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BDB gegen sechssemestrige Studiengänge

(10.6.2003) Die Einführung von Bachelorstudiengängen als erster berufsqualifizierender Abschluss in den Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen von insgesamt sechs Semestern wird vom BDB als Rückschritt gewertet. Seit der Einführung von Fachhochschulen setzte sich der Verband für mindestens acht Semester in diesen Studiengängen ein. Was nach langem Ringen auch in den meisten Bereichen gelungen ist. Damit sollte auf der einen Seite die Gleichwertigkeit, wenn auch Andersartigkeit, zwischen Fachhochschulen und Universitäten erreicht werden, auf der anderen Seite sollte die Ausbildung an die veränderten technischen Bedingungen angepasst werden. Das Hochschulrahmengesetz lässt den Hochschulen die Wahl zwischen sechs- bis achtsemestrigen Bachelorstudiengängen.

Diese Auffassung wurde auf dem Deutschen Baumeistertag noch einmal eindrucksvoll von den mehr als 400 Delegierten am 30. und 31. Mai in Hamburg bestätigt.

Ein Bachelorstudiengang von sechs Semestern Dauer wird zwangsläufig eine geringere Berufsqualifikation mit sich bringen, als die bisherigen Diplomstudiengänge. Die Befürworter der sechssemestrigen Studiengänge, hier vor allem die Fachhochschulen, behaupten, dass es einen Markt für Absolventen dieser kurzen Studiengänge gäbe, auch wenn diese nicht als Architekt oder Beratender Ingenieur tätig sein könnten. Bisher sind die Befürworter aber konkrete Berufsbildbeschreibungen schuldig geblieben.

Der BDB sieht sich in einer besonderen Verantwortung seinen über sechstausend Studenten gegenüber und fordert deshalb weiterhin ein mindestens achtsemestriges Studium für die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen. Junge Menschen müssen eine qualifizierte Hochschulausbildung erhalten, die auch der Anforderung einer akademischen Ausbildung gerecht wird. Das heißt, breite Grundlagenausbildung, ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis, kein Schmalspurstudium.

Das derzeit in Deutschland vergebene Diplom an Hochschulen für die Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen ist in Europa als berufsqualifizierender Abschluss anerkannt. Wirklich tiefgreifende fundamentale Zweifel an der Qualität der Ausbildung, welche zum Diplom führt, sind nicht bekannt. Beklagt wird gelegentlich ein Mangel an Praxisnähe oder das Fehlen von Fachgebieten, welches aus Sicht des jeweiligen Kritikers für wichtig gehalten wird. Wie in allen anderen Studiengängen auch, muss eine permanente Reform des Studiums erfolgen, um technologische und gesellschaftliche Erneuerungen in das Studium aufzunehmen.

Ein nicht voll berufsqualifizierender Abschluss, der erst durch später privat zu finanzierende Fortbildungsmaßnahmen innerhalb oder außerhalb der Hochschulen die volle Berufsausübung erlaubt, kann nicht erwünscht sein. Ein sechssemestriges Kurzzeitstudium entspricht darüber hinaus nicht den Vereinbarungen über Studiengänge in der Europäischen Gemeinschaft.

Ein Hochschulabschluss mit einer Qualifikation unterhalb des jetzigen Diploms bietet nach Meinung des BDB nicht mehr die Voraussetzung für qualifiziertes Bauen; die Baukultur in unserem Lande würde Schaden nehmen.

Masterstudiengänge als konsekutive Studiengänge nach dem Bachelorabschluss oder als Weiterbildungsstudiengang mit spezieller Schwerpunktsetzung werden vom BDB begrüßt.

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