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Dachpfannen machen selbst vor Tonnendächern nicht Halt

(19.7.2007) Giebel und Gauben, flach geneigte, runde oder versetzte Flächen, glatte oder bunte Eindeckung - Dächer werden immer stärker zur individuellen "Visitenkarte" eines Hauses. "Individuelle Dachformen können die einheitliche Struktur bestehender Siedlungen stören", betont Dachdeckermeister Oliver Kortendieck, Anwendungstechniker der Dachziegelwerke Nelskamp. In Neubausiedlungen dagegen sind außergewöhnliche Lösungen stark im Kommen - auch wenn es städtebaulich manchmal schwer verdaulich ist. Die Industrie stellt sich mit veränderten Ziegel- und Dachstein-Modellen, neuen Farbvarianten und Sonderausführungen auf den schnelleren Geschmackswechsel der Baufamilien ein. Besondere Wünsche werden auch bei Sanierungen geäußert - diesen stehen jedoch oft Vorgaben der Gemeinden entgegen.


Etwa jedes zehnte Dach in Deutschland weicht mittlerweile vom klassischen Satteldach ab. Heutzutage erwarten viele Eigenheimbesitzer vom Dach mehr als nur den Schutz vor Wind und Wetter - nämlich Individualität, aber (hoffentlich) auch die Option, eine thermische oder photovoltaische Solaranlage zu montieren! Wenn der Bebauungsplan es zulässt, entscheiden sich Baufamilien gleichwohl auch für so außergewöhnliche Dachformen wie Tonnendächer, die ursprünglich für Industriebauten gedacht waren. Eingedeckt mit bunt-metallic engobierten Ton-Dachziegeln wirken diese bogenförmigen "Hauben" dennoch futuristisch. "Das Dach muss jedoch mit dem Gesamtbauwerk harmonieren", warnt Kortendieck bei speziellen Wünschen für die "fünfte Fassade" des Hauses. Baufamilien sollten auf jeden Fall bereits in der Planungsphase den Fachmann - z.B. Architekten oder versierten Dachdeckermeister - zu Rate ziehen.

Dach-Ziegel werden größer

Hersteller optimieren ihre Produkte immer weiter nach Wünschen der Baufamilien - mit verbesserter Regeneintragsicherheit und vereinfachter Verarbeitung für Dachdecker. Traditionelle Modelle werden daher inzwischen auch in neuen Größen angeboten: Früher waren es 13 bis 18 Stück pro Quadratmeter Dachfläche, heute gibt es schon Ziegel mit einem Bedarf von sechs bis zehn Stück - Kortendieck verweist dazu beispielsweise auf Nibra DS 5, Flachdachziegel Nibra F 7/18°, Glattziegel Nibra G 10 aus dem eigenen Nelskamp-Angebot.

Auch bei der Sanierung älterer Dächer sorgen die größeren Modelle für wirtschaftlichen Nutzen. Mit der geringeren Anzahl an Dachziegeln pro Quadtratmeter reduziert sich die Verlegezeit. Gleichzeitig wird die klassische Optik nicht beeinträchtigt.

Neubau-Siedlungen werden bunter

Neuerdings bevorzugen viele Baufamilien mediterrane Dachformen mit warmen Farbnuancen. Nach einer aktuellen Studie präferiert jede fünfte Baufamilie ein flach geneigtes Dach (ab 10 Grad). Bei einer Dachaufstockung kann das Obergeschoss dadurch besser als Wohnraum genutzt werden.


Bild aus dem Beitrag "Nelskamps neue "Farbwelten" für Betondachsteine" vom 27.3.2007

Die Industrie reagiert mit neuen Modellen: In der Verfalzung veränderte Flachdachziegel wie der "Nibra F 7/18°" schützen das Haus auch in niederschlagsreichen Regionen - selbst bei Dachneigungen unter 20 Grad. Farben wie "muskat", "kupferot" oder "rot-gelb-geflammt" bei den Ton-Dachziegeln erweitern das Angebot. Auch bei Dachsteinen (z. B. mit selbstreinigenden Oberflächen "Longlife") reicht die Farbpalette vom traditionellen Rot, Braun oder Schwarz bis hin zu Blau oder Moosgrün.

Mehr Akzente auf dem Dach

Gauben sind zur Zeit besonders beliebt, ergab die Studie. Sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen. Wenn die gestalterischen Grundregeln (Größe, Anordnung, Anzahl) eingehalten werden, lockern sie die Dachflächen auf und geben dem Haus einen besonderen Charakter. Zusätzliches Licht und Raum im Dachgeschoss erhöhen den Wohnwert. "Architektonisch vertretbar ist ihr Einbau aber erst bei einer Dachneigung ab 30 Grad", weiß der Nelskamp-Experte. Für flacher geneigte Dächer sind Dachflächenfenster besser geeignet.

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