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Schulterschluss für die zentrale Artikelstammdatenbank

  • 80% der Baustoff- und Bauelemente-Lieferanten spielen (noch nicht?) mit

(29.4.2006) Die 13. Sitzung des Aufsichtsrats der BDB-BauDatenbank fand am 25.4.2006 in Frankfurt statt. Unter dem Vorsitz von Baldwin Knauf standen neben personellen Veränderungen im Aufsichtsrat der Status und die Weiterentwicklung der zentralen Artikelstammdatenbank für den Baustoff-Fachhandel im Focus. (Die Datenbank wird seit 2000 im Auftrag von Industrie und Handel von Heinze / BauDatenbank betrieben wird.)

Dem Aufsichtsrat der BDB-BauDatenbank gehören unter dem Vorsitz von Baldwin Knauf von der Knauf Gips KG als Vertreter der Industrie an:

Den Fachhandel vertreten ...

  • Max Schierer, Präsident des BDB e.V. als stellv. Aufsichtsratsvorsitzender,
  • Götz Neefe, BDB e.V., und
  • Hugo Habisreutinger, 1. Vorsitzender des GD Holz e.V.,

... sowie als Vertreter der Handelskooperationen und -konzerne:

Derk Haank vertritt die Konzernmutter von Heinze, die Springer Science+Business Media.

Zu den personellen Veränderungen gehörte, dass Harm van Maanen als neuer Geschäftsführer der BDB-BauDatenbank GmbH berufen wurde. Er löst Klaus Kesten ab, der die Geschäfte seit Gründung der BauDatenbank im Jahre 1989 führte, jedoch mit dem Wunsch nach beruflicher Veränderung das Unternehmen Heinze zum Jahresende 2005 verlassen hat. Harm von Maanen ist seit dem 1. April 2006 Geschäftsführer der Springer BauMedien GmbH Heinze, Celle. Er bringt aus seiner bisherigen beruflichen Laufbahn in der Nemetschek AG vielfältige Branchenerfahrung ein (siehe auch "van Maanen wechselt zur Springer BauMedien GmbH").

Hugo Habisreutinger wird mit dem Ende seiner Amtszeit als 1. Vorsitzender des Gesamtverband Holzhandel e.V. seinen Sitz im Aufsichtsrat der BDB-BauDatenbank an seinen Nachfolger im Verbandsvorsitz abgeben. Eine Vertretung des Holzhandels in der BauDatenbank ist damit weiterhin sichergestellt und wird von allen Beteiligten ausdrücklich begrüßt. Für Götz Neefe, der in diesem Jahr den wohlverdienten Ruhestand antritt, wird Alfred Remy, Geschäftsführer des Verbandes Norddeutscher Baustoffhändler e.V., Hamburg, nachrücken.

Status der zentralen Artikelstammdatenbank und zum HeinzeBauOffice

Zur Erinnerung: Im Herbst 1998 hatte die BDB-BauDatenbank GmbH vom Gesprächskreis Baustoffindustrie / BDB e.V. den Auftrag erhalten, einheitliche Datenstandards für den Austausch von Artikelstammdaten zwischen Industrie und Handel zu entwickeln. Bereits im März 1999 wurde die erste Implementierungsrichtlinie für den Datenstandard PRICAT veröffentlicht und zur Nutzung in der Baubranche freigegeben. Um die Nutzung zu forcieren, wurde im April 2000 eine zentrale Artikelstammdatenbank im Internet in Betrieb genommen. Im Juni 2000 bekräftigte der Gesprächskreis Baustoffindustrie/BDB e.V. den eingeschlagenen Kurs durch einen einstimmigen Sitzungsbeschluss aller 37 Teilnehmer aus Industrie und Handel, die einheitliche Branchenlösung am Markt durchzusetzen.

