Energiespeicher ebnen den Weg zur Energieautonomie
- Eurosolar: "Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien ist machbar"
(13.11.2006) Welche Technologien bieten sich heute an, um Erneuerbare Energien zu speichern? Welchen Beitrag leisten sie für den Aufbau einer Energieversorgung auf einer zu 100% regenerativen Basis? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der 1. Internationalen Konferenz "Energieautonomie durch Speicherung Erneuerbarer Energien" (IRES I), zu der sich vom 30. bis 31. Oktober 2006 über 200 Vertreter von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus 25 Ländern im Wissenschaftspark Gelsenkirchen trafen. Zu der weltweit bisher einmaligen Konferenz hatten EUROSOLAR und der Weltrat für Erneuerbare Energien (WCRE) eingeladen, in Kooperation mit der Energieagentur NRW und der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW.
Kein Energiesystem kommt ohne Speicher aus, ob es um Elektrizität, Wärme oder Treibstoff geht. Insbesondere den Erneuerbaren Energien wird vorgeworfen, dass sie nicht oder nur schwierig zu speichern seien. Zwar sind schon heute ganze Regionen ausschließlich mit Strom aus Windkraft, Biogas, Sonne, Erdwärme und Wasserkraft zu versorgen, ohne dass Angebot und Nachfrage auseinanderklaffen - doch können Speichertechnologien den Durchbruch der Erneuerbaren entscheidend vereinfachen.
"Die Energiespeicherung ist das strategische Schlüsselelement zur Generalisierbarkeit eines Energieträgers. Indem wir die Nutzung von Energiespeichern forcieren, zeigen wir in der Öffentlichkeit unmissverständlich, dass die Erneuerbaren Energien tatsächlich in der Lage sind, atomare und fossile Energien vollständig zu ersetzen", so Dr. Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR und General Chairman des WCRE.
Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen, wissenschaftlicher Chairman der Konferenz, weist auf die vielfältigen Lösungen hin, die Speichertechnologien heute den Erneuerbaren bieten: "Die Teilnehmer werden überrascht sein von der großen Bandbreite verfügbarer Technologien für Wärme- und Stromspeicherung, von denen sich viele bereits in kommerziellen Anwendungen bewährt haben." Produzenten von Strom aus Erneuerbaren Energien würden sich neue Markmöglichkeiten erschließen können. So sei Dänemark z.B. zu Spitzenzeiten zu 100% mit Strom aus Windkraft versorgt, müsse diesen aber aufgrund fehlender Speicher billig nach Deutschland exportieren.
"Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss sich an den Eckpunkten Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ausrichten. Diese Eckpunkte schließen sich gegenseitig nicht aus, sie sind kompatibel und gleichzeitig realisierbar. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist neben der Energieeffizienz ein wichtiges Element einer zukunftsfähigen Energiepolitik", so Dr. Volkhard Riechmann vom NRW-Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie als Vertreter des Landes. Riechmann betont die Bedeutung der Effizienzsteigerung und der regenerativen Energien für das Land Nordrhein-Westfalen: "Energiegewinnung und Energienutzung kann sich nicht alleine auf die Bereitstellung fossiler Energieträger und deren Umwandlung in Strom, Wärme und Bewegungsenergie beschränken. Auch eine Versorgung, die Abhängigkeiten von Energieimporten senkt, Beschäftigung schafft und gleichzeitig dem Klimaschutz dient, bedarf ständiger technologischer Innovationen."
"Wir müssen nicht die Batterie neu erfinden, sollten uns aber ihrer genialen Funktionsweise wieder bewusst werden und hier weiter arbeiten, um dazu beizutragen, dass sich die regenerativen langfristig durchsetzen," erklärt Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Die Marktfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Energiespeichersystemen sei notwendige Voraussetzung für nachhaltige Energieversorgung. Vorher sei nicht mit einer weiteren Dynamisierung des Marktes für Erneuerbare Energien zu rechnen. Ziel müsse nun sein, die erprobten Technologien zur Marktreife fortzuentwickeln.
Unterstützt wurde die Veranstaltung übrigens u.a. von der UNESCO, der International Solar Energy Society, dem Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes NRW sowie der Deutschen Energie-Agentur (dena).
siehe auch für weitere Informationen:
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siehe zudem:
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