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Tipps zum kostengünstigen Bauen - Teil 4: Muskelhypothek, Selbstbaupartner, Nachbarschaftshilfe, Schwarzarbeit

(22.9.2001) Im Durchschnitt muss jeder Bauherr neun Jahresgehälter in sein neues Haus investieren. Aber es gibt viele Möglichkeiten, die Baukosten spürbar zu senken. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat einige Tipps zusammengestellt, die den Weg ins Eigenheim preiswerter gestalten. Hier der Teil 4:

Muskelhypothek: Vorsicht vor Selbstüberschätzung! Wer selbst Hand anlegt und Freunde und Bekannte engagiert, kann viel Geld sparen. Das honoriert auch die Bank: Maler-, Tapezier- und Fliesenlegerarbeiten werden bei der Kreditvergabe als Eigenleistungen mit bis zu 5 Prozent der Baukosten angerechnet. Bei darüber hinaus gehenden Eigenleistungen verlangen Banken jedoch in der Regel Papiere, aus denen hervorgeht, wer mit welcher Qualifikation auf dem Bau hilft und welche Tätigkeiten selbst durchgeführt werden sollen. Nicht selten überschätzen Laien nämlich ihre handwerklichen Fähigkeiten und den nötigen Zeitaufwand. Selbstkritisches Herangehen ist hier dringend geboten!

Bauen mit Selbstbaupartnern: Sie können ihr künftiges Domizil auch mit Hilfe von "Selbstbau-Profis" in Eigenregie bauen. Darauf spezialisierte Unternehmen bieten Häuser aus dem Baukasten an, stellen Werkzeuge, leiten an und überwachen die fachliche Qualität der Bauarbeiten. Das Angebot reicht vom Rohbausatz für ein frei stehendes Einfamilienhaus bis zum Reihenhaus in einer Siedlung. Auch hier gilt: Zeit und Fähigkeiten realistisch einschätzen! Denn müssen auf halbem Weg doch Handwerker beauftragt werden, bringt das nicht nur die Kalkulation und den Zeitplan durcheinander, es wird am Ende auch deutlich teurer.

Die Leistungsbeschreibungen sind Punkt für Punkt genau zu prüfen. Besonders teure Posten sind die Heizung (ca. 25.000 Mark), die Geschosstreppe (ca. 10.000 Mark) sowie die Elektro- und Sanitärinstallation (ca. 13.000 Mark). Ist die Leistungsbeschreibung ungenau, sollte man auf exakte Angaben drängen. Manche Hersteller bieten die notwendigen Ausbaupakete gleich mit an. Das ist praktisch, dafür sind die Materialien manchmal teurer als beim Fachhändler.

Auch der Zeitaufwand für die Eigenleistungen sollte genau kalkuliert werden. Am besten pro Arbeitsstunde einen fiktiven Stundenlohn veranschlagen und diesen hochrechnen. Grundsätzlich gilt: Am meisten macht sich Eigenleistung überall dort bezahlt, wo die Materialkosten gering und der Lohnkostenanteil besonders hoch ist. Dies trifft auf alle Erd-, Putz- und Malerarbeiten sowie den Estrich zu. Vergleichsweise gering sind die Einsparungen u.a. beim Erstellen des Dachstuhls, dem Treppenbau und dem Einbau der Fenster.

Die errechneten Kosten der Eigenleistung müssen dann zum Preis für das Grundpaket und die notwendigen Ausbaumaterialien addiert werden. Der Endbetrag gibt Aufschluss darüber, welches Hausangebot im Vergleich zu anderen Offerten besonders günstig abschneidet bzw. ob sich die Plackerei mit dem Selbstbau tatsächlich lohnt. Denn oft bietet der Hersteller dasselbe Haus auch als schlüsselfertige Variante an. In manchen Fällen ist der Preisunterschied, gemessen an der erforderlichen Eigenleistung, nur gering.

Nachbarschaftshilfe ja, Schwarzarbeit nein! Der Grat zwischen zulässiger Nachbarschaftshilfe und unerlaubter Schwarzarbeit ist schmal. Folgende Punkte sollten Sie unbedingt beachten:

  • Häufig bieten in den Kleinanzeigen von Tageszeitungen Schwarzarbeiter ebenso ihre Dienste an wie ehrbare Handwerker. Empfehlung: Gewerbeschein zeigen lassen!
  • Das Auftragsvolumen für die Nachbarschaftshilfe darf die Eigenleistungen nicht übersteigen. Erlaubt ist, was als Auftraggeber mit einem ähnlichen Zeitaufwand auch allein geschafft werden kann. Übersteigt der Umfang der Arbeiten die möglichen Eigenleistungen, handelt es sich um Schwarzarbeit - vorausgesetzt, die Leistungen werden bezahlt. Dagegen dürfen Nachbarn, Freunde und Bekannte in dem Umfang unterstützend mithelfen, in dem der Bauherr sich revanchiert - egal, ob das Tapezieren des Wohnzimmers gegen das Anlegen des Gartens getauscht wird oder Hausbau gegen Hausbau.
  • Geringe Geldsummen dürfen dennoch fließen. Helfern dürfen Fahrtkosten, Material, Werkzeug oder Arbeitskleidung ersetzt werden. Als Faustregel gilt: Bis zu 4.000 Mark pro Helfer sind in Ordnung.
  • Versicherungsschutz ist bei Nachbarschaftshilfe besonders wichtig. Die Helfer sind automatisch bei der Bau-Berufsgenossenschaft gegen Folgen von Arbeitsunfällen versichert. Der Bauherr muss die Unfallverhütungsvorschriften beachten und die festgesetzten Beträge an die Berufsgenossenschaft abführen.

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