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Eigenheim auch als Wertanlage vorne dabei - Jährliche Rendite bei 7,8 Prozent

(4.6.2002) Das Eigenheim stellt auch unter Renditegesichtspunkten eine hervorragende Anlageform dar. In den vergangenen 31 Jahren belief sich die durchschnittliche jährliche Rendite eines Einfamilienhauses auf 7,8 Prozent. Damit rangiert das eigene Haus hinter der Anlage in Aktien mit einer durchschnittlichen Rendite von 9,8 Prozent an zweiter Stelle. Dahinter folgen festverzinsliche Wertpapiere mit einer durchschnittlichen Rendite von 7,4 Prozent, Gold und das normale Sparbuch mit lediglich 4,9 Prozent bzw. 4,3 Prozent. Auf diese Ergebnisse einer im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen durchgeführten Untersuchung "Das Eigenheim als Anlage - Wertentwicklung und Performance im Vergleich zu alternativen Anlageformen 1970 bis 2001", hat Renate Szameitat, Geschäftsführerin von GEWOS, Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH, Hamburg, gestern in Berlin hingewiesen.

Bei allen untersuchten Anlageformen wurde unterstellt, dass zu Beginn, also im Jahr 1970 ein Betrag von 50.000 € (in Form von Eigenkapital) in die jeweilige Vermögensform investiert wurde. Die Vorteilhaftigkeit der einzelnen Anlageformen ergibt sich dabei aus dem erzielten Betrag, der Wertentwicklung und den Risikoaspekten. Die in der jeweiligen Anlageform erzielten Erträge - Zinsen, Dividenden, Mieten - wurden in die jeweilige Anlageform wieder reinvestiert. Beim Eigenheim resultiert der Ertrag aus der (kalkulatorischen) Miete für ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 120 m². Bei den Aktien wurde auf den DAX der Deutschen Börse AG zurückgegriffen. Die Rendite der Rentenpapiere wurde anhand des REX-Performance-Index berechnet. Beide Indices berücksichtigen neben den Kursveränderungen auch die Zinserträge bzw. die Dividendenzahlungen.

Welche Wirkungen die unterschiedlichen Renditen auf die jeweilige Anlageform langfristig haben, zeigt eine Gegenüberstellung der Vermögensbestände im Jahr 2001, wenn im Jahr 1970 eine Investition in die jeweilige Anlageform in Höhe von 50.000 Euro getätigt worden wäre:

  • Aktien: 907.000 Euro
  • Eigenheim: 513.000 Euro
  • Rentenpapiere: 457.000 Euro
  • Gold: 220.000 Euro
  • Spareinlagen: 184.000 Euro.

Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen: "Es ist bekannt, dass Haus- und Wohneigentum zu den bevorzugten Formen der Eigentumsbildung und Altersvorsorge zählen. Aber dass das eigene Heim auch unter rein rationalen, ökonomischen Gründen zu den Top-Anlagen zählt, dürfte sicherlich vielen bisher so nicht klar gewesen sein."

Szameitat betonte, bei der Wertentwicklung und der relativ hohen Rendite der Aktien müsse berücksichtigt werden, dass diese Werte sehr stark von der allgemeinen Aktieneuphorie in den letzten Jahren geprägt seien. Bis zum Jahr 1995 hätten sowohl Wertentwicklung als auch Rendite mit 358.000 € bzw. 8,1 Prozent noch hinter dem Eigenheim mit 393.000 € bzw. 8,5 Prozent gelegen. Hinzu komme die hohe Unsicherheit bei dieser Anlageform, wie sie speziell in den letzten zwölf Monaten sehr deutlich geworden sei. Der Kurseinbruch der Aktien habe die Performance dieser Anlageform deutlich verschlechtert. Eine weniger starke, dafür aber kontinuierliche Aufwärtsentwicklung biete im Veräußerungsfall wesentlich bessere Chancen, einen guten Erlös zu erzielen, als eine Entwicklung, die von starken Ausschlägen nach oben und unten geprägt sei.

Dieses Risiko werde ersichtlich, wenn man die jährlichen Renditen und deren Schwankungen betrachte. Beim Eigenheim sei zum einen die geringste Schwankungsbreite zu erkennen und zum anderen zu keinem Zeitpunkt eine negative Rendite. Ähnlich stabil sei die Anlage in Rentenpapieren mit moderaten Schwankungen und zwei mal einer negativen Rendite. Extreme Ausschläge seien jedoch bei der Aktienanlage zu beobachten. Zweifellos sei mit Aktien kurzfristig die höchste Rendite zu erzielen. Häufig falle die Rendite zweistellig aus; 1985 habe sie mit 85,3 Prozent den Höchststand erreicht, zwei Jahre später mit -37,6 Prozent den Tiefststand. Zugleich seien mehrmals negative Renditen von mehr als 20 Prozent zu beobachten gewesen.

Nicht explizit aufgenommen in die Berechnungen von GEWOS wurde die Kapitallebensversicherung. Zum einen liegen für diese Anlageform keine ausreichenden, langfristigen statistischen Daten vor, zum anderen schreibt der Gesetzgeber den Versicherungsunternehmen eine Streuung der angesammelten Sparbeiträge vor. Aus dieser Streuung, die der Risikominderung der Einlagen dient, folgt zwingend, dass die Performance keine Spitzenwerte erreichen kann. Beispielrechnungen für den Zeitraum von 1980 bis 1994 ergeben Renditen zwischen 6,0 und 7,1 Prozent pro Jahr.

Fördertatbestände, wie z. B. das Eigenheimzulagengesetz, und Steuertatbestände, wie die Besteuerung von Zinserträgen, sind in die Untersuchung nicht einbezogen worden. Das bedeutet, dass sich der Abstand der Eigenheimrendite zur Aktienrendite tendenziell verringern und der Vorsprung der Eigenheimanlage insbesondere gegenüber Rentenpapieren und Spareinlagen tendenziell zunehmen wird.

Abschließend wies Szameitat darauf hin, dass wir uns z. Z. in einer Niedrigzinsphase befinden, in der Anlagen in Rentenpapieren unter Renditegesichtspunkten wenig attraktiv seien und Aktienanlagen eher begünstigt würden. Wenn jedoch der Konjunkturmotor wieder anspringe, sei mit einer Erhöhung der Leitzinsen zu rechnen. Höhere Zinsen würden nicht nur festverzinsliche Wertpapiere wieder attraktiver machen, sie wären auch ein Unsicherheitsfaktor für die Aktienkurse. Davon könnte das Eigenheim als Anlageform profitieren und den Abstand zur Aktienanlage verringern.

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