht um eine "flächendeckende Geschichte" handelt.

Der Kieler Toxikologe Hermann Kruse sagte dagegen "Plusminus", wo das Trinkwasser mit den polyzyklische Aromaten belastet sei, müsse mit bis zu 50 zusätzlichen Krebsfällen auf 100.000 Einwohner gerechnet werden. Das Magazin beruft sich auf einen bisher geheim gehaltenen Forschungsbericht des "Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs". Wo die Grenzwerte überschritten würden, teilten die Wasserwerke bisher nicht mit.

Die DVGW bestätigte, dass das Problem in Fachkreisen seit den 90er Jahren bekannt sei. Schon damals habe das damalige Bundesgesundheitsamt aber keine Gesundheitsgefahren feststellen können. Betroffen seien vor allem tauchgeteerte Rohrleitungen, die in den alten Bundesländern in den 60er und 70er Jahren verlegt worden seien. Dies entspreche etwa fünf Prozent der Rohrleitungen. In den neuen Bundesländern bestehe das Problem nicht.

Die Vereinigung wies auch darauf hin, dass die betroffenen Versorgungsunternehmen schon damals präventiv mit Rohrsanierungsmaßnahmen begonnen hätten und ihr Trinkwasser regelmäßig kontrollierten. Die Grenzwerte würden künftig auch deswegen überschritten, weil mit der neuen Trinkwasserverordnung im Jahr 2003 der Grenzwert für polyzyklische aromatische Kohlenstoffe (PAK) von 0,2 Mikrogramm pro Liter auf 0,1 gesenkt würde. Um vertiefende Grundlagenforschung zu betreiben, habe die DVGW daher Ende 1999 ein Forschungsvorhaben mit vierjähriger Laufzeit gestartet. Endgültige Ergebnisse und ihre Bewertung könnten aber erst nach Ablauf der Forschungen veröffentlicht werden, betonte die DVGW.

Die bayerische Gesundheitsministerin Barbara Stamm (CSU) forderte den Verein auf, seine Messergebnisse unverzüglich offen zulegen, um die Verbraucher nicht zu verunsichern. Der Trinkwasser-Experte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Sebastian Schönauer, sagte, es wäre ein "Wasserskandal erster Güte", wenn sich die Aussage der Studie bewahrheiteten. Er riet Mietern und Hausbesitzen, sich bei den Kommunen zu erkundigen, in welchem Zustand die Wasserleitungen sind.

Der Sprecher des Bundesumweltministeriums, Martin Waldhausen, betonte, dass das Problem bekannt sei. Da teerhaltige Leitungen seither ausgetauscht würden, könne es sich bei Grenzwertüberschreitungen nur um "Einzelfälle" handeln - "wenn überhaupt". Auch dem Umweltexperten der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, sind die Probleme bekannt. Vor allem in den neuen Bundesländern habe man es mit vielen maroden Leitungen zu tun gehabt. Alte Leitungen zu ersetzen, sei jedoch leider teuer.

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