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Wissenschaftler erwarten Quantensprung bei der solaren Stromerzeugung

(31.8.2006) Zum 21. Mal treffen sich Anfang September Wissenschaftler, Industrievertreter und Politiker zur europäischen Solarstromkonferenz. Nach Rom, Paris und Barcelona findet die diesjährige "European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition" (EU PVSEC) in Dresden statt. Die Durchführung in Deutschland hat hohe Symbolkraft, steht Deutschland doch derzeit für 60% des weltweiten Marktes. Der Veranstalter der Konferenz, die unter anderem von der UNESCO, der Europäischen Kommission, dem Bundesministerium für Umwelt und dem europäischen Industrieverband EPIA institutionell unterstützt wird, rechnet mit 2.500 Teilnehmern aus über 90 Nationen.

Nachführsystem mit Photovoltaik-Modulen
Bild aus dem Beitrag "Neues Nachführsystem für bis zu 60m² große Solarmodule" vom 1.8.2006

"Der drastisch gestiegene Ölpreis und das bei Wirtschaft, Politik und Verbrauchern gewachsene Bewusstsein der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe haben der Photovoltaik-Branche einen enormen Schub gegeben und auch den Innovationszyklus deutlich beschleunigt", erläutert Dr. Heinz Ossenbrink, Technical Programme Chairman der Konferenz und im Hauptberuf Referatsleiter Erneuerbare Energien im Institute for Environment and Sustainability am Joint Research Centre der Europäischen Kommission im italienischen Ispra nahe Mailand. Der Boom in der Branche, die im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro bei Wachstumsraten von 40% erwirtschaftete, hat zuletzt zu einem weltweiten Engpass bei dem Rohstoff Silizium geführt.

Das Programm der diesjährigen Konferenz spiegelt die aktuelle Entwicklung wider. Fortschritte bei der Technologie mit höheren Wirkungsgraden, einem geringeren spezifischen Bedarf an Silizium für die Herstellung der Solarzellen und einem insgesamt geringeren Materialeinsatz im Fertigungsprozess bilden einen Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz. Wissenschaftler arbeiten weltweit auch an Solarzellen, die ganz ohne das knappe Siliziummaterial auskommen.

Solarzellen statt Kiesschüttung
Solarzellen statt Kiesschüttung: Anwendungsbeispiel in Braunschweg
 

Deutschland ist im internationalen Solarstrommarkt ein Schwergewicht. Bereits 1989 wurden hier ein erstes Förderprogramm aufgelegt. Der beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie und die Entschlossenheit, die Kyoto-Ziele für den Klimaschutz einzuhalten, bildeten Rahmenbedingungen, in denen zum Beispiel das Erneuerbare Energien Gesetz entstanden ist. Forschungseinrichtungen und Industrie haben in diesem Umfeld international eine Spitzenposition erlangt. Nach Einschätzung von Dr. Ossenbrink gibt es wenige Forschungsprogramme, die einen vergleichbaren wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg hatten.

Lange haftete dem Solarstrom der Ruf an, zu teuer zu sein. Spitzenstrom wird an den nationalen Strombörsen mittlerweile jedoch zu Preisen gehandelt, die über den gesetzlich garantierten Einspeisevergütungen für Solarstrom liegen. An der Leipziger Strombörse war dies am 27. Juli erstmals der Fall. Mit 54 Eurocents übertraf an diesem Tag die Kilowattstunde Spitzenlaststrom die 40,6 bis 51,8 Eurocent, mit denen in Deutschland im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes die Kilowattstunde Solarstrom vergütet wird. In Südeuropa ist nach Einschätzung von Dr. Ossenbrink die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit bereits erreicht. Weiter steigende Strompreise werden diese Entwicklung verstärken. "In fünf bis zehn Jahren ist Solarstrom fuer Sommerspitzenlast wirtschaftlich", ist sich Dr. Ossenbrink sicher. Die diesjährige Solarstromkonferenz in Dresden sieht er entsprechend als einen Wendepunkt in der Entwicklung.

Insgesamt sieben Themenbereiche vertieft die diesjährige European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition:

  • Grundlagen, neue Bauelemente und Materialien;
  • kristalline Silizium Solarzellen und Materialtechnologien;
  • Aspekte in Zusammenhang mit der Verwendung von amorphen und mikrokristallinen Silizium;
  • Dünnschichttechnologie;
  • Komponenten von PV-Systemen;
  • netzgekoppelte Systeme und Anwendungen sowie
  • globale Aspekte der solaren Stromerzeugung.

Aktuelle Trends in der Photovoltaik-Industrie werden im Rahmen eines PV Industry Forums erörtert, das der Europäische Branchenverband EPIA und WIP Renewable Energies am dritten Konferenztag im Rahmen der EU PVSEC veranstalten.

Parallel zu der Konferenz findet die bislang weltweit größte Industrieausstellung im Bereich Photovoltaik statt. Rund 400 Aussteller aus 29 Nationen zeigen auf einer Fläche von 16.000 qm Forschungsergebnisse, neue Produktionsverfahren und neue Produkte auf dem Gebiet der solaren Stromerzeugung. "Bei den Ausstellern handelt es sich um Hersteller von Photovoltaik-Komponenten wie Ingots, Wafer, Zellen, Module und Inverter", erläutert Peter Helm, Geschäftsführer des Projektentwicklers WIP-Renewable Energies, der die EU PVSEC bereits seit 1986 ausrichtet, die Positionierung der Konferenzmesse. "Dazu kommt der Kreis führender Systemanbieter. Die zweite beinahe gleichstarke Gruppe von Ausstellern kommt aus dem Bereich der Zulieferindustrie und dem Anlagenbau, die Produktionseinrichtungen für die Herstellung dieser Komponenten errichten. Die EU PVSEC deckt damit als einzige Konferenzmesse weltweit alle Stufen der Wertschöpfung von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt ab", so Peter Helm weiter.

Institutionelle Unterstützung erhält die EU PVSEC 2006 von der Europäischen Kommission, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der UNESCO, dem World Council for Renewable Energy WCRE, der European Photovoltaic Industry Association EPIA, dem deutschen Bundesverband Solarwirtschaft BSW e.V. sowie der Stadt Dresden.

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