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LBS: Bausparen steht wieder hoch im Kurs

(4.7.2001) Die Deutschen haben das Bausparen wiederentdeckt: Nach einem Rückgang des Neugeschäfts im Jahr 2000 um 11,9 Prozent verzeichnen die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Landesbausparkassen (LBS) wieder kräftige Zuwächse. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der neuen Verträge gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf über 548.000 an; die Bausparsumme kletterte bis Ende Mai 2001 um 8 Prozent auf 20,5 Milliarden DM. Der LBS-Marktanteil nahm damit zuletzt auf über 35 Prozent weiter zu. "Nach den für viele schmerzhaften Erfahrungen auf den Aktienmärkten besinnen sich die Anleger zunehmend auf den soliden und sicheren Weg in die eigenen vier Wände", sagte LBS-Verbandsdirektor Dr. Hartwig Hamm bei der Vorstellung des Jahresberichts vor Journalisten in Berlin.

Auch die Diskussion um die zusätzliche private Altersvorsorge habe bislang keinen nachhaltigen Einfluss auf die Bausparneigung. Für eine weiterhin stabile Neugeschäftsentwicklung bestehen nach Einschätzung Hamms gute Chancen, wenn die Bevölkerung den Überblick behalte und erkenne, dass die Riester-Rente weitergehende Sparanstrengungen überhaupt nicht ersetzen kann. Denn die mit Abstand wichtigste Altersvorsorge sei auch "nach Riester" die Bildung von Wohneigentum. Sie werde – beginnend mit dem Bausparvertrag – unverändert wirksam gefördert. Und zwar mit gutem Grund; denn die ersparte Miete bedeutet in typischen Fällen eine Zusatzrente von 30 Prozent, ein Vielfaches dessen, was die neue Privatrente zu leisten vermag.

Fast alle Experten, so der LBS-Verbandsdirektor, haben mittlerweile erkannt: Das von der Bundesregierung in letzter Sekunde eingeführte "Zwischen-Entnahmemodell" ist nicht die Lösung für den typischen Wohneigentumserwerber. Dieser sei zum Kaufzeitpunkt auf "echtes" Eigenkapital angewiesen, um seine Finanzierungskosten in erträglichen Grenzen zu halten. Entnommenes Kapital aus einem Altersvorsorgekonto müsse dagegen ratenweise zurückgezahlt werden und führe unweigerlich zu zusätzlichen Belastungen. Hamm warnte deshalb davor, das Thema Altersvorsorge jetzt auf die neue "Riester-Rente" – privat oder betrieblich organisiert – zu verkürzen. Damit könne allenfalls die Einschränkung der gesetzlichen Rente aufgefangen werden; der Weg ins Wohneigentum bliebe dann aber den meisten verwehrt.

Dabei ist die Nachfrage nach einer eigenen Immobilie nach Überzeugung der Landesbausparkassen nach wie vor hoch. "Deutschland darf sich politisch nicht mit einer Wohneigentumsquote von gut 40 Prozent abgeben, die nur noch von der Schweiz unterboten wird", sagte der Verbandsdirektor. Alle Umfragen zeigen, dass 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung am liebsten in den eigenen vier Wänden wohnen würden. Und immer mehr, so Hamm, halten den Wohneigentumserwerb auch für machbar: Aktuell trauen sich 65 Prozent den Auszug aus der Mietwohnung am Ende tatsächlich zu, vor fünf Jahren war es erst jeder zweite.

Die Umfrageergebnisse spiegeln die derzeit günstigen Rahmenbedingungen für den Immobilienerwerb wieder: stabile Bau- und Immobilienpreise seit Mitte der 90er Jahre, anhaltend niedrige Zinsen und die wirksame Wohneigentumsförderung mit der Eigenheimzulage. Trotz des Rückgangs der Baugenehmigungszahlen für Ein- und Zweifamilienhäuser seit April letzten Jahres ist der Eigenheimbau die einzige noch tragende Säule des Wohnungsneubaus, so Hamm. Der einst dominierende Mietwohnungsbau sei auf eine Restgröße geschrumpft. Selbstnutzer, so der Verbandsdirektor weiter, dürften auch in den nächsten Jahren die prägende Käufergruppe sein, wobei das eigene Haus, egal ob einzeln, doppelt oder in Reihe, eindeutiger Favorit bleiben werde. Dies gelte auch und gerade für Ostdeutschland, wo viele Geschoßwohnungen aus anderen Gründen leer stünden; von einer Marktsättigung bei Eigenheimen sei man auch hier noch weit entfernt.

Die Bausparkassen sind aktuell die größten Kreditgeber für den Wohnungsbau. Während die übrigen Finanzierungsinstitute im vergangenen Jahr durchweg Rückgänge in der Größenordung von 20 Prozent hinnehmen mussten, stiegen die Kapitalauszahlen der LBS mit 20,8 Milliarden DM im vergangenen Jahr sogar noch einmal leicht an (+ 0,7%). Das zweckgerichtete Bausparsystem habe damit zur Zeit eine stützende Wirkung nicht nur für die Bau- und Wohnungswirtschaft, sondern letztlich auch für die übrigen Anbieter von Finanzdienstleistungen, so Hamm. Denn Bausparer benötigen in aller Regel für den Erwerb von Wohneigentum zusätzlich Hypothekendarlehen. Dem Finanzprodukt Bausparvertrag komme damit unverändert eine Schlüsselrolle zu: nicht nur für die Vermögensbildung und familiengerechtes Wohnen, sondern auch für die Wohnungsbautätigkeit und ihre Finanzierung.

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