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Private Bausparkassen erwarten Neubau-Strohfeuer und nachfolgenden Einbruch auf Nachkriegstief

(22.7.2003) Durch die Diskussion um die Eigenheimzulage wird ein Bauboom im Eigenheimbau verursacht, der sich im Verlaufe des zweiten Halbjahres 2003 bzw. im kommenden Jahr 2004 auch in der Bauwirtschaft bemerkbar machen wird. Danach wird der Absturz im Wohnungsneubau allerdings um so stärker sein, da sich viele Haushalte ohne staatliche Förderung die eigenen vier Wände nicht mehr leisten können. Diese Ansicht vertrat der Verband der Privaten Bausparkassen anläßlich seiner Jahrespressekonferenz in Berlin.

Im ersten Quartal 2003 sei die Zahl der Baugenehmigungen bereits als Folge der im gescheiterten Subventionsabbaugesetz vorgesehenen Stichtagsregelung um 37,3 Prozent angestiegen, darunter im Einfamilienhausbau um 53,5 Prozent und im Zweifamilienhausbau um 49,8 Prozent. Danach habe sich der Run auf die Bauämter zwar wieder beruhigt. Die jetzt geplante Streichung der Eigenheimzulage werde aber für einen neuerlichen Vorzieheffekt sorgen, über dessen Ausmaß nur spekuliert werden könne. Der Verband rechnet damit, dass die 200.000-Grenze bei den Baugenehmigungen im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser bis Jahresende deutlich überschritten werde (2002: 172.000 Wohnungen). Da der Eigenheimbau inzwischen den gesamten Neubau mit einem Anteil von mehr als zwei Drittel deutlich dominiere, werde auch die Gesamtzahl der genehmigten Wohnungen in diesem Jahr wieder merklich auf über 300.000 ansteigen (2002: 274.000). Nach diesem Anstieg werde es dann allerdings im Jahr 2004 zu einem drastischen Einbruch kommen. Die Neubaugenehmigungen dürften dann wahrscheinlich unter die 200.000-Grenze sinken und damit sogar den bisherigen Minusrekord nach dem Krieg allein in Westdeutschland von 191.000 Wohnungen aus dem Jahre 1987 streifen.

Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen: "Was das für die Bauwirtschaft bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Je nachdem, wie schnell die Bauherren ihre Pläne in die Tat umsetzen – Stichwort Vorratsgenehmigung - wird es 2004/2005 zu einem Strohfeuer kommen, durch das sich auch die Beschäftigungslage der Bauunternehmen verbessert. Dafür wird dann im folgenden Jahr die Zahl der Arbeitslosen wieder erheblich ansteigen."

Der Verband weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Bau von 10.000 Eigenheimen bekanntlich mit der Beschäftigung von rd. 44.000 Personen (in der Bauwirtschaft und in vor- und nachgelagerten Bereichen) verbunden sei. Ein Absturz des Ein- und Zweifamilienhausbaus um möglicherweise 60.000 Wohnungen oder mehr, wie dies mittelfristig zu erwarten sei, sei daher gleichbedeutend mit einem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen um rd. eine Viertelmillion. Zehnder: "Vor diesem Hintergrund, der absolut nichts mit dem wiedervereinigungsbedingten Boom zu tun hat, von einem notwendigen "Gesundschrumpfen" der Baubranche zu sprechen, wie dies verschiedentlich geäußert wurde, ist schon bemerkenswert."

Aufgrund der im vergangenen Jahr erteilten 274.000 Baugenehmigungen rechnen die privaten Bausparkassen in diesem Jahr mit einem Fertigstellungsergebnis von max. 250.000 Wohnungen (Vorjahr 290.000), darunter 210.000 in Westdeutschland (Vorjahr 241.000) und knapp 40.000 Wohnungen in Ostdeutschland (Vorjahr 49.000). Vorzieheffekte aus den Baugenehmigungen zur Jahreswende 2002/2003 dürften sich dabei noch kaum bemerkbar machen und seien daher in der Prognoserechnung auch nicht berücksichtigt. Der weitaus überwiegende Teil der Fertigstellungen entfalle mit 160.000 Wohnungen (Vorjahr 173.000) auf den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern, darunter 135.00 in Westdeutschland (Vorjahr: 141.000) und 25.000 in Ostdeutschland (Vorjahr: 32.000); dies entspreche Anteilen am gesamten Neubau (einschließlich Wohnungen in Nichtwohngebäuden, Bestandsmaßnahmen und Wohnheimen) von 64,3 Prozent bzw. 62,5 Prozent.

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