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Schaden kann's nicht: Hurrikan-getestete Faltwände

(6.2.2007) Entwurzelte Bäume, abgedeckte Häuser, zertrümmerte Autos, zerborstene Fenster - drei Tage lang wütete der Orkan "Kyrill" (sinnigerweise während der BAU) über Europa und hinterließ neben Trümmern und Bestürzung eine neue Erkenntnis: Nicht alles hält den Urgewalten des Wetters stand. Um hier auf der sicheren Seite zu liegen, läßt Solarlux seine Faltwände, wie sie beispielsweise in Wintergärten eingesetzt werden, ausgiebig durch unabhängige US-Institute (u.a. A.T.I. Florida) prüfen und setzt sich peniblen Zulassungsverfahren durch die strengen amerikanischen Behörden aus. Ohne diese offiziellen Zertifikate dürfen übrigens keine Glaselemente in Hurrikan-Gebieten eingesetzt werden.

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Die Voraussetzungen, die Hurrikan-getestete Fenster in den USA erfüllen müssen, liegen deutlich über denen üblichen Anforderungen in Europa . So werden z.B. Fenster beim Schlagregendichtigkeitstest (water infiltration) gegenüber der europäischen Prüfnorm DIN EN 1027 mit einer wesentlich höheren Wassermenge beaufschlagt. Konkret bedeutet das: statt mit nur 2,0 Litern/je Düse*) wie in Europa, wird Schlagregendichtigkeit in den USA mit 10 Litern/qm über einen Zeitraum von 15 Minuten bei einem Druck von 450 Pascal (entspricht 98 km/Std.) getestet. Allerdings werden in Europa Fenster in der Regel mit deutlich höheren Prüfdrücken über einen längeren Zeitraum beaufschlagt. So werden Fenster in der Regel bis zu einem Prüfdruck von 600 Pa auf Schlagregen und wenn gewünscht darüber hinaus geprüft. Bei der Wiederstandsfähigkeit gegen Wind sind Klassifizierungen bis zu einem Prüfdruck von 2.000 Pa für die Verformung und sogar 3.000 Pa für den Sicherheitsversuch vorgesehen, darüber hinaus können Prüfungen beim ift Rosenheim bis 10.000 Pascal gefahren werden. Dies ist beispielsweise bei Fenstern und Fassaden von Fernsehtürmen oder bei Sicherheitstoren in Tunneln der Fall. (Aber auch 10 kPa sind noch nicht das Ende der Meßlatte. Nur mal so zum Vergleich: Die Querschlag-Türen für den Gotthard-Basistunnel wurden mit einer Druck-/ Sogbelastung von 20 kPa bei insgesamt 500.000 Zyklen getestet.)

Die Vielzahl der Schäden, so war es auch bei Kyrill zu beobachten, werden durch umherfliegende Gegenstände und aufgewirbelte Trümmerteile verursacht. Deshalb gehören zu den Zulassungsbestimmungen z.B. in Florida auch sogenannte Einschlags- oder Impact-Tests. Dabei werden die senkrechten Profile und die Spezial-Glasscheiben (eine Kombination aus verschiedenen Sicherheitsgläsern) mit einem Holzpfosten "beschossen". In der Simulation wird ein Kantholz in der Größe von 50 x 100 x 1800 mm mit einer Geschwindigkeit von 96 km/Std. auf insgesamt fünf Stellen der Faltwand geschossen (siehe Eingangsbild). Nach den Einschlägen muss die Anlage immer noch Zweidrittel der maximalen Windlast standhalten - sowohl dem Winddruck als auch dem Sog. Um das zu prüfen, werden die Druck- und Sogbelastungen in acht Stufen fortlaufend erhöht, bis zum maximalen ⅔-Wert. In jeder einzelnen Stufe durchläuft die getestete Anlage 1000 Zyklen, insgesamt also 8.000 mal. Bei den Solarlux-Anlagen SL 70c und SL 70e wurden maximale Werte von 2.750 Pascal (240 km/Std.) auf der Winddruck und 4.500 Pascal (308 km/Std.) auf der Windsogseite erzielt.

Wie penibel die US-Institute bei den Zulassungstests vorgehen, macht auch das Procedere deutlich: alle Versuche werden per Video dokumentiert, die Anlagen nach Abschluss der Tests zersägt und definierte Einzelteile für 20 Jahre eingelagert. Die Zulassung der Bauelemente selbst gilt nur für die Dauer von fünf Jahren, danach müssen die Tests auf´s Neue absolviert werden.

In den erfolgreichen Zertifizierungen macht Solarlux für sich einen weiteren Vorteil aus: Die Faltanlagen können bei Hochhäusern auch in solchen Etagen eingesetzt werden, in denen sonst nur noch feststehende Glasfassaden montiert werden.

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*)   Eine vergleichbare Aussage zur Wassermenge in Form von "Liter pro Quadratmeter" kann man in Europa leider nicht machen. Hier werden die zu prüfenden Elemente mit einer Reihe von Düsen besprüht, und ab einer gewissen Elementhöhe oder beispielsweise bei Lisenen kommt einfach eine weitere Reihe von Düsen hinzu.

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