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Beim contractworld.award belegen Teilnehmer aus Österreich, Spanien, Polen und Portugal die ersten Plätze

(22.1.2007) Teilnehmer aus Österreich, Spanien, Polen und Portugal haben am 13.1. bei der Verleihung des renommierten contractworld.award 2007 in Hannover die ersten Preise erhalten. Das Interesse am bedeutendsten europäischen Architekturpreis für Innenraumgestaltung, der zum siebten Mal von der Deutschen Messe ausgelobt wurde, war so groß wie nie zuvor. Insgesamt gab es 481 Einsendungen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (contractworld.award 2006: 237 Einsendungen).

Innenarchitektur, Architekturpreis, Innenraumgestaltung, Raumkonzepte, contractworld.award, Visions for Offices, Hotels, Shops, Bildung / Education
DMG Headquarters, Unternehmenssitz, Klaus/Österreich

"Die Arbeiten hatten insgesamt ein sehr hohes Niveau", so Prof. Laurids Ortner, einer der beiden Juryvorsitzenden. "Das war auch der Grund dafür, dass die Jury nicht nur wie bisher die Preisträger auswählte, sondern in allen Kategorien zusätzlich eine Shortlist mit den darauf folgenden jeweils neun Besten aufstellte. So soll für alle Beteiligten klar gemacht werden, wie eng und qualitätsvoll es an der Spitze zugeht."

Der contractworld.award ist mit insgesamt 50.000 Euro Preisgeld die höchstdotierte Auszeichnung für innovative Raumkonzepte in Europa. Wie wichtig der contractworld.award auch für Architekten und Innenarchitekten über Deutschlands Grenzen hinaus ist, zeigt die steigende Internationalität. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer kommt aus dem Ausland (244). Aktuell sind 33 Nationen (2006: 13 Nationen) vertreten, darunter Länder wie Chile, Australien, Kanada und Südkorea.

Bewertet wurden aktuelle, bereits realisierte Projekte von Innenräumen. Insgesamt wurden 14 Preisträger ausgezeichnet, zwei von ihnen erhielten Sonderpreise. Unter dem Titel "Visions for Offices, Hotels and Shops" ging es um zeitgemäße Büroarbeitswelten, kreative Hotels und überzeugende, moderne Shopkonzepte. Seit dem vergangenen Jahr gibt es zudem jeweils eine vierte Kategorie mit jährlich wechselnden Inhalten, die ein besonders aktuelles Thema aufgreift - diesmal das Thema Bildung/Education. Alleine hierzu gab es 117 Einsendungen.

  • Der erste Preis in der Kategorie Bildung/Education ging an Aires Mateus e Associados aus Portugal für das Projekt "Sines Arts Centre", ein Kultur- und Bildungszentrum in Lissabon (Bild rechts).
  • In der Kategorie Office belegt die Oskar Leo Kaufmann | Albert Rüf Ziviltechniker GmbH aus Österreich den ersten Platz, die im österreichischen Klaus für den Werkzeugmaschinenhersteller DMG eine Unternehmenzentrale realisiert hat (Bild oben).
  • Für das Hotel "Chic & Basic Born" in Barcelona sind ADD+Xavier Claramunt aus Spanien in der Kategorie Hotel/Restaurant ausgezeichnet worden.
  • Das polnische Büro Ingarden & Ewý, Architekci erhielt den ersten Preis in der Kategorie "Shop/Showroom/Messestand". Prämiert wird damit der Polnische Pavilion für die Expo 2005 in Aichi/Japan.

Alle augezeichneten Projekte werden in einer Ausstellung im Rahmen der contractworld in Halle 4 sowie in einer aufwändigen Dokumentation vorgestellt, die im April vorliegen wird.

Juroren für die Kategorien Office und Bildung/Education waren Prof. Laurids Ortner (Juryvorsitzender, Österreich), Tim Heide (Deutschland), Bernd Kniess (Deutschland), Mechthild Stuhlmacher (Niederlande) und Dr. Heinrich Wefing (Deutschland). Die Jury für die Kategorien Shop und Hotel bestand aus Prof. Erich Schneider-Wessling (Juryvorsitzender, Deutschland), Alfred Berger (Österreich), Bert Haller (Deutschland), Ernst Holzapfel (Italien) sowie Beat Mathys (Schweiz).

