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historische Gebäude mit 3D-Laserscanner vermessen

(14.6.2005) Dass man Möbel verrückt, wirft niemanden vom Stuhl; und dass man Bäume versetzt, wirft keinen um. Doch dass ganze Gebäude versetzt werden, gehört sicherlich nicht zu unseren alltäglichen Beobachtungen. Ein historisches, fünfhundert Jahre altes landwirtschaftliches Gebäude in der Nähe von Zwiefalten wird derzeit tatsächlich versetzt; neuer Standort soll das Freilichtmuseum Beuren im Landkreis Esslingen werden. Bei einer solchen Translozierung bedarf es einer sehr umfangreichen Bestandsaufnahme der alten Bausubstanz, natürlich auch einer detaillierten Vermessung. Dazu wurde eine Kooperation zwischen dem Freilichtmuseum Beuren (Landkreis Esslingen) als Bauherr, der Firma JaKo Baudenkmalpflege (Rot an der Rot ) als Auftragnehmer und dem Institut für Geo und Umwelt an der Hochschule Biberach gebildet.

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Scan eines historischen Gebäudes

Das Institut für Geo und Umwelt der Hochschule Biberach verfügt seit Mitte vergangenen Jahres einen 3D-Laserscanner, mit dem beliebige Objekte dreidimensional erfasst werden können. "Gerade ein solch altes Gebäude, an dem wirklich nichts mehr rechtwinklig ist, eignet sich für eine Scanneraufnahme hervorragend!" berichtet Prof. Dr. Hans Quasnitza von der Hochschule Biberach. So konnte die Außenhaut und Teile des Inneren des Gebäudes Zentimeter für Zentimeter abgetastet und so der heutige Bestand dokumentiert werden. Auch wenn das Haus abgebaut ist, kann man in dem virtuellen 3D-Modell die Einzelheiten des alten Gebäudes noch erkennen und bestimmte Details auch dann noch nachmessen, wenn das Gebäude schon lange nicht mehr steht. "Spannend", so Quasnitza, der an der Hochschule Biberach im Studiengang Bauingenieurwesen Vermessungskunde lehrt und innerhalb des Institutes das Labor für Vermessung leitet, "wird ein Vergleich des später aufgebauten Hauses mit dem früheren, im Scan festgehaltenen Zustand sein."

Der Umzug in das Freilichtmuseum erfolgt nicht direkt, sondern über den Umweg der firmeneigenen Lagerhalle, in der das Gebäude aufgebaut und wenn nötig, von Wind und Wetter geschützt, restauriert wird. Zur Versetzung setzt die Firma JaKo Verfahren ein, die möglichst schonend, aber auch wirtschaftlich vertretbar den Umzug durchführen lassen. Ein Beispiel: Unter dem Gebäude liegt ein schützenswerter Gewölbekeller aus Naturstein, der mit umziehen soll. Den Keller will die Firma JaKo komplett nach Beuren versetzen. "Vermutlich sind wir die Ersten in Deutschland, die sich an so etwas heranwagen", sagt Bernd Jäger nicht ohne Stolz. Gemeinsam mit seinem Bruder Martin - Absolvent der Hochschule Biberach - leitet er die Firma als Geschäftsführer. Prof. Quasnitza und Bernd Jäger haben dazu schon verabredet: "Den Keller werden wir extra scannen, damit die Außenhülle des alten Gebäudes auch wirklich komplett ist".

Eine ungewöhnliche Aufgabe für Quasnitza und seine Mitarbeiter - aber auch eine spannende: Denn über solche Projekte kann das Institut die Möglichkeiten des 3D-Scanners ausprobieren und nutzen. Das Institut für Geo und Umwelt nimmt gerne solche Kooperationen an. Ansprechpartner ist Prof. Dr. Quasnitza am Institut für Geo und Umwelt der Hochschule Biberach: quasnitza@fh-biberach.de.

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