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10.000 m² komplexe Dachgeometrie mörtelfrei keramisch eingedeckt

(5.9.2007) Als das Gerichtsgebäude Berlin Mitte 1905 entstand, war es nach dem Stadtschloss das zweitgrößte Bauwerk Berlins. An der Entstehung des Gebäudes waren die Architekten Paul Thoemer, Rudolf Mönnich und Otto Schmalz beteiligt.


Der viergeschossige Putzbau mit Jugendstilelementen, monumentalen Ecktürmen und zahlreichen Innenhöfen wurde in der DDR-Zeit Ende der 60er Jahre zugunsten einer Straßenverbreiterung auf der Nordseite um ein Drittel zurückgebaut. Trotzdem blieb die Dachlandschaft des mächtigen Gebäudes imposant und besteht heute aus rund 10.000 m² Klosterziegeln E28 von Koramic (siehe auch Bing-Maps und/oder Google-Map).

Verfalzte Klosterziegel statt vermörtelter Mönch-Nonnen-Deckung

Die geschwungenen Dachformen lösten die Architekten Anfang des 20. Jahrhunderts oft mit keramischen Mönch-Nonnen-Deckungen. Für die Kegeltürme, Fledermausgauben oder rundlichen Dachflächen wurde die Ziegeldeckung passend zurechtgeschnitten und mit Mörtel fixiert. Seinerzeit waren andere Lösungen nicht bekannt. Heute bemühen sich Stadtverwaltungen und Denkmalpflege, vermörtelte, wartungs- und kostenintensive Dachdeckungen möglichst zu umgehen. Auf dem Gerichtsgebäude in Berlin kamen im Zuge einer kompletten Dachsanierung auch deshalb verfalzte Klosterziegel zum Einsatz. Sie gelten heute als adäquater mörtelloser Ersatz für Mönch-Nonnen-Deckungen. Der Klosterziegel eignet sich zudem mit einem speziellen Formziegelsatz, dem so genannten Dachkeil (siehe rechtes Bild), für alle an diesem mächtigen Dach vorkommenden Rundungen.

Dachkeile für Rundungen

Dachkeile, wie sie nun beim Berliner Gerichtsgebäude zum Einsatz kamen, sind Formziegelsätze aus 17 konischen Dachziegeln, die mörtelfrei und verfalzt zwei Ziegelreihen zu einer vereinen können. Die Ziegelsätze sind im Standard zehn Reihen lang. Die ersten Reihen bestehen aus zwei nebeneinander liegenden, sich konisch verjüngenden Dachziegeln. Danach folgen so genannte Übersetzer, die zwei schmale Dachziegel zu einem breiten vereinen. Darüber verjüngt sich die Deckung weiter von Reihe zu Reihe um ca. 19 mm. Unter, über und neben den Dachkeilen kann die Dachfläche mit normalen Flächenziegeln weiter gedeckt werden. A-förmige Dachkeile sind geeignet für konvexe (nach außen gewölbte), V-förmige Keile für konkave (nach innen gewölbte) Dachflächen.


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