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Kein Pardon für Produktpiraten - Zoll und Hansgrohe AG vernichten Brausenkopien

(16.8.2006) In einer gemeinsamen öffentlichen Aktion vernichteten das Zollamt Stuttgart-Flughafen und die Hansgrohe AG aus Schiltach Dutzende von Brausenkopien aus China. Aufmerksamen Zöllnern war bei einer Kontrolle der Lieferung die Ähnlichkeit der Importware mit Raindance AIR Handbrausen des Schwarzwälder Armaturen- und Brausenherstellers aufgefallen. Eine Überprüfung ergab, dass die Lieferung aus dem "Reich der Mitte" tatsächlich Schutzrechte verletzt, die der Bad- und Sanitärspezialist für das Erfolgsprodukt Raindance AIR angemeldet hat. "Es wird ja nicht jedes Produkt nachgebaut, sondern vor allem diejenigen, die sich wie das Raindance AIR-Programm sehr erfolgreich im Markt verkaufen", erläutert Vorstandsmitglied Richard Grohe. "Wir haben daher mittlerweile einige Routine im Umgang mit Produktkopien, egal ob aus China oder anderer Herkunft."

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Bild vergrößernHansgrohe Raindance S 150 AIR 3jet Handbrause Fälschung

Tatsächlich ist der Ideenklau ein Problem, mit dem sich die Hansgrohe AG seit Jahren auseinanderzusetzen hat. Kopiert werden Brausen und Armaturen des Bad- und Sanitärspezialisten ebenso wie komplexe Dusch- und Wellness-Systeme. Selbst Produktverpackungen werden nachgeahmt, um sich die Bekanntheit und das Image der Qualitätsmarke Hansgrohe zunutze zu machen. Mittlerweile kümmert sich ein eigenes Team in dem weltweit tätigen Unternehmen, unterstützt von Rechtsanwälten, um die Durchsetzung der Schutzrechte. "Eine Sisyphusarbeit", wie Richard Grohe bekennt. "Doch wir verfolgen jede uns bekannt werdende Schutzrechtsverletzung und gehen im Bedarfsfall auch mit Rechtsmitteln dagegen vor - übrigens auch in China selbst." Tatsächlich kann die Hansgrohe AG mittlerweile nicht nur in Europa juristische Erfolge gegen Produzenten und Verkäufer von Raubkopien verbuchen, sondern auch in China hat das Unternehmen Urteile gegen Produzenten von Raubkopien erwirkt. Bei der Gelegenheit hob der Armaturen- und Brausenspezialist erneut hervor, dass man künftig auch verstärkt Hersteller von Nachahmerprodukten aus Deutschland und anderen europäischen Staaten ins Visier nehmen werde.

"Es lohnt sich, Gegenmaßnahmen zu ergreifen", betont denn auch Richard Grohe. Immerhin beläuft sich der geschätzte wirtschaftliche Schaden, der der Hansgrohe AG jährlich durch Marken- und Produktfälschungen entsteht, auf ein bis drei Prozent des Gesamtumsatzes. Noch stärker veranschlagt das 1901 gegründete Unternehmen allerdings den Imageschaden, der durch die oft mangelhafte Qualität, die schlechte Verarbeitung, Funktions- und Sicherheitsmängel von Plagiaten entsteht, wenn sie dann fälschlicherweise dem Original zugeschrieben werden. "Überdies sind wir es", unterstreicht Richard Grohe, "auch unseren Partnern im Sanitärfachhandel schuldig, gegen die Verbreitung von Plagiaten unserer Produkte vorzugehen. Denn sie haben ebenso wie wir als Markenunternehmen unter den Billigkopien zu leiden."


Das Zollamt Stuttgart Flughafen und die Hansgrohe AG vernichteten in einer gemeinsamen Aktion Brausenkopien aus China. Vorstandsmitglied Richard Grohe (li.) präsentiert die zerstörten Raubkopien.

Die Hansgrohe AG hat sich vor allem durch Innovationen für Bad und Dusche international einen Namen gemacht. So erfand das familiengeführte Unternehmen die Brausestange, Brausen mit einstellbaren Strahlarten oder die Ausziehbrause bei Küchenarmaturen. Vor zwei Jahren entwickelte Hansgrohe Brausen mit "AIR-Technologie", die drei Teile Luft und einen Teil Wasser miteinander zu einem besonders voluminösen, weichen Duschstrahl verwirbeln. Während die Form der Regenbrause oft kopiert wird, gibt es die patentierte "AIR-Technologie" nur im Original von Hansgrohe. Pro Jahr fließen beim "Global Player aus dem Schwarzwald" rund 11 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung. Die Hansgrohe AG zählt als einziges Unternehmen der deutschen Sanitärindustrie zu den 100 Top-Arbeitsplatzschaffern in Deutschland. Dabei gelang dem Schwarzwälder Unternehmen 2005 bereits zum zweiten Mal in Folge der Sprung in die Rangliste der "Wirtschaftswoche".

Plagiat, Fälschung, Plagiarius, Plagiate, Nachahmer, Plagiator, Fälscher, Aktion Plagiarius, Fälschungenzur Erinnerung: Symbolfigur des 1977 von Designer Rido Busse initiierten und von Plagiatoren sowie Fälschern gefürchteten Negativpreises "Plagiarius" ist der schwarze Zwerg mit der goldenen Nase. Der Plagiarius zeigt öffentlich die Unverfrorenheit und Skrupellosigkeit von Nachahmern. Mangels eigener Kreativität und vor allem aus Profitgier werden innovative Ideen Anderer 1:1 übernommen und als eigene Leistung ausgegeben. Mit der Preisverleihung klärt die Aktion Plagiarius sowohl Designer und Firmen, aber auch Politiker, den Gesetzgeber und nicht zuletzt die Konsumenten über das enorme Ausmaß und die negativen Auswirkungen von Plagiaten und Fälschungen auf. Sie sollen für einen bewußteren und kritischeren Umgang mit dem Thema "Original und Plagiat" sensibilisiert werden - siehe dazu:

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