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Rohstoff Holz - Nachhaltige Wertschöpfung

(1.3.2004) Natürlich nachwachsend, einfach zu gewinnen und zu bearbeiten, leicht und elastisch, aber doch widerstandsfähig, wärmedämmend und formstabil - mit diesen Eigenschaften begleitet uns Holz seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte in praktisch allen Lebensbereichen. Jahrtausendelang durch nichts anderes zu ersetzen, ist Holz heute zunehmend die bewusst gewählte Alternative zu Roh- und Grundstoffen, die unsere Umwelt bei ihrer Gewinnung oder Verwertung belasten. Der Stardesigner Prof. Luigi Colani bringt diesen Trend auf den Punkt: "Holz wird als nachwachsender Rohstoff zum Milleniumsmaterial schlechthin".

Während bei der Gewinnung oder Herstellung technischer Rohstoffe immer fossile Energieträger eingesetzt und Schadstoffe frei werden, wächst und produziert der Wald ausschließlich mit Sonnenenergie. Sein Endprodukt Holz ist ein Energiekonzentrat mit der Fähigkeit, während des Wachstumsprozesses klimaschädliches CO₂ zu speichern. Das Treibhausgas bleibt während der gesamten Nutzungsdauer von Holzprodukten gebunden und somit der Atmosphäre entzogen - allein in Deutschland sind das (inklusive Papier) rund 340 Mio. Tonnen Kohlenstoff, was ca. 1.250 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent entspricht. Erst am Ende ihres Lebenszyklus geben Holzprodukte die gespeicherte Menge CO₂, z.B. durch Verbrennen oder Verrotten, wieder frei. Dieses CO₂ binden wiederum nachwachsende Bäume, die zu neuen Holzprodukten verarbeitet werden - ein perfekter natürlicher und CO₂-neutraler Kreislauf mit Klimaschutzfunktion.

Aufgrund der besonderen Materialeigenschaften von Holz erfordert auch seine Verarbeitung einen weitaus geringeren Energieeintrag als die Bearbeitung anderer Rohstoffe. Die positive Energiebilanz fällt noch günstiger aus, wenn heimisches Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet wird, das ohne lange Transportwege direkt in die Verarbeitung gelangt.

Primärenergieverbrauch zur Herstellung drei Meter hoher Stützen
(vergleichbare Lastauslegung):

Baustoff Materialbedarf Energieverbrauch
Holz 60 kg 60 kWh
Stahlprofil 78 kg 561 kWh
Stahlbeton 300 kg 221 kWh
Kalksandstein 420 kg 108 kWh
Quelle: INFORMATIONSDIENST HOLZ, Deutsche Gesellschaft für Holzforschung

Überdies entstehen sowohl bei der Holznutzung als auch bei der Holzverarbeitung nahezu keine Abfälle, da selbst Altholz und kleinteiliges Restholz in der thermischen Verwertung zur Strom- und Wärmeerzeugung nutzbar sind. Verlängerung der Wertschöpfungskette und Biomasseverordnung sind hier die Stichworte. In diesem Kontext - und gestützt durch eine explizite Förderung seitens der Politik - gewinnt heute der regenerative Rohstoff Holz als Brennstoff erneut an Bedeutung. Dies gilt für die großtechnische Energieerzeugung in speziellen Anlagen ebenso wie für die privaten Haushalte.

Dass der traditionelle Rohstoff Holz auch, und gerade heute, im Zeitalter der High-Tech-Materialien konkurrenzfähig ist, liegt jedoch keineswegs nur an seinen ökologischen Qualitäten: Holz - als Oberbegriff für die etwa 20 heimischen Holzarten - verbindet ein Spektrum von Materialeigenschaften, die es zum Multitalent für unterschiedlichste Verwendungsweisen macht.