Folgende Teilnehmer wurden am Sonnabend, 13. Januar, in Hannover mit dem contractworld.award ausgezeichnet.
 

Kategorie "Office/Verwaltung" (122 Projekte)

Best of Category: Oskar Leo Kaufmann | Albert Rüf Ziviltechniker GmbH, Dornbirn/Österreich

Projekt: DMG Headquarters, Unternehmenssitz, Klaus/Österreich (Eingangsbild oben, sowie nächstes Bild unten)
Der neue Hauptsitz von DMG Europe und DMG Austria, einem der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller, liegt in Klaus, Vorarlberg. Das Gebäude dient als Büro, Ausbildungszentrum und Ausstellungshalle. Entwurfsthema war der permanente räumliche "Dialog" zwischen dem Produkt (in der Ausstellungshalle) und den mit ihm arbeitenden Menschen (in Büro, Werkstatt und Ausbildungszentrum). Der "Boulevard", ein zentral gelegener Erschließungsweg, bildet die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Bereichen.


Die Jury urteilt: "Das Projekt besticht durch die Art und Weise, wie sowohl Büroräume als auch Ausstellungs- und Produktionsstätten gleichwertig zu einem stimmigen Ganzen zusammengefügt sind. (...) Ein Gebäude, das erfreuliche Maßstäbe für die Architektur von Arbeits- und Industriegebäuden setzt."

2. Preis: Clive Wilkinson Architects, West Hollywood/USA

Projekt: Mother, Werbeagentur, London/Großbritannien (nächstes Bild unten)
Ein riesiger Betontisch bestimmt den Loftspace der britischen Werbeagentur Mother. Vom Eingangsgeschoss mit Cafébereich und "Wohnzimmer" erschließt sich der Hauptarbeitsraum der Agentur über eine breite Betontreppe, die in die gewundene Betonskulptur des Tisches übergeht und alle drei Geschosse der Agentur verbindet. Der Raum der Fabriketage hält sich dezent weiß im Hintergrund. Lediglich die großformatigen Lampen bilden mit ihren textilen Mustern einen Kontrast zur homogenen Masse des Tisches.


Die Jury lobt: "Mit dem minimalen aber effektvoll inszenierten Eingriff in die vorgefundene Substanz verschaffen die Architekten der Philosophie des Unternehmens den großen Auftritt."

3. Preis: André Poitiers Architekt RIBA Stadtplaner, Hamburg/Deutschland

Projekt: kempertrautmann.haus, Büro- und Geschäftshaus, Hamburg/Deutschland
Das kempertrautmann.haus befindet sich in der Innenstadt von Hamburg in unmittelbarer Nähe zu Jungfernstieg und Binnenalster. Das neungeschossige Büro- und Geschäftshaus schließt eine jahrelang unbebaute Lücke im Einkaufs- und Geschäftszentrum der Stadt (Bild). Entstanden ist ein transparentes Gebäude, von dessen Obergeschossen aus der Blick auf die Alster möglich ist. Die Büros bieten offene, mobile Arbeitsplätze, die der kommunikativen Arbeitsweise einer Werbeagentur entsprechen. Verstellbare Glaswände vergrößern durch Spiegelungen die Raumwirkung (Bild).

Die Jury: "Im Innern bietet der Bürobau flexibel nutzbare Flächen hoher Qualität. (...) Mit großer gestalterischer Souveränität ist André Poitiers in einer anspruchsvollen Situation ein herausragendes Geschäftshaus gelungen."

Kategorie "Hotel/Restaurant" (81 Projekte)

Best of Category: ADD+Xavier Claramunt, Barcelona/Spanien

Projekt: Hotel Chic & Basic Born, Hotel, Barcelona/Spanien (nächstes Bild unten)
Hinter der klassischen Fassade (Bild) an der Calle de la Princesa haben die Architekten für das Hotel Chic & Basic ein Grundrissgefüge gewählt, das der Struktur des Stadtviertels folgt. Ungewöhnlich ist auch die Organisation der Zimmer. Die Fensterfronten sind den Bädern vorbehalten. Es handelt sich um vorfabrizierte Fertigzellen, die in geschickter Weise über die Zimmergrenzen hinausgreifen. Die Oberflächen des Raumes sind konsequent in Weiß gehalten und die alten Stuckdecken mit glatten Gipsdecken verhüllt. Obwohl teilweise versteckt, werden diese alten Bauelemente über geschickt angebrachte Spiegelbänder an den Wänden in den Sichtbereich des Gastes projiziert. Der Hotelgast kann so auf spielerische Weise die Historie des Hauses entdecken.


