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Projektbericht: Puristischer Kubus à la Bauhaus aus Porenbeton

(16.5.2007) Offenes, modernes Wohnen in klarer Formensprache - das ist es, was die Bauherren Eva und Klaus Herrmann schon seit jeher begeistert hat. Bei der Planung ihres eigenen Hauses war es daher keine Frage, dass sie sich vom Bauhaus-Stil inspirieren ließen. Nach dem Motto "Weniger ist mehr" steht die Reduktion auf das Wesentliche bei dieser Architekturform im Vordergrund. Bevorzugt sind puristische, einfache und präzise Formen, darüber hinaus neue, moderne Materialien und intelligente Technik.

Ausgehend von diesen Vorstellungen haben die Bauherren erste Skizzen von ihrem Eigenheim mit kubischem Baukörper und Flachdach angefertigt. Sie dienten dem Architekten später als Ausgangsbasis für die Entwurfsplanung. Neben der schnörkellosen Architektursprache wünschte sich die Familie ein Haus mit viel Glas und kommunikativem, offenem Grundriss (EG im Bild), das in seiner Klarheit und Wohnqualität ein Häuser-Leben lang Gültigkeit behält.

Das über 1.000 Quadratmeter große Grundstück liegt leicht am Hang inmitten eines Hamburger Villenviertels in der Nähe der Elbe und großzügiger Parkanlagen. Es ist geprägt durch alten Baumbestand. Als Eckgrundstück wird es eingegrenzt durch einen Fußweg und die Zufahrtstraße, über die es erschlossen wird. Diese Lage erwies sich für die drei Kinder als ideal, denn die Sackgasse bedeutet für sie absolute Bewegungsfreiheit: Die Straße wird zum Spielfeld.

Die von Prof. Christoph Winkler des Büros SEHW Architekten, Hamburg, realisierte Lösung trägt der Hanglage des Grundstücks Rechnung: Er legte das 19 Meter lange und 11 Meter breite Gebäude in Form von unterschiedlichen Kuben an, die sich gegenseitig durchdringen. Außerdem wählte er ein Staffelgeschoss, da so die nicht überbaute Dachfläche des Erdgeschosses teilweise als Dachterrasse genutzt werden kann. Besonderes Augenmerk richtete der Architekt auf die Planung der Details, wie z.B. der verdeckten Fensteranschlüsse, und auf die Auswahl der Materialien. Das Haus konnte mit dem hoch wärmedämmenden Porenbeton in monolithischer Bauweise realisiert werden. Dieser bietet als einer der wenigen Massivbaustoffe den Vorzug, dass für eine hohe Energieeffizienz keine Materialkombination notwendig ist, d.h. das Haus konnte ohne zusätzliche Dämmung gebaut und einfach verputzt werden. So wurden die Außenwände aus einem Guss erstellt: Harmonie von Form, Material und Nutzen.

Im Inneren überwiegt der Eindruck von Offenheit, Helligkeit und Weitläufigkeit, mit klarer Gliederung der Funktions- und persönlichen Rückzugsbereiche. Im 173 Quadratmeter großen Erdgeschoss sind die Wohnräume auf einer Linie angeordnet und miteinander verbunden: Küche, Ess- und Wohnbereich mit großen Fensterflächen entlang der Aussichtsseite, in der "zweiten Reihe" das Home-Office sowie Diele und Gäste-WC. Schlaf-, Kinder-, zwei Badezimmer und Ankleide verteilen sich auf rund 100 Quadratmeter Wohnfläche im Obergeschoss.


Edle Ausbaumaterialien prägen das Ambiente: In den Wohnbereichen ist ein Räuchereiche-Stabparkett verlegt, in der Diele, der Küche und in den Bädern vermittelt eine hochwertige Kunststeinfliese Schiefer-Optik. Die Wand- und Deckenoberflächen sind weiß gestrichen. Als Kontrast dazu sind sämtliche Möbeleinbauten in dunklem Eichenfurnier ausgeführt. Holz ziert auch das - ebenfalls aus Porenbeton gemauerte - Treppengeländer, das sich wie eine Skulptur in die Eingangshalle einfügt.

Auf Wunsch der Bauherren wurde eine Einliegerwohnung geschaffen, die der Großvater nach seiner Pensionierung bewohnen kann. Deren Eingang befindet sich auf der Nordseite. Dabei wird der Geländeversprung genutzt und die Erschließung findet über ein Split-Level statt, d.h. über die durch die Hanglage realisierten versetzten Ebenen. Wohnräume und Küche der Einliegerwohnung befinden sich im Erd- und im Untergeschoss. Sie erhält durch großzügige Fenster volle Belichtung.

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