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Städtebauinstitut: Wohnungsneubau 2002/2003 im Nachkriegstief

(18.12.2002) Wenn es zu den von der Regierungskoalition vorgesehenen massiven Einschränkungen der Wohnungsbauförderung kommt, ist mit einem Zusammenbruch des ohnehin schon rapide abwärts gerichteten Wohnungsneubaus zu rechnen. Diese Befürchtung äußerte Dr. Franz Möller, Vorsitzender des Kuratoriums, bei der Eröffnung des 14. Wohnungspolitischen Forums des ifs Städtebauinstituts heute in Berlin. Im laufenden Jahr rechnet das Institut nur noch mit 270.000 fertiggestellten Wohnungen, darunter rund 160.000 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern und 70.000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern; die restlichen 40.000 Wohnungen seien Ausbauten und sonstige Einheiten.

Aufgrund der ebenfalls weiter rückläufigen Genehmigungen in diesem Jahr dürfte das Fertigstellungsergebnis im nächsten Jahr noch einmal um 10 Prozent niedriger ausfallen; das wären dann nur noch 240.000 Wohnungen. In Westdeutschland würde dabei möglicherweise zum ersten Mal seit Beginn der Statistik nach dem Krieg im Jahre 1950 die 200.000-Grenze unterschritten oder nur noch knapp erreicht; zuletzt sei diese Grenze 1988 mit 209.000 Wohnungen gestreift worden. Bliebe es bei den vorgesehenen Streichungen, sei eine Talfahrt in Richtung 150.000 Wohnungen in Deutschland insgesamt denkbar.

Das Votum des Instituts – und da sei man sich mit allen anderen Verbänden der Bau-, Wohnungs- und Kreditwirtschaft einig – laute daher:

  1. Es müsse weiterhin eine Grundförderung auch für Personen ohne Kinder geben und es sollte
  2. auf die Senkung der Einkommensgrenzen verzichtet werden.

Dr. Möller: "Die Wohneigentumsförderung sollte nicht zum Vehikel für die Kinderförderung degradiert werden."

In diesem Zusammenhang wies Möller noch einmal auf die überragende Bedeutung des Wohnungsbaus für die gesamte Volkswirtschaft hin: Im Bereich der Wohnungswirtschaft werde jährlich ein Transaktionsvolumen (Neubau und Bestand) von weit mehr als 200 Mrd. € umgesetzt. Wenn der Wohnungsneubau nicht so stark zurückgegangen wäre, läge diese Summe noch um einiges höher. Die 200 Mrd. € entsprächen immerhin rund 11 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Zum Vergleich: Die Automobilwirtschaft erbringe etwa 130 Mrd. € und damit "nur" gut 6 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Vom gesamten Bruttoanlagevermögen der deutschen Volkswirtschaft in Höhe von knapp 10.000 Mrd. € entfielen rund 45 Prozent oder 4.500 Mrd. € allein auf Wohnbauten in Form von Wohneigentum und Mietwohnungen. Dieser Zweig der Wirtschaft spiele in der öffentlichen Diskussion und leider auch in der Politik eine, gemessen an seiner Bedeutung, viel zu geringe Rolle.

Im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung sei allgemein unbestritten, dass es ohne Aufschwung in der Bauwirtschaft keinen Aufschwung der Gesamtwirtschaft gebe. Möller fügte hinzu: "Und ohne Aufschwung im Wohnungsbau gibt es keinen Aufschwung in der Bauwirtschaft."

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