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BDH: "Energieverbauch in Gebäuden könnte drastisch sinken"

(4.11.2006) Eine Verdoppelung des Modernisierungstempos im Heizungsbestand und beim Wärmeschutz von Gebäuden könne Deutschlands Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser massiv senken. Auch der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien spare fossile Energieträger und Kohlendioxid in bedeutendem Umfang ein. Bis zum Jahr 2020 soll der Heizenergiebedarf so um rund 30 Prozent gesenkt werden können. Das entspräche fast der dreifachen Einsparung, die beim gegenwärtigen Modernisierungstempo erreicht werde. Biogas und Bioöle könnten den Import von Erdöl und Erdgas um elf Prozent verringern - so die zentralen Aussagen einer aktuellen Studie des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) e.V..

Dr.-Ing. Heinrich-H. Schulte, Präsident des BDH, ist sich sicher: "Wenn die Bundesregierung die Weichen jetzt richtig stellt, kann Deutschland künftig zehn Prozent weniger Energie verbrauchen. Besonders wichtig sind schärfere Standards für die energetische Sanierung von Gebäuden und eine Verbesserung der förderpolitischen Rahmenbedingungen. Damit stärken wir auch die einheimische Wirtschaft und vermindern teure Energieimporte." Die errechneten Energieeinsparungen beruhen auf zwei Maßnahmenpaketen.

ERSTENS: Brennwerttechnik und Wärmeschutz

Im ersten wird das Tempo bei der energetischen Sanierung von Gebäuden verdoppelt: Derzeit werden nur in 45 Prozent der Modernisierungen hocheffiziente Brennwertkessel eingebaut, die den Brennstoff optimal ausnutzen. Solarwärmeanlagen, die zusätzlich Energie sparen, werden lediglich bei acht Prozent der neuen Heizungen installiert. Noch gravierender sind die Defizite beim Wärmeschutz: Nur 32 Prozent der möglichen Energieeinsparung werden heute im Durchschnitt tatsächlich erreicht.

Will man die verborgenen Schätze heben, sollten bis 2020 nahezu alle neu eingebauten Kessel hocheffiziente Brennwertkessel sein. In 80 Prozent der Fälle sollten Solarwärmeanlagen die Brennwertkessel unterstützen. Beim Wärmeschutz von Gebäuden sollten mindestens 64 Prozent der Potenziale genutzt werden, so die Studie.

ZWEITENS: erneuerbare Energien

Im zweiten Maßnahmenpaket wird der Einsatz von erneuerbaren Energien wie Holzpellets oder Umweltwärme verdoppelt. Zusätzlich werden dem herkömmlichen Heizöl fünf Prozent Bioöl beigemischt. Biogas könnte zehn Prozent des herkömmlichen Erdgases ersetzen.

Eine Zusammenfassung der Studie kann unter bdh-koeln.de heruntergeladen werden.

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