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Wintergarten - mit Vorbereitung zum optimalen Ergebnis

(24.5.2005) Ein moderner Wintergarten verbindet den Wunsch nach komfortablem Wohnen, Ästhetik und einem Leben in der Natur. Denn nur durch Glas von der grünen Natur getrennt, ist es in einem Wintergarten möglich, sich sowohl in den eigenen vier Wänden und gleichzeitig mitten im Grünen aufzuhalten.

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Foto von Saint-Gobain Glass Deutschland aus der Meldung "Wintergarten ganz aus Glas" vom 30.9.2003

Schon entsteht in einem lichtdurchfluteten Raum eine neue Lebensqualität, die es erlaubt, in allen vier Jahreszeiten intensiv den Wechsel der Farben und der Atmosphäre zu erleben. Die Großzügigkeit eines Wintergartens, die Helligkeit und eine optimale Nutzung der natürlichen Energien schaffen mehr Raum für Freizeit und Wohnen.

Für jedes Haus und jeden Geschmack gibt es das passende Wintergartensystem, das den individuellen Charakter eines Hauses unterstreicht und neben der Wohnqualität auch seinen Wert steigert. Bevor sich aber die Vorzüge eines Wintergartens genießen lassen, bedarf es einiger Vorarbeit. Sie betreffen Standort, Nutzung, Glasart, Belüftung, Beschattung, Heizung und Beleuchtung. Diese Detailpunkte tragen in ihrem Zusammenspiel wesentlich dazu bei, dass ein Wintergarten später auch "funktioniert". Bei einem Wohn-Wintergarten, der ganzjährig genutzt werden soll, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden, die letztendlich auch den Preis beeinflussen.

Baurecht

Wintergärten sind genehmigungspflichtig. Folgende baurechtliche Fragen müssen geklärt werden:

  • Wie darf das Grundstück bebaut werden?
  • Welche Bauform ist vorgeschrieben?
  • Welche Grenzabstände sind einzuhalten?
  • Wo liegen die Baugrenzen?

Eine zuverlässige Antwort auf diese Fragen gibt auf jeden Fall eine unverbindliche Bauanfrage, die auch gleich klärt, ob und unter welchen Auflagen eine Baugenehmigung erteilt wird.

Standort

Klima und Atmosphäre im Wintergarten werden im wesentlichen von Licht und Wärme geprägt. Deren Intensität wiederum hängt von der Himmelsrichtung ab, nach der der Wintergarten ausgerichtet ist. Natürlich wird die Ausrichtung in erster Linie vom eigentlichen Wohnhaus bestimmt, aber wer zwischen Möglichkeiten entscheiden kann, orientiert sich auch an der geplanten Nutzung.

  • Ein nordorientierter Wintergarten fängt im Sommer die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Tages ein, wird aber meistens tagsüber durch das Haus abgeschattet und ist daher ein relativ kühler, erholsamer Platz. Wird der Wintergarten jedoch ganzjährig genutzt, so muss er im Winter geheizt werden, da er von der tiefstehenden Sonne nicht erreicht wird.
  • Ein ostorientierter Wintergarten wird von der Morgensonne und dem ersten Teil der Mittagssonne erwärmt, dann aber durch den Schatten des Hauses vor allzu großer Hitze bewahrt. Er ist daher ein idealer Frühstücksplatz.
  • Der südorientierte Wintergarten hat über das Jahr durch Sonneneinstrahlung zwar den höchsten Wärmegewinn, muss aber im Sommer gegen allzu hohe Temperaturen durch Beschattung und Belüftung geschützt werden.
  • Ein westorientierter Wintergarten wird von der späten Mittags- und Abendsonne aufgewärmt und geht mit der gespeicherten Wärme in die Nacht. Dafür ist er am Morgen kühler.

Material

Für die tragenden Teile einer Wintergartenkonstruktion kommen Holz, Alu, Kunststoff und Stahl in Frage. Sie alle können hohen Anforderungen an Wertbeständigkeit und Pflegeleichtigkeit genügen - sofern die Konstruktion bauphysikalisch und handwerklich durchdacht aufgebaut ist.

Verglasung

Der Wintergarten lebt vom Glas. Erst die Verglasung schafft dieses unnachahmliche Gefühl, draußen und doch geschützt zu sitzen. Sie hat aber auch einen ganz wesentlichen Einfluss darauf, ob ein Wintergarten ”funktioniert”. Aufgrund des hohen Glasanteils und der relativ geringen Baumasse sind Wintergärten thermisch labil, d. h., sie werden schnell warm, kühlen aber auch schnell wieder aus. Wie schnell beides vor sich geht, hängt vom g-Wert und U-Wert der Verglasung ab.

  • Der g-Wert zeigt an, wie viel Prozent der Sonnenenergie, die auf den Wintergarten trifft, das Glas passieren kann. Er steht also für den Energiegewinn des Wintergartens.
  • Der U-Wert steht für den Energieverlust des Wintergartens durch die Außenhülle, die ja im wesentlichen vom Glas gebildet wird.

