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Widerspruch? Hochschulgebäude in Aalen mit transparenter Holzfassade

(7.8.2007) Wer die Stadt Aalen auf der Bundesstraße 29 umfährt, dessen Blick streift unweigerlich die neuen Gebäude der Hochschule für Technik und Wirtschaft: drei solitäre hölzerne Kuben in leichter Westhanglage am Waldesrand (siehe auch Bing-Maps und/oder Google-Maps). Grund für die prägnante Erscheinung des Gebäudekomplexes ist die nahezu vollständige Verkleidung der Einzelbauten mit Holz - ein eher ungewöhnliches Fassadenmaterial für Objekte dieser Größenordnung (vergleiche auch mit Holzbaupreis 2005 für Fach- und Berufsoberschule in Memmingen).

Die zwei dreigeschossigen, länglichen Gebäuderiegel nehmen die Seminarräume für die Fachbereiche Elektronik, Optik und Informatik auf. Die Kuben folgen in ihrer Ausrichtung den Höhenlinien und liegen sich leicht versetzt gegenüber, sodass im Zentrum ein langgestreckter, schmaler Campus entsteht. Das dritte Gebäude im Ensemble, die Bibliothek, unterscheidet sich lediglich im Umfang von seinen Nachbarbauten. Ebenfalls entlang des Campus ausgerichtet, verstärkt dieser Kubus die eindrückliche Wirkung einer Straßenflucht im Zentrum des Ensembles (siehe noch einmal Bing-Maps).

Anliegen der Architekten war es, die natürliche Anmutung der Gebäude von Außen auch im Innenraum fortzuführen. Aus diesem Grund wurde die Tragkonstruktion, ein Stahlbetonskelettbau, größtenteils sichtbar gelassen und für den inneren Raumabschluss eine raumhoch verglaste Holzpfosten-Riegel-Konstruktionen gewählt. Die äußere Hülle bilden bewegliche Sonnenschutzelemente mit Lamellen aus unbehandeltem Lärchenholz, die in einem Abstand von 60 Zentimetern vor die Glasfassade montiert sind. Diese ebenfalls 60 Zentimeter breiten Elemente prägen das Aussehen der Längsfassaden und stellen einen Bezug zum angrenzenden Wald und den natürlich gewachsenen Formen der Umgebung her.

Die auf einer Stahlunterkonstruktion befestigten Läden können mit einem Drehmechanismus innerhalb von 90 Sekunden verstellt werden, sodass die dahinter liegende Verglasung zum Vorschein tritt. Je nach Position der Sonnenschutzelemente wandelt sich die Außenansicht der Gebäude: Es entsteht ein Wechselspiel aus Transparenz und Geschlossenheit.

Um auch in den verglasten Eingangsbereichen der drei Gebäude die Lamellenoptik fortzuführen, entschieden sich die Architekten für den Einsatz von Okawood von Okalux - ein Isolierglas mit Meranti-Holzlamellen im Scheibenzwischenraum. Das filigrane Holzraster wirkt als Sonnen- und Blendschutz und lässt warm getöntes Tageslicht in den Raum fallen bei weiterhin guter Durchsicht nach außen. So ist einerseits die Belichtung der Flurzonen mit Tageslicht gewährleistet, andererseits wird in der Außenansicht die Lamellenstruktur nicht unterbrochen - die natürliche Anmutung der hölzernen Kuben bleibt durchgängig erhalten (Bild von innen nach außen).

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