Hochleistungs-Erdwärmesonden aus vernetztem Polyethylen
(14.11.2006) In der Gebäudetechnik sowie in der Gas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung haben sich Rohre aus vernetztem Polyethylen etabiert, da sie gegenüber der unvernetzten Variante deutlich verbesserte mechanische und thermische Eigenschaften aufweisen. Nun sind auch Erdwärmesonden aus vernetztem Polyethylen verfügbar. So können die Vorteile des Materials hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit auch für diese Anwendung genutzt werden.
Um Erdwärme zur Beheizung von Gebäuden zu nutzen, muss diese dem Boden ...
- entweder durch horizontal verlegte Kollektorrohren in etwa 1,5 Metern Tiefe
- oder durch vertikal eingebrachte Erdwärmesonden üblicherweise in bis zu 100 Metern Tiefe
... entzogen und mittels
einer Wärmepumpe
auf das für Heizzwecke erforderliche Temperaturniveau gebracht werden.
Erdwärmesonden bestehen
in der Regel aus zwei Polyethylenrohren, an deren unterem Ende ein U-förmiges
Formteil
angeschweißt ist. Meist werden zwei solche Rohrschleifen verwendet und bilden
zusammen eine so
genannte "Doppel-U-Sonde" (Bild rechts aus unvernetztem Polyethylen).
Wenn Herstellung, Transport und Einbau von Erdwärmesonden aus unvernetztem Polyethylen ordnungsgemäß ablaufen, weisen sie eine hohe Lebenserwartung auf. Allerdings verzeiht diese Bauform nur wenig Fehler. Beispielsweise dürfen auf Druckrohre aus unvernetztem Polyethylen im eingebauten Zustand keine Punktlasten, wie durch einzelne Steine, ausgeübt werden. Wenn der Einbau nicht mit entsprechend großer Vorsicht und keine sorgfältige Sandbettung um die Rohre erfolgt, muss mit Rissbildung und anschließendem Rohrbruch gerechnet werden. Erdwärmesonden aus unvernetztem Polyethylen müssen zudem an ihrem unteren Ende durch Schweißungen verbunden werden. Fachgerecht ausgeführt, sind sie annähernd so haltbar wie das Rohr - aber Schweißnähte sind immer potenzielle Fehlerquellen. Schäden an Erdwärmesonden bedeuten nicht nur, dass die Erdwärmesonde verloren ist, sondern zusätzlich beeinträchtigt aus der Sonde austretendes Frostschutzmittel (Glykol) die Grundwasserqualität.
Erdwärmesonden aus vernetztem Polyethylen sollen / wollen dagegen neue Maßstäbe hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit setzen. Die Vernetzung des Materials bewirkt, dass bei der Handhabung eingebrachte Riefen nicht weiter wachsen können und das Rohr wie die daraus gefertigte Erdwärmesonde resistent gegenüber - selbst dauerhaft wirkenden - Punktlasten sind. Zusätzlich können sehr kleine Biegeradien hergestellt werden, so dass eine U-förmige Erdwärmesonde aus nur einem einzigen Rohr hergestellt werden kann. Dadurch entsteht keine Rohrverbindung und somit auch keine potenzielle Fehlerstelle.
Vernetztes Polyethylen verspricht für Anwendungen, bei denen eine Erdwärmesondenanlage nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen verwendet wird, noch weitere Vorteile. Bei heutigen Bürogebäuden ist die Kühllast meist mindestens so groß wie die Heizlast. Das Abführen der Wärme mittels Kältemaschine und Erdwärmesonden in den Boden ist zudem ökologisch und ökonomisch höchst vorteilhaft. An der Abwärmeseite der Wärmepumpe treten dabei oft Temperaturen von 45°C oder mehr auf. In diesem Temperaturbereich beginnt die Dauerbelastbarkeit von unvernetztem Polyethylen bereits merklich nachzulassen und weist kaum noch Sicherheitsreserven auf. Im Gegensatz dazu kann vernetztes Polyethylen, das zum Beispiel in Fernwärmeleitungen bei Temperaturen von bis zu 95°C eingesetzt wird, auch im Kühlfall mit hohen Sicherheitsreserven eingesetzt werden.
Der Polymerverarbeiter REHAU hat mit RAUGEO sonde PE-Xa eine
Erdwärmesonde entwickelt, die besonders zuverlässige und sicher sei. Die U-förmige Biegung am Sondenfuß ist dabei noch
zusätzlich mit einem
glasfaserverstärkten Kunststoff armiert und geschützt. Dieser ist so geformt,
dass damit zwei Sonden
kreuzweise miteinander verbunden und optional noch ein Gewicht zum leichteren
Einführen in das
Bohrloch angebracht werden kann.
siehe auch für weitere Informationen:
- REHAU AG + Co
- Fördermittel von Energieversorgern und der öffentlichen Hand
- Energie sparen - Ratgeber für Energieverbrauch, Heizkosten, Pumpen, Modernisierung
jüngere Beiträge, die auf diesen verweisen:
- Richtlinie zu Seismizität bei Geothermieprojekten erschienen (18.12.2011)
- Rückblick und Ausblick auf die Fachmesse GeoTHERM in Offenburg (31.3.2011)
- Geo-T Expo: Messe Essen veranstaltet internationale Geothermie-Industriemesse (20.3.2011)
- Erste Unternehmen mit RAL-Gütezeichen Erdwärmesonden (3.12.2010)
- Erdsonden, Energiepfähle und Bodenabsorber im Betrieb (1.9.2010)
- weitere Details...
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- VdZ-Broschüre informiert über Elektro-Wärmepumpen im Neubau (7.12.2005)
- Wärmepumpe = Heizstabfreie Zone (28.10.2005)
siehe zudem:
- Literatur / Bücher zu den Themen Wärmepumpe, erneuerbare Energien, ökologisches Bauen bei Baubuch / Amazon.de
- Schreiben Sie Ihre Erfahrungen / Meinung dazu: Bau-Forum
- Wärmepumpen bei BAULINKS.de