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STLB-Bau und Dynamische BauDaten für Städte und Gemeinden

(6.5.2007) STLB-Bau und die Dynamischen BauDaten gehören offensichtlich immer mehr zum Rüstzeug moderner Bauverwaltungen. Dazu hat sicher die Einführung des STLB-Bau im Vergabehandbuch des Bundes (VHB) beigetragen, einem Werk, an dem sich auch viele Kommunen mit teilweise eigenen Vergabehandbüchern orientieren. Das STLB-Bau steht für VOB-gerechte Leistungsbeschreibungen, die Dynamischen BauDaten für Baupreise, Preisanteile, Kostenelemente und die Prüfung und Wertung von Nachtragspreisen. Und...: Was Städten und Gemeinden billig ist, ist vielen Planern und privaten Auftraggeber recht. Daher ist die folgende Darstellung für alle geeignet, die sich für aktuelle Bau- und Kostendaten interessieren. Wer die KOMCOM Süd in Karlsruhe vom 8.-9. Mai besucht, kann sich das Arbeiten mit STLB-Bau und Dynamischen BauDaten auch live bei RIB, G&W sowie LA-concept anschauen.

Im Mittelpunkt steht das STLB-Bau. Das STLB-Bau dient der VOB-gerechten Leistungsbeschreibung. In der aktuellen XML Version hat das STLB-Bau einen hohen Grad an Anwenderfreundlichkeit erreicht, so dass praktisch jeder Baufachmann innerhalb kürzester Zeit und ohne besondere Schulung in der Lage ist, mit dem STLB-Bau VOB-gerechte Leistungsbeschreibungen für sein Anwendungsgebiet zu erstellen.

Die Inhalte des STLB-Bau werden von den Arbeitskreisen des GAEB aufgestellt und das DIN gibt das Produkt heraus. Dies gewährleistet die VOB-Konformität auf doppelte Weise:

  • Der GAEB ist beim DVA angesiedelt, dem Deutschen Vergabeausschuss, der auch die VOB aufstellt.
  • Das DIN sorgt dafür, dass jederzeit der Bezug von den Bauleistungsbeschreibungen zum aktuellen Stand der Normung hergestellt wird, was für die VOB-Konformität unverzichtbar ist.

Dr. Schiller & Partner liefert die notwendige Technologie und sorgt mit weiteren Produkten dafür, dass die Verbindung der Leistungsbeschreibung mit der Kostenplanung hergestellt wird.

Die wesentlichen Vorteile, die sich bei der Anwendung des STLB-Bau ergeben, sind:

  • Deutlich weniger Nachtragsforderungen der beauftragten Firmen, da die konsequent VOB-gerechte Leistungsbeschreibung den Spielraum für nachträgliche Ertragsverbesserungen stark einschränkt.
  • Deutlich weniger Versuche von Firmen, die bei der Vergabe nicht berücksichtigt wurden, die Ausschreibung vor Schiedsstellen anzufechten. Zumindest der Anfechtungsgrund der behaupteten fehlenden VOB-Konformität ist nicht mehr darstellbar.
  • Deutlich weniger interner Fortbildungsaufwand für die Mitarbeiter, die Ausschreibungen erstellen, da diese sich auf das im STLB-Bau niedergelegte Fachwissen verlassen können.
  • Automatisierte Kontrolle von extern zugelieferten LV´s

Im Bereich des Bauens des Bundes und der Länder ist das STLB-Bau verpflichtend eingeführt, u.a. durch das Vergabehandbuch des Bundes und entsprechende Erlasse. Darüber hinaus gibt es schon heute zahlreiche Städte und Gemeinden, die das STLB-Bau nutzen, ebenso wie viele Anwender aus der privaten Wirtschaft. Die Gesamtzahl der Lizenzen in der Anwendung beträgt über 10.000 zzgl. rund 6.000 Lizenzen im Bereich des Bundes und der Länder.

