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Sicherung von Bauqualität durch „Gebäudepässe“ oder „Gebäude-TÜVs“

(6.1.2006) Nach der Tragödie von Bad Reichenhall hat eine Diskussion um die Einführung einer Art „Gebäude-TÜV“ begonnen. Einen möglichen Ansatz hierzu verspricht der bereits in Fachkreisen seit geraumer Zeit diskutierte „Gebäudepass“.

eingestürzte Eissporthalle in Bad Reichenhall
Bild aus der Meldung "Diskussion um die Überprüfung von Hallenbauwerken" vom 5.1.2006

Gebäudepass versus Deregulierung des Bauens

Über den Energiepass / Energieausweis hinaus sollten Gebäudepässe die Bau-, Nutzungs- und Umweltqualität eines Bauwerks offen legen und in besonderen Fällen auch zertifizieren - wozu bereits konkrete Überlegungen vorliegen: So hat z.B. das Land Schleswig-Holstein den Gebäudepass als Vorrangkriterium für die öffentliche Förderung des Wohnungsbaus in seinen Richtlinien verankert. Dennoch findet der Gebäudepass vielerorts zu wenig Aufmerksamkeit - nicht zuletzt wohl wegen einer eher auf Deregulierung ausgerichteten Stimmung im Baugewerbe.

Sollen Qualitätssicherung und Schadensregulierung nicht zunehmend vor Gericht festgestellt und entschieden werden werden, stellen regelmäßig aktualisierte Gebäudepässe einen konkreten Ansatz zur Qualitätskontrolle dar. Ihre Einführung sollte zumindest für öffentliche Gebäude oder solche mit hohem Publikumsverkehr (Sport- und Veranstaltungshallen, Einkaufsmärkte,...) ernsthaft erwogen werden. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung von Bauschäden und Unglücke wie in Bad Reichenhall - Gebäudepässe könnten vermutlich auch dazu beitragen, die Analysekosten bei Sanierungen zu senken und nicht zuletzt stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit qualitätvoller Immobilien.

Weitere Informationen z.B. in: Blum, A. (2002), Bauqualität, Umwelt und Gesundheit: Die Basis-Konzeption für einen "Gebäudepass Schleswig-Holstein" in: Gesundheits-Ingenieur, 123. Jahrgang, April 2002 S. 95-100

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