Die Jury urteilt: "Insgesamt ein hervorragendes Beispiel für den selbstbewussten und sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz in einer sehr modernen und feinfühligen Hotelsprache."

2. Preis: NL Architects, Amsterdam/Niederlande

Projekt: Basketbar, Café, Utrecht /Niederlande (nächstes Bild unten)
Die Basketbar auf dem Campus der Universität Utrecht ist Bar, Treffpunkt, und Informationscenter in einem. Die bemerkenswerte Flachheit wird durch das überdimensionierte Dach der neuen Bar verstärkt. Um eine angemessene Raumhöhe zu erreichen, ist der Barraum um 1,20 Meter im Boden versenkt. Diese tiefer gelegte Position ermöglicht eine neue Perspektive auf den Außenraum. Der vorgelagerte "orange pool" vereinigt eine tiefergelegte Terrasse, ein Mini-Amphitheater und einen behindertengerechten Zugang zum Café. Auf dem XL-Dach des Cafés befindet sich in exponierter Lage ein Basketballfeld.


Die Jury: "Es gelingt dem Neubau im Schatten des mächtigen Turmes mit Intelligenz und Leichtigkeit einen einladenden sozialen Aktions-, Begegnungs- und Entspannungsraum zu definieren."

3. Preis: Fuhrimann Hächler Architekten ETH BSA SIA, Zürich/Schweiz

Projekt: Pavillon am Hafen Riesbach am Zürichsee, Zürich/Schweiz (nächstes Bild unten)
Wie ein Kunstobjekt zwischen Bäumen gliedert sich der neue Pavillon in die denkmalgeschützte, jedes Jahr von Hunderttausenden besuchte Parklandschaft am Ufer des Zürichsees ein. Der Stahlskelettbau bildet einen einfachen Rahmen, der es den Architekten erlaubte, die Nutzungen - ein Kiosk und eine öffentliche WC-Anlage - zu einer zwanglosen Form zusammenzufügen. So entstand ein Baukörper, der nicht in Haupt- und Nebenfassaden differenziert ist, sondern mit großformatigen, transparenten Glasflächen ein durchlaufendes Fassadenthema mit abwechselnden Farbrhythmen aufbaut.


Die Jury sagt dazu: "Mit welch präzisen architektonischen Mitteln aber diese an sich profane Nutzung validiert wird, hat uns überzeugt. Die zarte naturnahe Farbgebung der Fenster führt im Innenraum und von Außen zu einem verblüffend einfachen und wirkungsvollen Verfremdungseffekt: Fast wie in einem Viewmaster wird die Seelandschaft in immer anderen Farbüberlagerungen gesehen. Die Einfachheit der Mittel ist überzeugend."

Kategorie "Shop/Showroom/Messestand" (161 Projekte)

Best of Category: Ingarden & Ewý, Architekci, Krakau/Polen

Projekt: Polish Pavilion, Expo 2005 Aichi, Aichi/Japan (nächstes Bild unten)
Der polnische Pavillon wurde als metaphorischer Raum entwickelt, der unter dem Motto "Notice the Beauty" Polen auf der Expo 2005 präsentiert hat. Die Form entstand am Computer, die Fassade wurde dagegen in alter Tradition von polnischen Handwerkern aus Weidenruten geflochten (Bild). Es entstand das plastische und zugleich haptisch greifbare Bild eines Weidenkorbes, dessen Schichten aus Flechtwerk sich auf vielfältige Weise überlagern. Einen Gegensatz hierzu bildet das profane, industriell gefertigte Stahlgerüst des Pavillons.


Die Jury: "Eine spannende innenräumliche Inszenierung der formbetonten Transparenz entfaltet sich im Zwischenraum der Pole von Außen und Innen und lässt den Betrachter die Natürlichkeit des Kleides des Baukörpers neu entdecken."

