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Fachverbände betonen: "Ausschäumen von Fensteranschlussfugen ist zulässig!"

Fenstermontage, Ausschäumen der Fensteranschlussfuge, Wärmedämmstoff, Bauteilanschlussfuge, Fenster abdichten, Fenster isolieren, Mineralfaserdämmstoff, Fenster montieren, Fugendämmung, Regelausführung, PU-Ortschaum, Institut für Fenstertechnik, Fensteraustausch(5.12.2005) In verschiedenen Medien wurden in den letzten Wochen und Monaten Informationen zu der Ausführung der Dämmung der Bauanschlussfuge wiedergegeben, die sehr einseitig und teilweise regelrecht falsch sind. Damit wurden zahlreiche Hausbesitzer und Renovierer stark verunsichert. Deshalb soll im Folgenden die Sachlage aus der Sicht des beteiligten Fachhandwerks, und zwar der Fachverbände der Glaser und Fensterbauer und des Schreinerhandwerks Baden-Württemberg dargestellt werden.

Richtig ist, dass in der im Januar 2005 in überarbeiteter Form herausgegebenen VOB ATV DIN 18355 "Tischlerarbeiten" die dort Jahrzehnte lang gebräuchliche neutrale Vorgabe "Wärmedämmstoff" für Bauteilanschlussfugen in das spezifische Material "Mineralfaserdämmstoff" geändert wurde. Damit wurde eine bestimmte Form der Fugendämmung zur Regelausführung - genau eine solche beschreibt nämlich eine ATV - erklärt. Das heißt aber nicht, dass eine andere Ausführung "unzulässig" sei!

Die in Rede stehende ATV Tischlerarbeiten sieht (auch schon immer) vor, dass alternative technische Lösungen bereits in den Ausschreibungstext geschrieben werden können. Trotz eines Einspruchs der Verbände der betroffenen Verarbeiter setzte der Hauptausschuss Hochbau, der für die Erarbeitung der VOB zuständig ist und im Prinzip dort die Vergabe- und Vertragsbedingungen der öffentlichen Auftraggeber, also von Bund, Ländern und Gemeinden formuliert, diese Änderung durch. Da aber bisher in über 90% aller Fälle Fensteranschlussfugen mit PU-Ortschaum gedämmt wurden, entstanden starke Irritationen in der Branche.

Es ist auch nicht richtig, dass mit dem PU-Schaum den Auftraggebern Jahre lang "bewusst (!) eine mindere Qualität" geliefert wurde. Das Europa weit renommierte Institut für Fenstertechnik, Rosenheim, hat in einem umfangreichen Gutachten nachgewiesen, dass die Dämmung von Fensteranschlussfugen mit PU-Ortschaum technisch gleichwertig zu der Dämmung mit Mineralfaserdämmstoffen sei. Damit sind auch die in dem Artikel beschriebenen Gesichtspunkte, dass ein Dämmmaterial "elastisch" sein und nicht "schrumpfen" sollte, widerlegt. Nicht der Dämmstoff, sondern zusätzliche Dichtmaterialien sind dazu da und können und müssen eingesetzt werden, um Bauteilbewegungen aufzunehmen.

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Bild aus dem Beitrag "Fenster schnell und dicht montieren" vom 26.1.2005

Im Übrigen gibt es gerade im Altbau beim Fensteraustausch sehr viele Fälle, wo wegen besonders schmaler oder breiter Fugen und Mauerausbrüchen Mineralwolle nicht oder allenfalls unter äußerst erschwerten Bedingungen einsetzbar ist.

Auch schuldet der Handwerker nicht eine Leistung nach dem "Stand der Technik", sondern eine solche nach den "anerkannten Regeln der Technik" und es wird niemand ernsthaft bestreiten, dass eine Ausführung die in der weit überwiegenden Zahl der Fälle so ausgeführt wird, diesem Stand nicht entspricht. Im Übrigen gibt es ein weiteres Gutachten, nachdem - sollten alle in Deutschland eingebauten Fenster anstelle mit PU-Schaum zukünftig mit Mineralfaserdämmstoff ausgeführt werden - pro Jahr insgesamt Mehrkosten von über 115 Mio Euro anfallen. Die Verschwendung eines solchen Betrages sollten wir uns nicht leisten!

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