In den ersten Jahren konnte die Artikelstammdatenbank erfreuliche Zuwächse verzeichnen. Aktuell stellen heute ca. 110 Hersteller ihre Artikeldaten ein, insgesamt liegt die Anzahl der Artikeldatensätze bei knapp unter 300.000. Heinze/BauDatenbank hat bei nahezu allen relevanten Softwarehäusern für Warenwirtschaftssysteme dafür gesorgt, dass entsprechende Import-Schnittstellen zur Verfügung gestellt wurden, um die im Branchenstandard aufbereiteten Artikeldaten problemlos einlesen zu können. Die Vorteile im Handel müssten laut Heinze doch eigentlich jeden überzeugen:

  • Reduzierung der manuellen Datenpflege,
  • schnelle Umsetzung von Preisänderungen im Markt,
  • aktuelle Artikel- und Preisdaten permanent im Zugriff - auch von nicht-gelisteten Artikeln usw.

Leider hat sich - wie Heinze/BauDatenbank ausführlich belegen konnte - die Entwicklung deutlich langsamer vollzogen, als ursprünglich gewünscht. Dies sei zu einem großen Teil auch der anhaltend schlechten konjunkturellen Situation der Branche zuzuschreiben. So werden im Handel die zur Verfügung stehenden Schnittstellen bisher nur teilweise in Anspruch genommen. Nur die Keyplayer im Handel, die großen Handelskooperationen - allen voran Hagebau mit dem ZART-Projekt - und Handelskonzerne wie Raab Karcher haben bisher eingefahrene Arbeitsprozesse der manuellen Preispflege durch die schnelle elektronische Datenübernahme ersetzt. Auch bei der Industrie gebe es erheblichen Nachholbedarf, denn nur ca. 20% der Lieferanten haben sich bisher im eigenen Haus auf den vereinbarten Branchenstandard eingestellt und liefern Daten mit entsprechenden Inhalten im abgestimmten Datenformat. Bei 80% der Lieferanten sei dies nicht der Fall, obwohl die inhaltlichen Anforderungen durchaus für jedes Unternehmen erfüllbar sind. (Parallel dazu sei darauf hingewiesen, dass auch an anderer Stelle an der Klassifikation von Baustoffen gearbeitet wird und in Zeiten des Internets eine dezentrale Bereitstellung von Produktdaten Sinn machen kann - siehe dazu z.B.: "Initiative der Baubranche zur Klassifikation von Baustoffen und Bauprodukten" vom 17.12.2004)

Der Aufsichtsrat der BDB-BauDatenbank ist mit den Vertretern der Springer BauMedien GmbH Heinze einig, dass eine Modifikation der Verfahrensweise dringend geboten sei. Die BauDatenbank könne keine "Missionsarbeit" bei Herstellern und Händlern für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch leisten. Vielmehr müsse die Branche selbst ihre "Hausaufgaben" erfüllen. Die Leistungen von Heinze/BauDatenbank müssten anderseits auf Hersteller- und auf Handelsseite dem echten Bedarf und dem technologischen Niveau der Branche angepasst werden. Den von Heinze/BauDatenbank für Hersteller und Handel erbrachten Dienstleistungen, z.B. der Anhebung nicht-standardkonformer Daten auf den Branchenstandard, müssten entsprechende Erlöse gegenüberstehen. Nur dann sei die wirtschaftliche Umsetzung des vereinbarten Branchenstandards im Interesse der Branche langfristig sicher zu stellen.

So wurden denn auch die von Heinze/BauDatenbank eingebrachten Vorschläge zur Modifikation der Branchenlösung vom Aufsichtsrat einstimmig genehmigt und ihre Umsetzung beschlossen. Die Modifikation beinhaltet im Einzelnen folgende Maßnahmen:

