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Mühl Product & Service AG meldet Insolvenz an

(29.3.2002) Die seit Wochen schwelende Finanzkrise der Mühl AG hat eine bemerkenswerte Zäsur erfahren: Der Thüringer Baudienstleister, einer der größten ostdeutschen Konzerne, hat am 28.3. in Erfurt wegen Liquiditätsproblemen den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Ursache der Insolvenz sei die Weigerung einiger Kreditinstitute gewesen, gekündigte Kreditlinien bis zum 10. April zu verlängern. Das Unternehmen könne so fällige Anleihenzinsen und Kredite im Umfang von rund 7 Millionen Euro nicht begleichen.

Einer Nachricht zufolge habe der Vorstand die Banken vergeblich aufgefordert, eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatung Deloitte & Touche über die Möglichkeit einer Fortführung des Unternehmens abzuwarten, die für den 4. April 2002 erwartet wird.

Mühl-Vorstandschef Thomas Wolf sagte gegenüber Reuters, die anhaltenden Liquiditätsprobleme seien unter anderem darin begründet, dass

  • das Unternehmen um die Jahreswende 2000/01 die Börsengänge zweier IT-Töchter hätte absagen müssen.
  • "Infolge der schlechten Situation am ostdeutschen Baumarkt haben wir zudem im vergangenen Jahr einen Restrukturierungsaufwand von 40 Millionen Euro verkraften müssen", ergänzte der Vorstandschef.
  • Und drittens sei die Kreditwürdigkeit des Unternehmens im vergangenen Jahr von Ratingagenturen heruntergestuft worden, was einige Banken zu einer restriktiveren Kreditvergabe veranlasst habe.

Laut Neun-Monats-Bericht erwirtschaftete das Unternehmen von Januar bis September 2001 einen operativen Cash Flow von 6,76 Millionen Euro. Allein für Investitionen flossen aber liquide Mittel in Höhe von 27,8 Millionen Euro ab. Der Umsatz belief sich in den ersten drei Quartalen auf 544 Millionen Euro, eine Steigerung um knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei minus 31 Millionen Euro nach einem Plus von 15,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Trotz drohender Pleite sieht der 44-jährige Vorstandschef Chancen für die Rettung der Arbeitsplätze: "Noch ist nichts verloren. Die neue Insolvenzordnung bietet Möglichkeiten zur Fortführung des Unternehmens", sagte Wolf gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. So kündigte Wolf für den kommenden Donnerstag ein Fortführungskonzept für Mühl an. Es soll vom Management zusammen mit Kleinaktionären und neuen Investoren in Weimar vorgelegt werden. "Ich vertraue darauf, dass die Banken, die Politik und der Insolvenzverwalter uns und unsere Mitarbeiter dabei unterstützen." Bei den bisherigen Krisengesprächen waren dem Vernehmen zufolge der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Rolf Schwanitz (SPD), und die Landesregierungen von Thüringen und Sachsen bereits im Hintergrund aktiv.

zur Erinnerung: Den Angaben zufolge ist Mühl auf den Handel und Transport von Baustoffen, auf Bausoftware sowie auf die Bestellung von Baustoffen über das Internet spezialisiert.
1990 gegründet ist der Mühl-Konzern mit Sitz in Kranichfeld bei Weimar sehr schnell gewachsen und mit zahlreichen Niederlassungen vor allem in Ostdeutschland stark vertreten: Mehr als die Hälfte der rund 3.800 Beschäftigten des bundesweit agierenden Unternehmens arbeitet den Angaben nach in den neuen Ländern.
Im vergangenen Jahr hatte Mühl als Reaktion auf die Baukrise bundesweit 65 seiner Standorte geschlossen und die verbliebenen in acht Regionalniederlassungen zusammengeführt.

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