2. Preis: Riegler Riewe Architekten ZT-Ges.m.b.H., Graz/Österreich

Projekt: EUROSPAR Leibnitz, Supermarkt, Leibnitz/Österreich
Auffällig ist das elegante, weit gespannte Vordach des EUROSPAR-Supermarktes im österreichischen Leibnitz. Es reicht so weit über die Hauptfassade hinaus, dass auch der Parkplatz überdacht ist. Den Kunden wird dadurch ein zusätzlicher Komfort geboten. Eine große, die gesamte Breite des Gebäudes einnehmende Glasfront lädt den Besucher zum Betreten des Supermarktes ein. Die klare räumliche Struktur und die hohe Flexibilität des Raums ermöglichen es dem Betreiber, die Waren in den Mittelpunkt des Kundeninteresses zu rücken.
Die Jury urteilt: "Das Projekt besticht durch seine Fähigkeit, Shopping und öffentlichen Raum in der Peripherie gültig zu verbinden."

3. Preis: designrichtung gmbh, Gessaga & Hindermann, Zürich/Schweiz

Projekt: Menüfoif, Sandwichlokal, Zürich/Schweiz (nächstes Bild unten)
Bei der Neugestaltung des Sandwichlokales "Gourmetinseli" ging es darum, mit einfachen Mitteln einen neuen und vor allem authentischen Auftritt zu realisieren. Hinter dem Gesamtkonzept stand die Idee, das Charakteristische des Lokals und seines Angebotes zu thematisieren und das "Bodenständige" als spezifische Qualität hervorzuheben. Die purpurne Rückwand hebt sich wie ein kräftiges Signal vom übrigen Khaki-Ton ab. Auffallend sind die eigens kreierten Trompetenleuchten sowie ein Wandvorhang aus 800 aneinander gehängten Esslöffeln.


Die Jury freut sich über eine wohltuende Frechheit: "Frech insoweit, als das Projekt mit den üblichen Vokabeln der Konsumwelt bricht. Hier wird kein glamouröser Konsumpalast oder aalglatt gestyltes italienisches Design propagiert, sondern der Beweis geführt, dass mit einfachen Mitteln und kleinem Budget eine Atmosphäre geschaffen wurde, die den Zeitgeist trifft."

Sonderauszeichnung: fnp fischer naumann partnerschaft, Stuttgart/Deutschland

Projekt: S(ch)austall, Ausstellungsraum, Ramsen/Deutschland
Thema des S(ch)austalls ist das Haus im Haus, ein x-fach variiertes Thema. In diesem Fall wurde dem bestehenden Steinhaus ein neues Holzhaus "implantiert". Es berührt nicht den Bestand, beschützt ihn aber mit seinem Dach. Die Fensteröffnungen wurden genau vom Vorhandenen "abgepaust". Wie ein Abdruck der alten Nutzung entstehen so im Inneren Irritationen, denn der Besucher weiß nicht, warum die Fenster beispielsweise unten rechts in der Ecke sitzen oder so klein sind. Und nachts ergibt sich das Bild einer ruppigen, alten und geschundenen Außenhaut mit einem warmen, homogenen Innenleben.

In der Jurybegründung heißt es: "Das Besondere an diesem Projekt ist die Entdeckung einer an sich wertlosen Ruine als architektonisches Potential. (...) Den Architekten ist es hier gelungen, in feinfühliger und poetischer Art und Weise, einem dem Tod geweihten Bauwerk neues Leben und Bedeutung zu geben."

Kategorie "Bildung/Education" (117 Projekte)

Best of Category: Aires Mateus e Associados, Lda, Lissabon/Portugal

Projekt: Sines Arts Centre, Kultur- und Bildungszentrum, Sines/Portuga (Bild rechts)
Der nach außen hin fast hermetisch geschlossene Bau des Sines Arts Centre fügt sich mit großer Präzision und Entschiedenheit in das dichte urbane Gefüge der portugiesischen Hafenstadt ein. Beiderseits der Hauptstraße, die hinab zum Meer führt, stehen zwei scharfkantige, mit Naturstein verkleidete Baukörper, die sich lediglich auf Fußgängerniveau zum Stadtraum hin öffnen und einen ungehinderten Blick in die gesamte Tiefe des Blocks erlauben. Die festungsgleichen Fassaden umschließen mehrere langgestreckte Riegel und zwei extrem schmale Höfe, die im Inneren eine abwechslungsreiche Folge strahlend heller, eindrucksvoller Räume schaffen (Bild).