  • Die zentrale Versorgung des Baustoff-Fachhandels mit Artikelstammdaten und Produktinformationen der Industrie wird fortgesetzt. Heinze/BauDatenbank moderiert weiterhin die Entwicklung von Branchenstandards für den elektronischen Datenaustausch zwischen Industrie und Handel und setzt sich aktiv für deren Durchsetzung ein.
  • Die Artikelstammdaten werden dem Handel per E-Mail zugestellt. Diese Bezugsform wird auch heute bereits überwiegend im Handel in Form des E-Mail-Abonnements für Artikelstammdaten genutzt. Das kostenintensive Onlinesystem der IndustrieStammDatenbank wird abgeschaltet, da es für die Artikelstammdaten-Versorgung nicht erforderlich ist. Es wird stattdessen ein kostengünstigeres Verteilsystem konzipiert. Auch das IndustrieAuftragssystem, das für ein zentrales Bestellclearing entwickelt wurde, wird abgeschaltet. Heinze/BauDatenbank wird künftig keine Leistungen der elektronischen Bestellabwicklung anbieten und sieht dies vielmehr als ureigene Aufgabe des Handels an.
  • Die bisherige (preisliche) Gleichbehandlung von Herstellern, die ihre Daten bereits im vereinbarten Branchenstandard zur Verfügung stellen, und Herstellern, die dies auch nach über sechs Jahren nicht tun, wird aufgehoben zugunsten eines aufwandsbezogenen Beteiligungsmodells. Von Herstellern, deren Daten inhaltlich nicht dem Branchenstand entsprechen, wird künftig eine moderate Kostenbeteiligung gefordert, wenn die inhaltliche Anhebung der Daten durch die Heinze-Redaktion vorgenommen werden soll. Dabei bezieht sich die Anforderung des Branchenstandards auf die Stammdaten-Inhalte, nicht auf das physische Datenformat PRICAT 1.2. Das heißt: es ist keine kostenintensive EDI-Schnittstelle erforderlich, um standard-konforme Artikelstammdaten für die zentrale Artikelstammdatenbank bereitzustellen.
  • Anders als bisher können Handelskooperationen und -konzerne über eine kostengünstige Generalvereinbarung allen ihren Gesellschaftern bzw. Betriebsstätten die HeinzeBauOffice-Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Einzelverträge der Gesellschafter sind nicht mehr erforderlich. Die Leistungen schließen neben der Artikelstammdaten-Versorgung auch die Bereitstellung des HeinzeBauOffice im handelseigenen Erscheinungsbild (HeinzeBauOffice-online+) und die Webservice-Anbindung der Warenwirtschaft an das HeinzeBauOffice ein. Über die Webservice-Anbindung der Warenwirtschaft können die technischen Artikeldaten des HeinzeBauOffice unmittelbar aus der Warenwirtschaft abgerufen werden. - Nicht kooperierte Händler können wie bisher einen Einzelvertrag über die o.g. Leistungen abschließen.
  • Handelskooperationen, -konzerne und Händler erhalten ausschließlich Artikelstammdaten in dem Datenformat, das sie für die Weiterverarbeitung in ihrer Warenwirtschaft benötigen. Das bedeutet: Artikelstammdaten, die nicht dem vereinbarten Branchenstandard entsprechen, werden nur an die Händler übermittelt, die diese Daten verarbeiten wollen bzw. können. - Hagebau hat dazu bereits angekündigt, dass in das ZART-System nur standard-konforme Stammdaten übernommen werden können.

Die Aufsichtsräte bekräftigen in ihren Statements die große Bedeutung der BDB-BauDatenbank als gemeinschaftliches Unternehmen von Industrie und Handel zur Verbesserung der elektronischen Kommunikation innerhalb der Baubranche, insbesondere der Optimierung des Geschäftsdatenaustausches. Die diesjährige Aufsichtsratssitzung machte deutlich, dass das Projekt der zentralen Artikelstammdatenbank einerseits bereits ein gutes Stück vorangekommen ist, die Branche jedoch das größte Stück des Weges noch vor sich hat. Von Anfang an war allen Beteiligten an diesem Projekt klar, dass sich ein Erfolg nur dann einstellen würde, wenn alle Marktpartner konstruktiv an der Aufgabe mitarbeiten. Jeder der Marktpartner habe dabei im Gesamtprozess seinen Part zu übernehmen. Einheitliche Artikelstammdaten sind ein wesentlicher Beitrag zur Prozesskostensenkung und Voraussetzung zur Entwicklung und Durchsetzung der elektronischen Kommunikation zwischen den Marktpartnern. Der Aufsichtsrat der BDB-BauDatenbank appellierte an alle Lieferanten, die sich bisher noch nicht der Branchenlösung angeschlossen haben, dies unverzüglich nachzuholen. Bilaterale Lösungen der Artikelstammdaten-Versorgung und Preispflege, z.B. durch individuelle Download-Angebote im Internet, seien nicht mehr zeitgemäß und für den gemeinsamen Fortschritt der Branche kontraproduktiv.

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