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Glas - Vom "Energieloch" zur High-Tech-Dämmung

(24.7.2003) Lange Zeit galt der Werkstoff Glas als Risiko bei der Energiebilanz von Gebäuden. Heute sind großflächige Glasfassaden dagegen aus der modernen Architektur nicht mehr wegzudenken. Die entscheidende Veränderung ist der Entwicklung von beschichteten Funktionsgläsern zu verdanken: Durch intelligente Technologien sind aus den einstigen Energieverschwendern hochwärmdämmende Baustoffe mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten entstanden.

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Die konsequente Entwicklung von intelligenten Schichtdesigns begann in den 80er Jahren. Erich Trösch, Verwaltungsratspräsident der Glas Trösch Holding AG, fasst die Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung so zusammen: "Unsere Produktinnovationen unter anderem in der Glasbeschichtungstechnologie werden kaum wahrgenommen, erlauben jedoch heute U-Werte ähnlich derer von gedämmtem Mauerwerk." Das Erfolgsrezept liegt in einer Kombination hauchdünner Silber- und Metalloxidbeschichtungen, die auf das Glas aufgebracht werden. Die Glasoberfläche reflektiert dadurch die langwellige Wärmestrahlung und hält diese im Innenraum. Wegen ihrer niedrigen Wärmeabstrahlung (Emissivität) werden diese Produkte auch als "Low-E-Gläser" bezeichnet. Bei einer Schichtdicke von nur circa 1/100 bis 1/10 Mikrometern bleibt die Reflexion allerdings auf den langwelligen infraroten Bereich beschränkt. Sichtbares Tageslicht dagegen wird nur zu geringen Teilen reflektiert. Die Gläser erlangen so praktisch die gleichen, hohen Lichttransmissionswerte wie unbeschichtetes Glas. Zudem sorgt ein optimierter Gesamtenergiedurchlassungsgrad für passivsolare Energiegewinne.

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Eine ausgezeichnet neutrale Reflexionsfarbe wird durch mehrere Entspiegelungsschichten aus Metalloxid erzielt. Diese verursachen eine Überlagerung von Mehrfachreflexionen, bei denen sich die Reflexionen an den einzelnen Schichten größtenteils gegenseitig aufheben. Den äußeren Abschluss der Beschichtung bildet eine neue keramikähnliche Schutzschicht, die das Glas wirksam vor chemischen und mechanischen Einflüssen wie Korrosion oder Verkratzungen schützt. Dies bedeutet ein großes Sicherheitsplus für die Verarbeitung und garantiert die Langlebigkeit der Produkte.

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Durch gezielte Forschungs- und Entwicklungsarbeit in den Schweizer Laboren konnte Glas Trösch innerhalb eines Jahres gleich drei neue Beschichtungsprodukte vorstellen. So etwa im Wärmeschutz das SILVERSTAR 1.0 E, das ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften mit brillanter Farbneutralität verbindet. Die Spitzenposition der innovativen Beschichtungs- und Isolierglastechnologie markiert das SILVERSTAR U 02. Dieses weltweit einzigartige Produkt erzielt mit einem nur 50 Millimeter dicken Aufbau eine bisher für transparente Bauteile nicht erreichte Wärmedämmung von Ug = 0,2 W/qmK. Das entspricht der schützenden Wirkung von 16 bis 18 Zentimeter dicken herkömmlichen Wärmedämmstoffen, etwa aus Polystyrolschaum, Kork oder Schaumglas. Ein Wandaufbau aus Hochlochziegel und PUR-Dämmung beispielsweise müsste insgesamt 49 Zentimeter dick sein, um vergleichbare Wärmedämm-Eigenschaften zu gewährleisten. Zahlen, die die Funktionalität des Werkstoffes Glas für das Energie- und Klimamanagement zukünftiger Gebäude eindrucksvoll belegen.

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