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Potentiale und Grenzen von Gipsputz in Küchen und Bädern

(11.4.2007) Gipsputz ist für viele Baufachleute das Material der Wahl, wenn es um perfekte Oberflächen in Innenräumen geht. Die Verarbeiter überzeugt vor allem die rationelle einlagige Verarbeitung bis zu Putzdicken von 25 mm und die ausgezeichnete Haftung des Mörtels am Untergrund. Architekten begeistern sich für die weißen und besonders glatten Oberflächen sowie für die raumklimatisierenden Eigenschaften. Denn Gipsputz sorgt mit seiner geringen Wärmeleitfähigkeit von nur 0,7 W/(mK) stets für wohnlich-warme Umfassungsflächen in Innenräumen. Der zwar schwache, aber kontinuierliche Wärmeentzug, wie er für Räume mit kalten Wandoberflächen typisch ist, tritt bei Gipsputz nicht auf.

Gips scheut die Feuchtigkeit keinesfalls wie der Teufel das Weihwasser

Entgegen einem hergebrachten Vorurteil ist Gips keinesfalls feuchtescheu: Das Bindemittel Gips kann in einem gewissen Umfang sehr wohl Feuchtigkeit aufnehmen und später wieder abgeben, ohne sich dabei feucht anzufühlen oder in der Struktur Schaden zu nehmen. Die Luftfeuchtigkeit bleibt dadurch konstant in einem für den Menschen angenehmen Bereich.

Als besonders trockenes und rein anorganisches Material schimmelt Gips auch nicht. Denn Schimmelpilze benötigen für ihr Wachstum zum einen Feuchtigkeit und zum anderen organische Nährstoffe, wie sie etwa in abgelagertem Staub oder auch in Tapetenkleister vorkommen. Bei einer unzureichenden Wärmedämmung oder ungenügenden Lüftung können derartige Beläge in Verbindung mit Feuchtigkeit auf Wandoberflächen zur Ursache für Schimmelbildung werden, jedoch niemals der Gipsputz selbst.

Mit gleich mehreren bauphysikalischen Besonderheiten trägt Gipsputz also zu einem behaglichen und wohngesunden Raumklima in allen Innenräumen bei, egal ob es sich um Wohnungsbau oder Nichtwohnungsbau handelt. Entgegen besagtem Vorurteil kommt dieses Leistungsplus auch in Küchen und Bädern von Wohnungen zum Tragen - viele Tausende verputzte Quadratmeter belegen das täglich neu.

Auch die neue DIN V 18550 "Putz und Putzsysteme - Ausführung" betont ausdrücklich, dass Putzsysteme mit Baugips als Bindemittel für häusliche Küchen und Bäder geeignet sind. Denn in diesen Räumen ist nicht mit einer andauernden und starken Feuchtebelastung, sondern nur mit vorübergehendem Spritzwasser zu rechnen, das für den Gipsputz keine Beeinträchtigung darstellt.

Privates Badezimmer gipsen? Ja! Öffentliche Feuchträume gipsen? Nein!

Noch genauer beschreibt der Fachverband des Deutschen Fliesengewerbes im ZDB-Merkblatt Verbundabdichtungen (Ausgabe Januar 2005) die für Küchen und Bäder in Wohnungen zu erwartenden Feuchtigkeitsbeanspruchungen und die dafür geeigneten Untergründe. Danach ist Gipsputz der Mörtelgruppe P IV in den Beanspruchungsklassen 0 und A01 einsetzbar:

  • Die Klasse 0 steht für "Wand- u. Bodenflächen, die nur zeitweise und kurzfristig mit Spritzwasser geringfügig beansprucht sind", als Beispiel werden Bäder "mit haushaltsüblicher Nutzung ohne Bodenablauf mit Bade- bzw. Duschwanne" genannt.
  • Die Klasse A01 beinhaltet "Wandflächen, die nur zeitweise und kurzfristig mit Spritzwasser mäßig beansprucht sind", was etwa für spritzwasserbelastete Wände in Bädern mit haushaltsüblicher Nutzung und mit Bodenablauf zutrifft.

Lediglich bei einer hohen Wasserbeanspruchung, wie sie in klassischen Feuchträumen des öffentlichen und gewerblichen Bereichs zu erwarten ist, sollte Gipsputz nicht verwendet werden, also beispielsweise in Schwimmhallen oder Großküchen.

Die Aussagen in den Regelwerken decken sich mit den praktischen Erfahrungen der Gipsindustrie und des Bauhandwerks gleichermaßen: Wohnhäuser und Gebäude mit wohnähnlichen Nutzungen (z.B. Büros) lassen sich im Innern komplett mit Gips verputzen. Dadurch wird auf der Baustelle das Liefern und Lagern verschiedener Putzmörtel ebenso überflüssig wie der aufwändige Materialwechsel beim Übergang in einen neuen Raum. Stattdessen lassen sich die besonderen Einsatz- und Verarbeitungsvorteile von Gipsputz für die Gestaltung aller Innenräume nutzen.

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