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Baukosten-Vorteile im Norden

(5.8.2007) Das Süd-Nord-Gefälle bei den Grundstückspreisen ist hinlänglich bekannt. So kostet der Quadratmeter Bauland nach den Erhebungen der LBS-Immobiliengesellschaften in den süddeutschen Städten mit durchschnittlich 280 Euro mehr als das Doppelte der norddeutschen Grundstückspreise und sogar viermal so viel wie in den neuen Bundesländern. Doch auch bei den Baukosten gibt es erhebliche regionale Unterschiede, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Nach Angaben von LBS Research wurden 2006 für neue Einfamilienhäuser in Bayern fast 1.500 Euro pro Quadratmeter veranschlagt, in Bremen und Sachsen-Anhalt dagegen weniger als 1.000 Euro:


Während bei den Baugrundstücken meist deutliche Preisunterschiede zwischen Kernstadt und Umland zu beobachten sind, setzt nach Auskunft der LBS-Experten ein intensiver Wettbewerb in der Bauwirtschaft auch in den Städten den Baukosten deutliche Grenzen. So finden sich die drei Stadtstaaten in der bundesweiten Tabelle der Quadratmeter-Baukosten erst auf den Plätzen sechs (Hamburg) und elf (Berlin) sowie am Tabellenende (Bremen) wieder. Lediglich Hamburg mit 1.210 Euro hebt sich um gut 100 Euro vom Preisniveau in Schleswig-Holstein (1.103 Euro) bzw. fast 200 Euro von dem in Niedersachsen (1.029 Euro) ab. Die Baukosten in Berlin sind dagegen mit 1.060 Euro kaum höher als in Brandenburg (1.044 Euro), und in Bremen wird sogar noch günstiger geplant als in Niedersachsen.

Wie LBS Research ergänzend mitteilt, ergibt sich im Mehrfamilienhausbau ein deutlich anderes Bild. Während bundesweit der Durchschnittspreis für Miet- und Eigentumswohnungen mit 1.222 Euro pro Quadratmeter fast das Niveau im Einfamilienhausbau erreiche, liege bei den Geschosswohnungen die norddeutsche Metropole Hamburg mit gut 1.400 Euro pro Quadratmeter deutlich vor Bayern. Bremen befinde sich in diesem Wohnungsbausegment mit 1.229 Euro im Mittelfeld, während die Preise in drei Ländern (Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit dem Minus-Rekord von 936 Euro) sogar unter der Schwelle von 1.000 Euro blieben.

Nach Einschätzung von LBS Research wäre es ein Irrtum, zu glauben, die privaten Bauherren würden generell relativ hohen Baukostenaufwand bei Eigenheimen durch entsprechende Einsparungen bei den Wohnflächen zu kompensieren versuchen. Im Gegenteil: Die vier Länder mit den höchsten Quadratmeter-Kosten - Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz - liegen mit 148 bis 150 Quadratmetern zugleich an der Spitze der durchschnittlichen Einfamilienhaus-Größen. Entsprechend deutlich fällt die Spreizung bei den durchschnittlichen Gesamtbaukosten für Einfamilienhäuser in Deutschland aus. Sie betragen nach Angaben der LBS-Experten in Bayern mit gut 220.000 Euro im Jahr 2006 85 Prozent mehr als in Mecklenburg-Vorpommern mit 119.000 Euro, wo mit 117 Quadratmetern die kleinsten Eigenheime genehmigt wurden.

In diesen regional differenzierten Zahlen drückt sich nicht nur die unterschiedliche Wirtschaftskraft der Bundesländer aus, so LBS Research. Eine Rolle spiele auch die Wettbewerbssituation zum benachbarten teureren Ausland, wie sich etwa im Saarland und Rheinland-Pfalz an der Grenze nach Luxemburg zeige, wo Häuser 50 Prozent teurer sind als in Deutschland. Tiefergehende statistische Informationen zeigten zudem, dass die Bauherren-Ansprüche in den attraktiven Ferienregionen Nord- und Süddeutschlands mit relativ hohen Kosten einher gehen.

Insgesamt sind im Jahr 2006 nach den Berechnungen der LBS-Experten die veranschlagten Baukosten für Einfamilienhäuser nach einem jahrelangen Abwärtstrend im Durchschnitt erstmals wieder um 1 Prozent gestiegen, und zwar auf 1.239 Euro pro Quadratmeter. Wie lange noch Druck auf die Kosten ausgeübt und Preissteigerungen durch Abstriche bei den Qualitäts- und Ausstattungsansprüchen kompensiert werden könnten, müsse sich zeigen. Im Mai 2007 habe der Baupreisindex gegenüber dem Vorjahr immerhin bereits um 7,8 Prozent zugelegt. Bis auf weiteres gelte jedoch, dass fast überall in Deutschland noch für rund 1.000 Euro pro Quadratmeter Einfamilienhäuser geplant werden könnten, wenn die Bauherren bei ihren Ansprüchen Kompromissbereitschaft zeigten.

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