Städte und Gemeinden sind nicht an das Vergabehandbuch des Bundes gebunden. Vielerorts orientiert man sich jedoch daran, weil man die darin enthaltenen Verfahrensweisen auch für den Bereich des Bauens im kommunalen Bereich als vorteilhaft erkannt hat. Stellvertretend für mehr als 1.000 Lizenznehmer aus dem Bereich der Kommunen seien genannt Städte wie München, Frankfurt oder Köln, wo zum Teil mehr als 100 Lizenzen des STLB-Bau im Einsatz sind. Aber auch die Planungsämter mittlerer Städte oder kleinerer Gemeinden zählen zahlreich zu den Anwendern des STLB-Bau.

Zusammenarbeit mit freien Planungsbüros

Oft werden kommunale Aufgaben auch in der Zusammenarbeit mit freien Planungsbüros erfüllt. Das STLB-Bau sorgt dafür, dass auch in diesen Fällen ein einheitlicher Ausschreibungsstandard erhalten bleibt. Daher wird in dieser Zusammenarbeit von den freien Planungsbüros oftmals die Anwendung des STLB-Bau erwartet. Mit dem STLB-Bau Check steht allen STLB-Bau Anwendern seit neuestem ein zusätzliches Werkzeug zur Verfügung, mit dem sie prüfen können, inwieweit ein extern zugeliefertes Leistungsverzeichnis dem aktuellen Stand des STLB-Bau entspricht. Diese Prüfung geschieht vollautomatisch und das Ergebnis wird für jede einzelne Position dokumentiert.

Dynamische BauDaten

Die Dynamischen BauDaten stehen für eine Reihe von Produkten, die das STLB-Bau in Richtung Kostenplanung und Kostenkontrolle bei Nachträgen ergänzen. Dynamische BauDaten steht auch für die Technologie des STLB-Bau selbst, daher heißt das STLB-Bau vollständig und korrekt seit 1996 auch: STLB-Bau / Dynamische BauDaten. Die DBD-Produkte kommen von Dr. Schiller & Partner aus Dresden.

DBD-Baupreise und DBD-Baupreise EFB

Die DBD-Baupreise sind die erste und naheliegendste Möglichkeit, das STLB-Bau für die Kostenplanung zu erweitern. Denn die DBD-Baupreise nennen für nahezu jede Leistung, die mit dem STLB-Bau beschrieben werden kann, einen Orientierungspreis. Damit werden zwei Vorteile nutzbar. Zum einen unterstützt diese Verbindung jede Form der Kostenermittlung, die auf konkret ausgearbeiteten Leistungsverzeichnissen beruht. Zum anderen unterstützt sie den kostenorientierten Bauplaner dabei, schon bei der Auswahl der Leistungen den Kostenaspekt mit zu berücksichtigen und die Leistungsbeschreibung in Hinblick auf ein Kostenziel vorzunehmen. Diese Arbeitsweise wird heute auch gelegentlich als "Design to cost" bezeichnet.

DBD-Baupreise können direkt in Verbindung mit dem STLB-Bau erworben werden. Für Anwender älterer STLB-Bau Versionen, die noch ohne DBD-Baupreise arbeiten, gibt es die Möglichkeit der nachträglichen Aufrüstung.

Mit der Option DBD-Baupreise EFB werden zusätzliche Informationen geliefert: Zu jeder Leistungsbeschreibung gibt es nicht nur den zuvor erwähnten Orientierungspreis, sondern auch einen Zeitwert sowie durchschnittliche Preisanteile für Lohn, Stoffe (Material), Geräte und Sonstiges. Diese Werte entsprechen den Bieterangaben, wie sie auf dem EFB Preis 2 abgefragt werden. Mit den DBD-Werten steht eine neutrale Vergleichsmöglichkeit zur Bewertung dieser Bieterinformationen zur Verfügung. Damit wird es leichter als bisher möglich, nicht plausible Preisaufsplittungen zu erkennen und vor der Vergabe aufzuklären. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die ungeprüfte Akzeptanz solcher Bieterangaben die Grundlage für überhöhte Nachforderungen bzw. Nachtragspreise bietet.

DBD-Dynamische Kostenelemente XML

Diese helfen bei der Kostenplanung zum Zeitpunkt des Vorentwurfs oder des Entwurfs. Fragen wie ...