Besonders angetan zeigt sich die Jury von der Komplexität der Raumerfindungen, der Raffinesse der Lichtführung, der intelligenten Reduktion der Materialpalette und von der selbstbewussten Disziplin, mit der das differenzierte Funktionsprogramm in eine einprägsame Großform gebracht worden ist.

2. Preis: Foster and Partners, London/Großbritannien

Projekt: Freie Universität Berlin, Neubau der Bibliothek der philologischen Fakultät, Bibliotheksgebäude, Berlin/Deutschland (nächstes Bild unten)
Vorbild für den Neubau war unter anderem das menschliche Gehirn. Die Analogie findet sich sowohl in der Rundform des Neubaus als auch in dessen klarer, achsensymmetrischer Gliederung wieder. Im Innern des "Gehirns" ist ein ungewöhnlicher Raum zum Studieren mit hellen, großzügigen Arbeitsplätzen entstanden. Die Ebenen sind terassenförmig übereinander gelagert. Auf den geschwungenen Galerien befinden sich an die 630 Leseplätze. Das fünfstöckige Gebäude ist von einer frei schwebenden Stahl-Glas-Aluminium-Hülle umgeben.

Die Jury würdigt die integrative Kraft bei aller Selbstbehauptung des Objekts und dessen technologische Durchdringung in der Tradition des Gesamtensembles. Dies wäre nicht denkbar, wenn die Aufgabenstellung nicht auch die teilweise Wiederherstellung des 1973 entstandenen Campusgebäudes beinhaltet hätte. (siehe auch Beitrag "Architekturpreis Berlin 2006 für Neubau der Philologischen Bibliothek und Sanierung der 'Rostlaube'" vom 3.11.2006 bei architektur-online.de)

3. Preis: giuliani.hönger ag, Zürich/Schweiz

Projekt: Fachhochschule Sihlhof, Hochschulgebäude, Zürich/Schweiz
Der Sihlhof ist das erste neue Schulgebäude der Schweiz, das aus der Umwandlung der höheren Schulen in Fachhochschulen entstanden ist. Das zulässige maximale Bauvolumen wurde so bearbeitet, dass das umfangreiche Raumprogramm Platz fand und dennoch eine skulpturale Ganzheit entstand. Das Innere überrascht durch seine atemberaubende Räumlichkeit, die sich außen weder andeutet noch abzeichnet: Das tiefe Volumen wurde derart ausgehöhlt, dass in der Mitte zwei übereinander liegende Höfe entstanden, die gegeneinander versetzt sind. Und ganz zuoberst quert eine Brücke den Hof, die einen schwindelerregenden Blick in die Tiefe ermöglicht.

Die Jury würdigt das Projekt als einen wichtigen Beitrag zur Architektur von Ausbildungsstätten, die gerade durch die Konzentration auf die eigene architektonische Disziplin den untergebrachten Schulen eine Würde verleiht, die sie deutlich aus der alltäglichen Realität der Stadt heraushebt (Bild).

Sonderauszeichnung: Miller & Maranta AG, Basel/Schweiz

Projekt: Villa Garbald, Atelierhaus der ETH Zürich, Castasegna/Schweiz
Die von Gottfried Semper entworfene Villa Garabald war ehemals das Zollhaus an der schweizerisch-italienischen Grenze der Gemeinde Castasegna.


In der Begründung der Jury heißt es: "Die Restaurierung und Erweiterung der Villa Garbald zum Studienhaus der ETH Zürich besticht durch seine subtile und zugleich bestimmte architektonische Haltung. Der Villa wird ein schmaler turmartiger Bau zugeordnet, der eigenständige Elemente einer ländlichen Kargheit in sich vereint und so die repräsentative Villa in ihrer Wirkung unterstützt. Der außenräumlichen Qualität dieser Konstellation entspricht die Raumqualität im Inneren. Der von unterschiedlichen Fensterformaten gerahmte Blick in die Umgebung gibt den kargen Räumen einen optischen Reichtum von besonderem Zauber. In hervorragender Weise ist hier ein Bauwerk geglückt, das mit minimiertem Aufwand vielschichtige Bezüge herzustellen vermag und damit exemplarisch vorführt, was Baukunst zu leisten vermag."

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