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Städtebauinstitut befürchtet Wohnungsdefizit von über 2 Mio. Wohnungen und kritisiert fiskalpolitisch geführte Diskussion

(28.6.2003) Angesichts der derzeit heftig geführten Diskussion um die Wohnungsbauförderung, speziell um die Eigenheimzulage, kritisiert das ifs Städtebauinstitut, Berlin, dass offensichtlich viele der Ansicht seien, die Probleme an den Wohnungsmärkten seien weitgehend gelöst, die Wohnungsmärkte seien entspannt, weil die Nachfrage auf ein ausreichendes Angebot treffe und angesichts der finanziellen Notlage der öffentlichen Haushalte könne man die staatliche Förderung drastisch zurückfahren, wenn nicht sogar gänzlich einstellen. Das Ärgerliche an dieser Diskussion sei nicht die Tatsache, dass sie geführt werde, sondern dass sie ausschließlich unter fiskalischen Gesichtspunkten stattfinde. Sachargumente blieben außen vor.

Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: "Wenn die Wohneigentumsförderung zur Disposition gestellt wird, sollte man eigentlich erwarten, dass ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird, bei dem auch alle Konsequenzen, die sich aus Kürzungen der staatlichen Förderung ergeben, mit berücksichtigt werden. Außerdem gibt es unmittelbare Zusammenhänge zwischen Eigentums- und Mietwohnungsmärkten. Eigentümer tragen die Kosten des Wohnens in voller Höhe selbst. Am Mietwohnungsmarkt werden die Mieten durch zahlreiche Regulierungen und steuerliche Regelungen massiv heruntersubventioniert, ohne dass diese Subventionen in mindestens zweistelliger Milliardenhöhe ausgewiesen werden."

Im Übrigen gebe es die "ausgeglichenen" Märkte nur auf dem Papier: Den derzeit gut 38 Mio. Haushalten stünden zwar knapp über 38 Mio. Wohnungen gegenüber. Dabei müsse man nach Ansicht des Instituts allerdings einschränken, dass die aktuelle Wohnungsbestandsstatistik eine Fortschreibung der Wohnungszählungen aus den Jahren 1987 in Westdeutschland bzw. 1995 in Ostdeutschland darstelle. Unterstelle man die allgemeine Untererfassung von Wohnungsabgängen, dürfte der tatsächliche Wohnungsbestand in Westdeutschland nicht bei gut 30 Mio., sondern lediglich bei etwa knapp 29 Mio. Wohnungen liegen. Diese Differenz werde noch vergrößert, wenn man von einer normalen Wohnraumreserve für Zweitwohnsitze, Umzüge und Modernisierungsmaßnahmen in Höhe von etwa 2 bis 3 Prozent des Wohnungsbestandes ausgehe. Bezogen auf den Gesamtwohnungsbestand in West- und Ostdeutschland zusammen würde das bedeuten, es seien allein für diese Wohnraumreserve 0,8 bis 1,2 Mio. mehr Wohnungen notwendig als Haushalte vorhanden seien. Daraus resultiere ein Gesamtdefizit von rd. 2 Mio. Wohnungen. Hinzu komme, dass für die etwa 1,3 Mio. leerstehenden Wohnungen in Ostdeutschland aus unterschiedlichen Gründen offensichtlich keine Nachfrage bestehe, so dass sich die 38½ Mio. Haushalte auf ein "marktrelevantes" Angebot von weniger als 36 Mio. Wohnungen konzentrierten. Von daher werde verständlich, dass es in einigen Regionen bereits wieder zu erheblichen Wohnungsengpässen gekommen sei, die sich in den nächsten Jahren erheblich verschärfen würden, so das Institut abschließend.

Zum Thema "Wohnungspolitik in Zeiten knapper Kassen" finden sich in dem soeben erschienenen Band 65 der Schriftenreihe des Instituts, der das diesjährige 38. Königsteiner Gespräch des Städtebauinstituts zu demselben Thema dokumentiert, zahlreiche Beiträge. Er kann ab sofort zum Einzelpreis von 19,75 Euro  einschließlich Mehrwertsteuer und Versandkosten bestellt werden:

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