In der langen Tradition von Handwerk und Industrie entwickelten sich differenzierte Be- und Verarbeitungstechniken für verschiedene Holzarten. Die Nutzung in klassischen Einsatzbereichen wurde laufend optimiert, weiterentwickelt und neue Anwendungsfelder erschlossen. So wird Holz zunehmend auch in innovativ-technischen Sparten zum Material der ersten Wahl, z.B. als extrem belastbares Spezialholz für die Bodenplatten von Formel-1-Rennwagen oder ICE-Zügen. Nach wie vor überzeugt Holz als leicht zu bearbeitendes Baumaterial - vom Dachstuhl bis hin zum mehrgeschossigen Wohnhaus oder Bürogebäude - oder als millimeterdünnes Furnier für edle Designermöbel.

Als Baustoff etwa bietet Holz heute nahezu unbegrenzte konstruktive Möglichkeiten und steht dabei - hinsichtlich Lebensdauer, Tragfestigkeit und Beständigkeit gegen Witterung oder Feuer - anderen Materialien in nichts nach. Ein Zusatznutzen: Holz ist von Natur aus ein schlechter Wärmeleiter. Eine Eigenschaft, die insbesondere bei der Niedrigenergie-Bauweise zum Vorteil wird. So benötigt man, z.B. um die Vorgaben der Energieeinsparverordnung einzuhalten, weitaus weniger Dämmmaterial. Das heißt, im Vergleich zu anderen Baumaterialien kommt man bei Holz mit deutlich geringeren Wandstärken aus, um die erforderliche Dämmwirkung zu erzielen. Der Bauherr profitiert demnach nicht nur in puncto Zeit- und Kostenersparnis, sondern gewinnt durch die schlanken Holzkonstruktionen auch ein Plus an Wohnfläche. Und mehr noch: Mit seinen natürlichen Eigenschaften sorgt Holz für ein ausgesprochen angenehmes Raumklima hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wer diese Vorzüge als Bauherr nutzen will, muss weder in einer rustikalen Blockhütte leben noch einen Stararchitekten beauftragen: Systembauweisen bieten heute ein Höchstmaß an Individualität bei minimierten Kosten für den Bauherren: Da Holz sehr einfach zu ver- und bearbeiten ist, können die Elemente tatsächlich nach den Wünschen des Bauherrn und den statischen Erfordernissen des Objekts 'maßgezimmert' und vor Ort auf der Baustelle montiert werden - rationell und zeiteffizient im Trockenbauverfahren. Ob und wie viel Holz letzen Endes sichtbar wird, entscheidet der Bauherr: Moderne Skelett-, Tafel- oder Rahmenbauten aus Holz können beliebig mit anderen Materialien verbunden und durch entsprechende Innen- und Fassadenverkleidungen individuell gestaltet werden.

In der Zusammenschau dieser Einsatzbereiche ist Holz in Deutschland heute nicht zuletzt auch eine volkswirtschaftlich bedeutende Ressource: Knapp 715.000 Menschen (das entspricht zwei Prozent aller abhängig Beschäftigten) arbeiten in 60.000 überwiegend mittelständischen Unternehmen dieser Branchen. Die jährliche Erlös für die Forstwirtschaft aus dem Holzverkauf von rund 40 Mio. Kubikmetern hat einen Wert von etwa 1,8 Mrd.€.

Der heimische Roh- und Baustoff Holz ist klar auf dem Vormarsch: Hervorragend geeignet für die Erfordernisse eines Passiv-Hauses, bauphysikalisch und ästhetisch überzeugend, reich an konstruktiven Varianten, innovativ, energetisch nutzbar, dauerhaft verfügbar durch die nachhaltige Forstwirtschaft, ökologisch nicht nur sinnvoll, sondern geradezu unschlagbar als CO₂-Speicher und Holz der kurzen Wege - zu viele Argumente sprechen für Holz, so dass Zweifel an seiner Zukunfts- und Marktfähigkeit objektiv dagegen keinen Bestand haben können.

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