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Neubau sinkt bundesweit auf Rekordtief

  • Fünf Bundesländer aber mit Zuwachsraten

(1.10.2004) Nach den durch die Diskussion um die Eigenheimzulage ausgelösten Vorzieheffekten Ende des vergangenen Jahres, die die Genehmigungszahlen 2003 insgesamt um 8,3 Prozent auf 297.000 ansteigen ließen, ist der Wohnungsneubau wieder abwärts gerichtet. Im ersten Halbjahr 2004 wurden mit 152.000 Wohnungen 4,0 Prozent weniger Genehmigungen erteilt als im gleichen Vorjahreszeitraum. Allerdings sind die Genehmigungszahlen in fünf Bundesländern - entgegen dem generellen abwärts gerichteten Trend - gestiegen. Auf diese Entwicklung hat heute das Berliner ifs Institut für Städtebau hingewiesen.


Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: "Ich erwarte auf das ganze Jahr 2004 gerechnet nur noch etwa 250.000 Wohnungsbaugenehmigungen, davon 210.000 in Westdeutschland und 40.000 in Ostdeutschland. Dies wäre das niedrigste Neubauergebnis nach dem Krieg und weit entfernt von dem durchschnittlich erforderlichen Neubaubedarf von etwa 400.000 Wohnungen. Da die Bundesregierung erneut plant, die Eigenheimzulage abzuschaffen, kommt es aber möglicherweise wieder zu Vorzieheffekten im zweiten Halbjahr."

In den einzelnen Bundesländern verlief die Entwicklung im ersten Halbjahr 2004 nach Angaben des Instituts unterschiedlich. Dabei verzeichneten Berlin – von allerdings sehr niedrigem absoluten Niveau aus – und Hessen mit einem Anstieg um 23,9 Prozent bzw. 21,1 Prozent den stärksten Zuwachs. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und in Baden-Württemberg seien die Genehmigungszahlen mit einem Plus von 12,2 Prozent bzw. 2,1 Prozent gestiegen. Hamburg habe mit 0,3 Prozent ebenfalls noch ein kleines Plus aufzuweisen. Jokl: "Möglicherweise resultiert der Anstieg in diesen Bundesländern zum Teil aus besonders starken "Überhängen" aus den Vorzieheffekten des Jahres 2003, also im Vorjahr beantragten Genehmigungen, die erst in diesem Jahr Eingang in die Statistik gefunden haben."

Besonders stark rückläufig sei der Neubau in Bremen mit einem Minus von 15,3 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 15,2 Prozent, Niedersachsen mit 14,0 Prozent, und Thüringen mit 11,4 Prozent gewesen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, in dem auch die Bautätigkeit absolut am höchsten sei, seien die Genehmigungszahlen um 6,3 Prozent gesunken.

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