Da zwischen Sommer und Winter große Unterschiede in Sonnenstand und Sonnenscheindauer bestehen, kommen dem g-Wert und dem U-Wert je nach Jahreszeit unterschiedliche Bedeutungen zu. Ein hoher g-Wert bedeutet immer hohen solaren Energiegewinn, was im Winter sicherlich erwünscht ist, um die Heizkosten niedrig zu halten, im Sommer aber zu zusätzlichen Maßnahmen bei Sonnenschutz und Belüftung zwingt. Ein niedriger U-Wert bedeutet gute Isolation und geringer Wärmeverlust.

Neben der Wärmedämmung kann die Verglasung noch weitere Funktionen übernehmen, z. B. als Sonnenschutzglas. Ein weiterer Diskussionspunkt kann die UV-Durchlässigkeit bzw. die UV-Undurchlässigkeit der Verglasung sein. Wie aus der vorangegangenen Argumentation ersichtlich, ist die richtige Wahl der Verglasung für ein gutes Raumklima im Wintergarten unerlässlich.

Seit einigen Jahren sind zudem beschichtete Oberflächen verfügbar, die der Verschmutzung entgegenwirken. Sie werden z.B. bei Dachziegeln, Fassadenfarben, Sanitärkeramik oder Badfliesen verwendet. Bei Gläsern haben sich beschichtete Duschkabinen etabliert, an denen das Wasser abperlt, und seit kurzem sind selbstreinigende Gläser auf dem Markt, mit denen Fenster, Wintergärten und Fassaden ausgerüstet werden können - siehe Beitrag "Selbstreinigendes Glas".

Lüftung

Zusammen mit der Verglasung und der Beschattung sorgen Be- und Entlüftung eines Wintergartens für ein angenehmes Raumklima. Der Luftaustausch im Wintergarten ist extrem wichtig, um Wärmestaus und Schwitzwasserbildung zu vermeiden. Deshalb sollten die Fenster sowohl oben, als auch unten eine Lüftungsöffnung haben. So kann die verbrauchte Luft oben entweichen, während unten Frischluft angesaugt wird. Unterschieden wird zwischen:

  • Natürlicher Lüftung: Erwärmte Luft steigt nach oben und kann über Dach- oder Seitenfenster abgeführt werden. Diese Lüftungsart arbeitet geräuschlos und ohne Energieaufwand. Eine wichtige Faustregel besagt, dass sich mindestens 10 Prozent der Fensterflächen öffnen lassen sollten (Quelle: TÜV Süddeutschland).
  • Motorischer Lüftung: Über Zugluftöffnungen wird mittels Walzen- bzw. Radiallüfter der Luftaustausch ausgeführt. Diese Art der Lüftung benötigt keine geöffneten Flügel und schafft somit bei Abwesenheit keinen erleichterten Zugang für Unbefugte.

Auch Kombinationen zwischen natürlicher und motorischer Lüftung können sinnvoll sein.

Beschattung

Um eine wirkungsvolle Beschattung bei reichlicher Sonneneinstrahlung zu gewährleisten, sind drei Arten von Beschattung in Erwägung zu ziehen:

  • Natürliche Beschattung durch Bäume, Sträucher oder Gebäude
  • Innen liegende Beschattung (innerhalb des Wintergartens angebrachte Beschattung): In Verbindung mit effektiven Lüftungselementen werden gute Ergebnisse erzielt. Auf elektronische Steuerungen sowie Sensoren, wie Wind- und Regenwächter, kann verzichtet werden. Auch bei erhöhter Windeinwirkung auf den Wintergarten kann diese Beschattungsart genutzt werden.
  • Außen liegende Beschattung (außerhalb des Wintergartens angebrachte Beschattung): Sonneneinstrahlung, welche nicht in den Wintergarten gelangt, muss auch nicht wieder abgeführt werden. In jedem Falle sollte diese Schattierung aber mit einem Steuergerät ausgestattet sein, damit der Wintergarten sich selbst überlassen werden kann und nicht ständiger Aufsicht bedarf.

Beheizung

Ein Wintergarten, welcher ganzjährig genutzt werden soll, muss beheizbar sein. Durch den oft bedeckten Himmel in der Winterzeit reicht der Energieeinfall tagsüber nicht zwingend aus, um den Wintergarten frostfrei zu halten. Es ist daher bei der Planung auch die Heizung zu berücksichtigen. Bei Wohn-Wintergärten ist eine fachmännische Berechnung der Heizleistung gemäß den Forderungen an "Gebäude mit normalen Innentemperaturen" erforderlich.

Fußbodenaufbau

Bei der Planung der baulichen Maßnahmen sollte dem Bodenaufbau besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Fußboden ist mit einer Folie oder Schweißbahn gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu isolieren. Ebenfalls muss auf eine ausreichende Wärmedämmung geachtet werden. Der Fußbodenaufbau bei Wohn-Wintergärten ist entsprechend der Energie-Einsparverordnung EnEV zu dämmen.

Das Thema ”Wintergarten-Planung und Ausführung” ist so umfangreich, dass hier nur die wichtigsten Punkte kurz angesprochen werden konnten. Für die detaillierte Planung der Vorstellungen und Wünsche von Interessenten stehen Fachbetriebe bestimmt gerne zur Verfügung.

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