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Holzmann - und (k)ein Ende?

(22.3.2002) Die Philipp Holzmann AG hat gestern Nachmittag Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt, nachdem morgens das Unternehmen die möglicherweise kürzeste Ad-hoc-Meldung ihrer Geschichte veröffentlicht hatte: "Die Gespräche der Banken über Absicherungsmaßnahmen für die Philipp Holzmann AG sind gescheitert." Auch die für 12:00 Uhr kurzfristig einberufene Pressekonferenz blieb ergebnislos; in ihr hatte der Vorstand ein letztes Mal an die Banken appelliert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Knapp 24.000 Arbeitsplätze - etwas 10.000 davon in Deutschland - stehen bei Holzmann nun erneut auf der Kippe, und nach Schätzungen der IG BAU sind Tausende weiterer Stellen außerhalb des Konzerns in Gefahr, denn Hunderte mittelständische Firmen wie Subunternehmer und Zulieferer könnten zusammen mit Holzmann untergehen, sagte der stellvertretende IG BAU-Vorsitzende Ernst-Ludwig Laux.

"Dies alles hätte man 1999 billiger haben können (als Kanzler Schröder das Unternehmen in ähnlicher Situation 'rettete' und sich mit 'Gerhard, Gerhard'-Sprechchören feiern ließ). Jetzt hat die Krise am Bau nach über zwei Jahren Siechtum, in denen ca. 10.000 mittelständische Bauunternehmen pleite gingen und 160.000 Arbeitsplätze am Bau abgebaut wurden, die Philipp Holzmann AG wieder eingeholt." - so kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Prof. Dr. Karl Robl, die Insolvenz des Konzerns. "Auch ein Traditionskonzern muss pleite gehen dürfen. Es kann nicht sein, dass sich die Banken, allen voran die Deutsche Bank, weitgehend aus der Finanzierung des Mittelstandes verabschieden und gleichzeitig einem maroden Konzern Geld hinterherwerfen." so Robl weiter.

Trotz Wettbewerbsvorteilen, die Holzmann durch den seinerzeit abgeschlossenen Sanierungstarifvertrag erreicht hatte, ist es dem Konzern nicht gelungen, auf dem schwierigen deutschen Baumarkt über die Runden zu kommen. Er teilt damit sein Schicksal mit mehreren tausend mittelständischen Bauunternehmen in Deutschland, bei denen sich weder die Banken noch die Politik ins Zeug werfen.

Es mag zwar für einzelne mittelständische Subunternehmer und Zulieferer des Konzerns jetzt wirtschaftlich extrem schwierig werden, dennoch ist es für die Branche kein Beinbruch. Gleichzeitig ist es angesichts des ohnehin weitergehenden Kapazitätsabbaus in der deutschen Bauwirtschaft unfair, mit dem Verlust von ca. 15.000 Arbeitsplätzen bei eben diesen Subunternehmern zu argumentieren, um noch einmal Geld nachgeschossen zu bekommen.

"Holzmann scheint wohl nicht mehr zu retten zu sein. Daher ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende. Über kurz oder lang stünde der Konzern ohnehin wieder vor der selben Situation." so Robl abschließend.

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