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Badkonjunktur zieht an

(12.3.2007) Nach einer "langen Durststrecke" kehrte die Sanitärbranche 2006 auch beim Inlandsgeschäft wieder in die Erfolgsspur zurück. Wie ihr Dachverband aus Anlass der ISH Anfang März 2007 meldete, weisen die endgültigen Zahlen des ifo-Marktdatenreports für den primär mittelständisch strukturierten Sektor insgesamt ein Umsatzplus von 5,7 % auf 14,9 Mrd. Euro (nach 14,1 Mrd. Euro) aus. Dabei legten die inländischen Verkaufserlöse nach Informationen der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) um 3,5% von 11,5 auf 11,9 Mrd. Euro zu. Mit einem Wachstum von 15,4% auf 3 Mrd. Euro (nach 2,6 Mrd. Euro) entwickelte sich der Export aber "erheblich dynamischer":


Stand: 3/2007, Quellen: ifo, VDS, VdZ, ISH

Auch für 2007 signalisieren die Prognosen die gleiche Tendenz: Zu erwarten seien ein moderater Anstieg im Inland von etwa 2% und ein anhaltend kräftiger Aufwärtstrend im Ausland von rund 9%. Per Saldo ergäbe sich daraus für die Gesamtbranche ein Umsatzplus von gut 3% auf ca. 15,4 Mrd. Euro, sagte Fritz-Wilhelm Pahl. Allerdings erkennt der VDS-Vorsitzende auch "einige Unsicherheitsfaktoren". Sie sieht er weniger in möglichen negativen Auswirkungen der Mehrwertsteueranhebung, sondern vielmehr im zunehmenden Fachkräftemangel einerseits und in den konstant hohen Energie- und Rohstoffkosten andererseits. Daraus resultiere eine "starke Belastung" der Ertragssituation.

Unabhängig davon startete die Sanitärwirtschaft offenbar mit ungebrochenem Optimismus in das laufende Jahr. Das bestätigen, wie es hieß, die Januar-Ergebnisse des exklusiven ifo-Konjunkturbarometers. Danach stabilisierte sich die Geschäftslage mit plus 53% auf dem "Spitzenniveau" der Vormonate. Da sich die Geschäftserwartungen mit plus 16% ebenfalls klar in der positiven Zone behaupteten, erreichte das aus beiden Parametern gebildete Geschäftsklima mit plus 34% sogar den höchsten Stand seit über einem Jahr. Die häufig befürchtete "Mehrwertsteuer-Delle" sei also zumindest in der Sanitärbranche (bislang) ausgeblieben.

Insgesamt präsentiere sich die deutsche Konjunktur in "robuster Verfassung". Pahl erinnerte an die vom Statistischen Bundesamt für 2006 auf 2,7% erhöhte Wirtschaftswachstumsrate sowie an die in jüngster Zeit mehrheitlich nach oben korrigierten Prognosen für 2007. Man könne davon ausgehen, dass das in Verbindung mit den weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen auch die Anschaffungsneigung der Bundesbürger für langlebige Gebrauchsgüter auf Sicht wieder positiv beeinflusse.

Fakten erhärten Investitionsbedarf

Speziell im Sanitärbereich werde die Zuversicht u. a. durch die Anfang 2006 im Auftrag der VDS zum sechsten Mal erstellte Basisstudie "Bad" gestützt. Die für 34,1 Mio. Privathaushalte repräsentative Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beruhte auf der letzten vergleichbaren Untersuchung aus dem Jahre 2001 und beleuchtete erneut die gesamtdeutsche Bad-Szene von Aachen bis Zwickau.


Zu den gerade unter konjunkturellen Aspekten wichtigen Erkenntnissen gehöre es, dass 52 % der Bundesbürger ihr (Haupt-)Bad seit dem Bau bzw. Bezug ihres Hauses noch nicht renovierten. 44 und damit fast 8 Mio. der insgesamt knapp 18 Mio. "unberührten" Räume sind danach über 15 Jahre und gut 4 Mio. davon sogar über 25 Jahre alt. Der von der Sanitärwirtschaft seit längerem registrierte Modernisierungsstau sei daher eine "auch statistisch nachgewiesene Realität".

Damit korrespondiert letztlich die von der Studie ebenfalls ermittelte Tatsache, dass die bis 2001 kontinuierlich gestiegene Zufriedenheit der Deutschen mit ihren Bädern nun erstmals wieder zurück ging. Die Konsequenz: Die Quote der "etwas bzw. ziemlich Unzufriedenen" wuchs bis 2006 kräftig auf 26% (nach 22%). Sie steht für knapp 9 Mio. Haushalte. Die Zahl bestätige eindrucksvoll, dass der sanitäre Handlungsbedarf erheblich zunehme.

5,5 Mio. Haushalte wollen...

Inzwischen deute aber einiges darauf hin, dass sich im "Stau" etwas tue. Der GfK-Analyse zufolge planen 5,5 Mio. Haushalte kurzfristig Anschaffungen im Bad. 2001 bekundeten nur 4 Mio. Haushalte diesen Willen. Die daraus abzuleitende erhöhte Veränderungs- und damit Kaufbereitschaft erstrecke sich übrigens auf alle relevanten Produktgruppen.

Ferner komme das "große Nachfragepotenzial" dadurch zum Ausdruck, dass sich bei den Bundesbürgern die Schere zwischen Istbad-Bewertungen und Wunschbad-Vorstellungen relativ weit öffne. Das gelte in der Gesamtbevölkerung primär für die Themen "Fitness/Wellness" und (erstmals erfasst) "Altersgerechte Ausstattung". Schließlich machten die Deutschen die Aussage "Ich muss mich ganz und gar wohl fühlen" mit 79% Zustimmung wie schon 2001 zu ihrer wichtigsten Bad-Botschaft. Mit 77% aber bereits direkt dahinter: der Aspekt der "uneingeschränkten Nutzung im Alter". Per saldo untermauert die ganze Top-Ten-Kriterienliste bis zu "Markenerzeugnisse sichern Qualität" die Akzeptanz des "guten Profi-Bades" bei den Verbrauchern, bilanziert die VDS (siehe auch "forsa für Sanitärwirtschaft: 'Das Bad gewinnt'").

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