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Deutscher Wohnungsbau hinkt hinterher

  • 1995 "Vize-Europameister", 2005 Tabellenletzter
  • Irland und Spanien sind klare Spitzenreiter
  • Talfahrt in Deutschland noch nicht abgeschlossen
  • Neubaubedarf wird längst nicht mehr gedeckt

(28.5.2006) In nur zehn Jahren ist Deutschland in Europa von der Wohnungsbau-Lokomotive zum "Bremser" geworden. Wie LBS Research auf der Grundlage aktueller statistischer Daten und Informationen von Ifo/Euroconstruct mitteilt, sind im Jahr 2005 hierzulande pro 1.000 Einwohner nur noch 2,7 neue Wohnungen fertiggestellt worden (nach 2,9 in den beiden Vorjahren). Inzwischen sind auch Schweden (mit 3,8) und die letzten größeren EU-Beitrittsländer wie Tschechien (3,2) an der Bundesrepublik vorbeigezogen. An der Spitze liegen nach wie vor Irland mit 18,6 Neubauwohnungen je 1.000 Einwohner und Spanien mit 15,0 - vergleiche Grafik:

Wohnungsbau, LBS Research, Wohnungsbauintensität, Neubaubedarf, Neubau, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, BBR, empirica

In diesen beiden Wachstumsländern ist die Wohnungsbauintensität mittlerweile rund sechsmal so hoch wie in Deutschland. In den von Euroconstruct erfassten 15 Staaten Westeuropas sowie vier mittel- und osteuropäischen Ländern sind 2005 im Schnitt 5,2 Wohnungen pro 1.000 Einwohner neu errichtet worden. In den direkten nördlichen, westlichen und südlichen Nachbarländern Deutschlands liegen die Werte zwischen 4,3 (in den Niederlanden) und 5,9 (Frankreich) und damit um 60 bis 120 Prozent höher als bei uns.

Der Abstieg des deutschen Wohnungsbaus wird laut LBS Research im Zehnjahresvergleich am besten deutlich. Mit über 600.000 Fertigstellungen im Jahr 1995 lag in ganz Deutschland die Wohnungsbauintensität noch bei 7,4 Einheiten pro 1.000 Einwohner, relativ knapp hinter Irland (mit 8,5). Seitdem ist der Neubau innerhalb nur eines Jahrzehnts auf weniger als 40 Prozent zurückgefallen. 239.000 Fertigstellungen im abgelaufenen Jahr stellen den absoluten Minusrekord in der gesamtdeutschen Wohnungsbaugeschichte dar. Einmal mehr zeigt sich hier nach Ansicht der LBS-Experten, dass der Wohnungsbau auch einer der Gradmesser für die Wirtschaftslage eines Landes ist. Trotz im Grunde guter Rahmenbedingungen bei der Finanzierung zögerten hierzulande viele Interessenten den Bau oder Kauf hinaus. Die Angst um den Arbeitsplatz sowie die unsichere Einkommensentwicklung ließen derzeit zu viele vor einer solchen Investition zurückschrecken.

Der Blick über die Grenzen zeigt nach Auskunft der LBS-Experten, dass sich gleichzeitig der Neubau in vielen anderen Ländern erholt hat. So haben uns die EU-Beitrittsländer Ungarn, Polen, Tschechien und Slowakei mit doppelt so vielen Neubauten wie noch vor zehn Jahren bereits den Rang abgelaufen. Und auch die positive Entwicklung in den nord- und westeuropäischen Nachbarländern - meist mit ähnlicher demografischer Entwicklung wie hierzulande - zeigt, dass der Wohnungsbau in Deutschland längst Nachholbedarf aufweist.

Wie hoch der Neubau eigentlich sein müsste, darüber gehen die Meinungen auseinander. So geht die jüngste Prognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) bis 2010 von einem jährlichen Neubaubedarf von 280.000 Wohneinheiten aus. Das Forschungsinstitut empirica hatte im Herbst vergangenen Jahres sogar einen Bedarf von mindestens 330.000 Wohneinheiten pro Jahr ermittelt. Eines ist jedoch klar: Die tatsächlichen Fertigstellungen, die in diesem Jahr weiter rückläufig sein werden, bleiben dahinter mittlerweile um 20 bis 30 Prozent zurück. Zwangsläufig, so die LBS-Experten, drohen auf diese Weise in den nächsten Jahren spürbare Engpässe mit Miet- und Preissteigerungstendenzen - vor allem dann, wenn die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig wieder Tritt fasst und die Wohnungsnachfrager mehr Zahlungsbereitschaft zeigen.

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