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Kabas Sicht auf die DIN 18650 für automatische Türanlagen

(4.7.2007) Automatische Türsysteme in Deutschland genießen den weltweit höchsten Sicherheitsstandard. Mit der neuen DIN 18650, die nach kurzer Übergangszeit am 1. Juli 2006 in Kraft getreten ist, werden die Sicherheitsanforderungen der EU-Maschinenrichtlinie umgesetzt und der Stand der Technik neu beschrieben. Die umfangreiche Norm erfasst alle Sicherheitsaspekte von automatischen Schiebe-, Drehflügel- und Karusselltüren.

Die neuen Standards setzt der deutsche Hersteller Kaba Gallenschütz in seinen Produktfamilien ...

  • Talos (Karussell- und Rundschiebetüren),
  • Geryon (Sicherheitskarusselltüren) und
  • Orthos (Personenschleusen) um.

Die Änderungen betreffen Produkte, Leistungsumfang, Beratung und Inbetriebnahme ebenso wie die jährliche Prüfung der Türen. "Durch Anpassung der berührungslosen Sensorik sowie der Sicherheitsleisten erfüllen die Kaba-Türen die Standards der DIN 18650. Durch im Karusselltürbereich einmalige Bremssysteme sind wir technologischer Führer der Antriebstechnologie", erklärt Andreas Nöltner, Produktmanager bei Kaba Gallenschütz. "Eine projektbezogene Risikobeurteilung ermöglicht eine Anpassung der Türen an die jeweilige Nutzergruppe".

Projektbezogene Risikobeurteilung

Im Hinblick auf die Normeinhaltung ist ein Schwerpunkt auf die Schutzelemente zu legen. Da jeder Anwendungsbereich seine eigenen Risiken hat, gibt es für die Schutzausstattung kein Patentrezept. "Um Planer und Betreiber bei der Auswahl der richtigen Ausstattung zu unterstützen, stellt Kaba Gallenschütz die notwendigen Dokumente, auf deren Basis die Risikobeurteilung gemeinsam durchgeführt wird", sagt Andreas Nöltner. Ein entscheidender Faktor ist der Nutzerkreis: Ist die Tür nur für gesunde Erwachsene zugänglich oder können Kinder, ältere oder gebrechliche Personen in den Bereich der Tür gelangen? Wird die Tür von eingewiesenen Personen genutzt? Je nach Nutzerkreis werden die entsprechenden Sicherheitselemente eingesetzt.

Zusätzlich zur normativen Erfüllung gibt es Empfehlungen und Tipps für den Vertrieb. "Die Technologie lebt. Immer wieder machen wir Erfahrungen, die wir weitergeben können und möchten".

Verantwortung geregelt

Durch die Risikobeurteilung ist die Verantwortung von Hersteller, Inverkehrbringer und Betreiber geregelt. Der Hersteller ist für die konstruktiven Merkmale der Anlage zuständig. Im Zuge der DIN 18650 hat Kaba Gallenschütz eigenen Angaben zufolge als Hersteller viele technische Maßnahmen ergriffen:

  • Konstruktive Vermeidung von Quetsch- und Scherstellen
  • Absicherung von Gefahrenstellen durch Sicherheitsleisten und Lichtsensoren
  • Anbau von mitfahrenden Sensoren an den Türflügeln
  • Zusätzliche Ausstattung aller Talos-Karusselltüren mit Tastern zur Reduzierung der Drehgeschwindigkeit
  • Alle Sensoren werden konsequent getestet

Der Inverkehrbringer hat technisch einwandfreie Produkte nach dem jeweiligen Stand der Technik zu liefern.

Der Betreiber muss dafür sorgen, dass die Türanlage sich jederzeit in einem betriebssicheren Zustand befindet. Dazu zählt die jährliche Sicherheitsüberprüfung und Wartung der Tür.

Vorteile für Nutzer und Betreiber

Aus der DIN 18650 ergeben sich entscheidende Vorteile für Nutzer und Betreiber:

  • Automatische Türsysteme werden sicherer in der Anwendung
  • Bei einem auftretenden Fehler geht die Tür in einen sicheren Betriebszustand
  • Die Risikobewertung schafft Rechtssicherheit

Auch auf die Optik nimmt Kaba Gallenschütz Rücksicht:

  • Schutzsensoren werden nach Möglichkeit verdeckt eingebaut
  • Sicherheitsleisten auf den Türflügeln sind unauffällig, klein ausgeführt
  • Ohne Veränderung der Antriebsbauhöhe können bei Kaba die Karusselltüren mit Lichtvorhängen, Sicherheitsleisten und Glasbruchmeldern ausgestattet werden.
  • Die parametrierbare Mikroprozessorsteuerung ist beim Antrieb integriert
  • Die Schutzausstattung ist abwärtskompatibel, die meisten älteren Türen können problemlos und unauffällig modernisiert werden.

Mit der DIN 18650 ist ein wichtiger Schritt für eine einheitliche Anforderung vollzogen worden. Die Norm wird auch in der Schweiz und in Österreich angewendet, wenn auch nicht rechtsverbindlich. Dort ist man sich im Klaren, dass die DIN den Stand der Technik darstellt, nach dem die Türen zumindest in allen 27 EU-Ländern und den EFTA-Staaten ausgestattet sein sollten.

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