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ZDB fordert Ende rechtswidriger Streikmaßnahmen

(23.6.2002) "Täglich erreichen uns Berichte unserer Mitglieder über Ausschreitungen und rechtswidrige Arbeitskampfmaßnahmen. Baustelleneinfahrten werden blockiert, Betriebstore verriegelt, arbeitswillige Mitarbeiter massiv eingeschüchtert. Wir fordern die IG Bau daher auf, den Bogen nicht zu überspannen und sich an die gesetzlichen Spielregeln zu halten. Insbesondere sollte die Gewerkschaftsführung mäßigend auf ihre Mitglieder einwirken und die Emotionen nicht unnötig anheizen." erklärte der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Werner Kahl, am 21. Juni 2002 in Hamburg.

In zahlreichen Fällen hat die Gewerkschaft streikwillige Bauarbeiter zu nicht bestreikten Baustellen gefahren, um die dortigen Kollegen durch illegale Baustellenblockaden an einer Arbeitsaufnahme zu hindern. In mehreren Fällen musste sogar die Polizei eingeschaltet werden

Diese Vorfälle zeigen, dass die IG Bau offenkundig nur mit organisierten Kohorten und rechtswidrigen Aktionen ihren flächendeckenden Streik durchführen kann. Die Mehrheit der auf den Baustellen Beschäftigten hat wohl kein Verständnis für diese Streikpolitik. Darüber hinaus zeigten die heute bekannt gewordenen Zahlen des Statistischen Bundesamtes einmal mehr die desolate Situation der deutschen Bauwirtschaft. So lagen die Auftragseingänge im Monat April 2002 um 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insbesondere die Beschäftigungssituation sollte der IG Bau zu denken geben: Im Bauhauptgewerbe waren Ende April 2002 nur noch 863.000 Menschen beschäftigt, das sind 98.000 weniger als noch vor einem Jahr (siehe auch Meldung vom 21.6.).

"Vor diesem Hintergrund ist die Lohnforderung der IG Bau von 4,5 Prozent nicht nachvollziehbar. Wir fordern die Gewerkschaft daher auf, in der nächsten Woche einen maßvollen und vernünftigen Tarifabschluss zu unterzeichnen." erklärte Kahl abschließend.

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