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Wohnungsneubau auf tiefstem Stand seit 1988

(6.2.2002) Das langfristig für notwendig gehaltene Neubauniveau im Wohnungsbau ist im Jahre 2001 deutlich unterschritten worden. Nach Berechnungen des Verbandes der Privaten Bausparkassen sind im abgelaufenen Jahr in Deutschland insgesamt nur noch 340.000 Wohnungen fertiggestellt worden, darunter 285.000 in Westdeutschland und 55.000 in Ostdeutschland. Gegenüber den 423.000 Wohnungen im Jahre 2000 bedeutet dies noch einmal einen Rückgang um fast 20 (19,6) Prozent. Noch niedriger dürfte die Genehmigungszahl mit 290.000 ausgefallen sein, was im Vergleich zum Jahr 2000 (349.000) einem Minus von rd. 17 (16,8) Prozent entspricht. Der drastische Rückgang des Wohnungsneubaus hat sich also im Jahr 2001 weiter fortgesetzt.

Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen: "Aufgrund der zu erwartenden Entwicklung der Haushaltszahlen und des notwendigen Ersatzbedarfs für Abriss, Zusammenlegung und Umwidmung besteht in den nächsten Jahren ein Bedarf von jährlich etwa 400.000 bis 430.000 neuen Wohnungen. Die Neubauleistungen des Jahres 2001 bewegten sich also bereits weit darunter. Bisher lassen die vorliegenden Zahlen noch kein Licht am Ende des Tunnels erkennen."

Aufgrund der niedrigen Genehmigungszahlen im Jahre 2001 sei für 2002 mit einem weiteren Absinken der Fertigstellungszahlen auf nur 280.000 Wohnungen zu rechnen, darunter 235.000 in West- und 45.000 in Ostdeutschland. Damit werde dann das extrem niedrige Niveau in Westdeutschland Mitte bzw. Ende der 80er Jahre erreicht, als sich das Neubauniveau in einer Größenordnung von 210.000 bis 250.000 Wohnungen bewegte.

Eine Trendwende ist nach Ansicht des Verbandes dringend notwendig. Durch den nun schon seit 1995 anhaltenden Rückgang des Wohnungsneubaus bei den Genehmigungen und seit 1996 bei der Fertigstellungen sind mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze, darunter gut die Hälfte in der Bauwirtschaft, entfallen. Die Bilanz wäre noch viel drastischer ausgefallen, wenn sich nicht der Eigenheimbau von 1997 bis zum Jahr 2000 – nicht zuletzt auch dank der 1996 eingeführten Eigenheimzulage – als stabilisierendes Element erwiesen hätte. So hat der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern von 1996 bis 1999 sogar um 25 Prozent zugelegt und ist in den beiden Jahren danach mit rd. 230.000 Wohnungen (2000) bzw. 200.000 Wohnungen (2001) auf relativ hohem Niveau verblieben. Dadurch sind in der Spitze rd. 160.000 Arbeitsplätze gesichert oder zusätzlich geschaffen worden. Bei einem Rückgang des Eigenheimbaus in ähnlichem Umfang wie des dem Geschosswohnungsbau, wären noch einmal eine weitere halbe Million Arbeitsplätze weggefallen. Denn mit dem Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern sind etwa doppelt so hohe Beschäftigungseffekte verbunden wie mit dem Bau von Geschosswohnungen.

Zehnder: "Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass von verschiedenen Seiten in den letzten Wochen und Monaten eine Diskussion um die Eigenheimzulage angezettelt worden ist. Die Eigenheimzulage hat ausschließlich den Zweck, die finanzielle Belastung des Einzelnen tragbar zu machen. Da Neubauten in der Regel teurer sind als gebrauchte Wohnungen bzw. Häuser, ist die Zulage auch für den Neubau doppelt so hoch wie für Gebrauchterwerbe. Mit der Eigenheimzulage lässt sich keine Regionalpolitik machen. Sie ist auch nicht dazu geeignet, die verfehlte Wohnungspolitik von Städten und Gemeinden zu korrigieren. Sie ist auch kein geeignetes Element der Sozialpolitik. Sie ist ausschließlich ein Instrument der Vermögenspolitik zur breiten Bildung von Vermögen in der Form von Wohneigentum. Dafür ist sie konzipiert worden."

Die nach Ansicht des Verbandes unsinnige Diskussion um die Verknüpfung der unterschiedlichsten Zielsetzungen mit der Wohneigentumsförderung werde zu einer zusätzlichen Verunsicherung möglicher Investoren beitragen und auch dadurch weitere Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft gefährden. In diesem Zusammenhang erinnert der Verband daran, dass der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern in Westdeutschland einen Anteil am gesamten Wohnungsneubauvolumen von fast 75 Prozent und in Ostdeutschland von sogar über 80 Prozent habe.

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