  • "Was kostet die Neudeckung unseres Rathausdachs?" oder
  • "Was kostet ein neuer Abwasserkanal von A nach B" oder
  • "Was kostet die Gestaltung einer vorhandenen Freifläche als Grünanlage?"

... sollen sich damit schneller und präziser beantworten lassen, als es mit den klassischen Methoden der Kostenplanung überhaupt vorstellbar erscheint.

Die DBD-Dynamischen Kostenelemente XML setzen dabei die inhaltlichen Vorgaben des Kostenplaners zu den wesentlichen Planungsinhalten in konkrete Elementlisten um. Diese enthalten alle kostenrelevanten Leistungen im Kurztext, dazu einen Richtpreis und eine Kostengruppenzuordnung nach DIN 276. Damit werden Kostenplanungen nicht nur präziser, sondern auch transparenter. Als besonderer zusätzlicher Vorteil besteht die Möglichkeit, die so gewonnenen Planungsinhalte nahtlos und automatisch in die Ausschreibung zu übertragen, wenn auch das STLB-Bau angewendet wird.

x:nachtrag

Ein besonders heißes Eisen stellen oftmals Nachtragsforderungen der Ausführenden dar. Mit der Anwendung des STLB-Bau entfallen eine Reihe von Ursachen für solche Nachtragsforderungen. Planungsänderungen verursachen aber eben doch manchmal unvermeidbar Nachträge, sei es wegen zusätzlicher Leistungen oder sei es z.B. auch wegen geminderter Mengen <!---->oder entfallener Leistungen. In all diesen Fällen kommt es darauf an, bei der Vergütung der Nachträge nicht über den Tisch gezogen zu werden, sondern eine vertragsgemäße und angemessene Vergütung zu finden. Hierbei leistet x:nachtrag eine wertvolle Hilfe. x:nachtrag erzeugt mit wenig Aufwand eine Vergleichskalkulation, die u.a. auch auf den vom Auftragnehmer gemachten Kalkulationsangaben in den EFB-Blättern beruht. Die technische Handhabung ist schnell erlernt. Bei sachgemäßer Anwendung führt x:nachtrag in vielen Fällen zu einer deutlichen Kostenreduzierung im Bereich der Nachtragsforderungen. Damit macht sich x:nachtrag im wahrsten Sinne des Wortes selbst bezahlt. Siehe auch neue Publikation "Prüfen und Werten von Baunachträgen leicht gemacht".

STLB-Bau und Dynamische BauDaten in vorhandenen IT-Umgebungen

Alle genannten Produkte werden über Schnittstellen mit Branchenprogrammen für AVA und Kostenplanung verbunden. Mitte 2006 konnte man feststellen, dass nahezu alle marktführenden Programme diese Schnittstellen für STLB-Bau, die DBD-Baupreise und die Dynamischen Kostenelemente bieten. Alternativ sind die Produkte auch mit Excel nutzbar. Eine Ausnahme stellt x:nachtrag dar, welches für sich steht und keine Verbindung zu anderen Produkten benötigt.

Daher sind die Hersteller der AVA-Programme auch Ansprechpartner für Interessenten, denn die AVA-Hersteller liefern Gesamtlösungen aus Programm und Daten, die aus Sicht der Anwender aus einem Guss sein sollen und aus einer Hand betreut werden sollen.

Als neuste Entwicklung ist zu verzeichnen, das marktführende CAD-Hersteller damit beginnen, ihre CAD-Produkte mit DBD, speziell den Kostenelementen, zu verknüpfen. Damit wird es möglich, aus einem CAD-Gebäudemodell die wesentlichen Geometriedaten für die Kostenermittlung zu gewinnen und mit den DBD-Informationen für die Kostenplanung zu verknüpfen. Dieser Ansatz ist wesentlich praktikabler und zukunftsträchtiger als klassische "CAD-AVA-Schnittstellen", die die direkte Kopplung von CAD-Elementen mit Ausschreibungspositionen angestrebt haben, was in der Praxis oftmals nicht funktionierte.

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