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Auf diese Steine können Sie bauen - Bauherren haben die Qual der Wahl

(2.1.2003) Jeder Bauherr steht vor der Frage: Mit welchem Baustoff ist er am besten bedient? Der Markt ist in Bewegung, die Produktvielfalt wächst ständig, auch etablierte Materialien werden ständig weiterentwickelt und insbesondere in Sachen Wärmeschutz verbessert. Das ist auch notwendig, schreibt doch z.B. die Energie-Einsparverordnung (EnEV) vor, dass Neubauten den Niedrigenergie-Standard erfüllen müssen. Bei einer Beurteilung der marktüblichen Baustoffe ist es daher mit einem Preisvergleich nicht getan. Im Gegenteil: Die vermeintlichen Preisvorteile eines Materials mit mäßigen Wärmeschutzeigenschaften sind in Wahrheit teuer erkauft, wenn in zusätzliche Dämm-Maßnahmen investiert werden muss. Neben bauphysikalischen Überlegungen sollten Häuslebauer zudem immer auch die Verfügbarkeit eines Baustoffes vor Ort prüfen. Experten der Bausparkasse Schwäbisch Hall haben die wichtigsten Eigenschaften der gängigen Baustoffe in der folgenden Übersicht zusammengefasst.

Multitalent Ziegel: Seit Jahrtausenden hat sich der Mauerstein aus gebranntem Ton bewährt. Ziegel sind aus gutem Grund der Klassiker unter den Baustoffen: Sie speichern Wärme und Feuchtigkeit, geben sie bei Bedarf wieder ab, besitzen eine hohe Festigkeit und gute Dämmfähigkeit. Der Wärmedurchgangskoeffizient einer Ziegelwand, der so genannte U-Wert, von 36,5 cm Dicke (Wärmeleitfähigkeit = 0,12 W/mK) beträgt 0,30 W/m²K. Neben dem klassischen Mauerziegel gibt es auch großformatige Wandplatten. Plangeschliffene Ziegel verkürzen die Bauzeit.

Planziegel contra Elektrosmog: Der Planziegel ThermoPlan AS schirmt als erster Ziegel nahezu völlig gegen Elektrosmog ab. Dafür sorgt ein im Ziegel integriertes System aus Aluminium-Schutzelementen, die schädliche elektromagnetische Schwingungen abhalten – laut Hersteller auch hochfrequente Felder künftiger UMTS-Netze. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,10 W/mK ist der Planziegel zudem hochwärmedämmend. U-Wert einer 36,5 cm starken Wand: 0,25 W/m²K.

Ultra-Dämmziegel: Der Planziegel SX-Plus erreicht als erster reiner Ziegel die Wärmeleitfähigkeit von 0,09 W/mK. Ausschlaggebend für die hohe Dämmung ist das ausgefeilte Lochbild: 220 luftgefüllte Wärmekammern pro Ziegel. Die Stege im Ziegelinneren sorgen für die guten statischen Eigenschaften und die Druckfestigkeit des Mauersteins. Der Ultra-Dämmziegel ist laut DIN als Dämmstoff einzuordnen. U-Wert einer 36,5 cm dicken Wand: 0,23 W/m²K.

Lebendiger Klinker: Patoka-Klinker bringt Leben in die Wand und sorgt – vor allem durch das attraktive Farbenspiel – für eine etwas andere, exklusive Fassadengestaltung. Seine Oberfläche besitzt "Runzeln" und "Narben", die beim Ausschmelzen entstehen und einer Wand Charakter verleihen. Jeder Klinker ist ein Unikat, in Handarbeit gefertigt im Ringofen. Erhältlich in verschiedenen Formaten und mit unterschiedlichen Oberflächen.

Luftiger Blähton: Grundprodukt bei der Herstellung ist Ton, der zu Granulat verarbeitet und dann gebrannt wird. Dabei entstehen luftporendurchsetzte Perlen. Mit Zement versetzt, lassen sich aus diesem Material verschiedene Leichtbetone herstellen, die als Wandbausteine oder als vorgefertigte Elementbauteile erhältlich sind. U-Wert einer 36,5 cm dicken Wand (Super-K): 0,33 W/m²K.

Leichtgewicht Porenbeton: Ein ausgesprochenes Leichtgewicht ist Porenbeton. Er besteht zu 80 Prozent seines Volumens aus Luft und nur zu 20 Prozent aus Feststoffen. Rohstoff ist Quarzsand, als Bindemittel fungieren Zement und/oder Kalk. Porenbeton bietet einen hohen Wärmeschutz, ein gutes Wärmespeicherverhalten, eine hohe Festigkeit und ist leicht zu handhaben. U-Wert einer 36,5 cm starken Außenwand aus Porenbeton-Plansteinen: 0,23 W/m²K.

Naturprodukt Kalksandstein: Dieses Naturprodukt wird aus Kalk, Sand und Wasser hergestellt. Außenwände aus diesem weißen Mauerstein sind hoch belastbar, benötigen allerdings eine zusätzliche Wärmedämmung über ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS). Der U-Wert einer Außenwand aus Kalksandstein (Wanddicke 15 cm plus 16 cm WDVS) beträgt 0,20 W/m²K. Aus Kalksandstein wurde übrigens 1991 das erste Passivhaus in Deutschland errichtet.

Lehm ist ein natürlicher Baustoff, der ohne chemische Umwandlungsprozesse gefertigt wird. Er wirkt feuchtigkeitsregulierend, schafft ein angenehmes Wohnklima und wird vielfach als Lehmputz oder als Lehmbauplatte im Trockenbau eingesetzt. Auch als Lehmstein erhältlich – eine kostengünstige Alternative zu den historischen "feuchten" Ausfachungsmethoden im Fachwerkhausbau. Bei Außenwänden ist eine zusätzliche Wärmedämmung erforderlich.

Passivhaustaugliche Schalungssteine: Schalungselemente aus Polystyrol-Hartschaum sind schnell und einfach versetzt, also gut geeignet für Bauherren, die selbst mit anpacken wollen. Die Bausteine werden nach dem Zusammenstecken etagenweise mit Beton verfüllt. Dank seiner hervorragenden Dämmeigenschaften – U-Wert einer Wand mit 37 cm dicken Schalungssteinen: 0,14 W/m²K – war dieses Wandbausystem das erste, das vom Darmstädter Passivhaus-Institut mit dem Passivhaus-Zertifikat bedacht worden ist.

Massive Alternative: Die Alternative zum klassischen Mauerwerksbau vor Ort heißt Bauen mit System. Dabei werden die einzelnen Bauteile industriell vorgefertigt und komplett auf die Baustelle geliefert. Es gibt Massivwandsysteme, großflächige Deckenelemente, Raumsegmente mit Wand, Bodenplatte und Decke sowie komplette Ausbauhäuser ohne tragende Innenwände. Der U-Wert eines 37,5 cm starken Massivwandsystems aus Leichtbeton mit Polystyrol-Wärmedämmverbundsystem beträgt 0,18 W/m²K.

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