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Bauforschung: Große Pläne mit inHaus2

(21.9.2007) Im Rahmen einer Fachpressekonferenz erläuterten am 18. September 2007 das federführende Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP und die wichtigsten baubezogenen Systempartner aus der Industrie Hintergründe, aktuellen Stand und Ziele des Projekts "inHaus2".

Nach Überzeugung aller Beteiligten fordern Klimaveränderungen und stark gestiegene Ansprüche an Behaglichkeit und Effizienz von Objektbauten visionäre Konzepte, neue Bauabläufe und innovative Materialien, die am besten real in einer Testlabor-Situation entwickelt und verbessert werden können. Mit einer Investitionssumme von 8 Mio. Euro und einer Bruttogeschossfläche von 5,200 m² entsteht dieses Testlabor als inHaus2 derzeit in Duisburg (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps) und soll in der ersten Ausbaustufe im Herbst 2008 fertig sein.


Computervisualisierung

inHaus2 soll sich durch eine hohe Flexibilität auszeichnen und so den Wünschen sowie Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzer anpassen können. Im Forschungsteil des Gebäudes lassen sich beispielsweise Räume als Hotel-, Kranken- oder Seniorenzimmer der nächsten Generation konkret erproben. Ebenso wird untersucht werden können, ob und wie sich Büros flexibel an die Nutzung und die Nutzer anpassen lassen. Dazu werden in drei Stockwerken Räume samt elektronischer und informationstechnischer Infrastruktur sowie der dazugehörigen Einrichtung aufgebaut.

Neben der bauphysikalischen Optimierung der Gebäudehülle mit ökologisch und ökonomisch nachhaltigen, mulifunktionalen Materialien ist einer der besonderen Schwerpunkte des Projekts das intelligente Gebäudemanagement, beginnend mit einer optimierten Baustellenlogistik bis zur Effizienzsteigerung beim Facility Management. RFID-Chips, die in unterschiedlichen Abständen im Gebäude angebracht werden, liefern permanent exakte Daten und ermöglichen genaue bauphysikalische Analysen im Zeitablauf. So können auch die Umwelteigenschaften verschiedener Materialien genau untersucht und Lösungen für Probleme wie Schimmel- oder Algenbildung  gefördert werden.

Im Rahmen der Erprobung der digitalen Gebäudeakte wird das 3D-Modell des Planers mit einer 4. Dimension (Zeitablauf, Kosten,...) angereichert und im Laufe der Bau- und Nutzungsphase laufend weiterentwickelt. Der Einsatz von RFID-Chips wird außerdem für ein System elektronischer Lieferscheine sowie die Ortung von Materialien und Personen während der Bauphase getestet.  Ziel ist ein rechenbarer Mehr-Nutzen - vom Planungs-, Bau- und Logistikablauf bis zu den späteren Betriebs-, Instandhaltungs- und Nutzungsprozessen.

Für die beteiligten Unternehmen soll inHaus2 darüber hinaus die Chance bieten, Produkte neu oder bis zur Marktreife zu entwickeln sowie diese im Langzeit-Praxistest zu erproben. So setzt beispielsweise Gartner seine neuen Cli-Fi-Fassaden-Elemente ein, in deren Profile alle Klimatisierungskomponenten eingebaut werden. Diese sollen einmal eine deutlich niedrigere Geschosshöhe ermöglichen, da aufwändige Deckenaufbauten für sonst übliche Installationen entfallen. Außerdem sollen sich Menschen in den so klimatisierten Räumen bei niedrigeren Temperaturen als gewohnt wohl fühlen und dadurch ca. 10% Energie gespart werden können. Da aber gerade bei Gewerbeimmobilien energiesparende Kühlung oft wichtiger ist als Heizung, werden auch Kollektoren zur solaren Kühlung und Latentwärmespeicher (PCM) von BASF getestet.

Hochtief will mit dem Projekt vor allem Erkenntnisse zu vernetzten Baustellen und effizienten Abläufen gewinnen, und beispielsweise den selbstverdichtenden Beton DUCON und mobile Schallabsorber aus Membranfolien erproben. Isover schließlich will die Chance nutzen, die Langzeit-Wirkung der neuen Ultimate-Dämmplatten auf die Gebäudenutzer genau zu beobachten.

Neben solchen individuellen Gründen und dem Marketing-Effekt war für alle Partner auch das Networking, das gemeinsame Entwickeln und Arbeiten ein wichtiger Beweggrund, sich an inHaus2 zu beteiligen. Es soll die Keimzelle für neue Technologien, aber auch für neue Geschäftsmodelle der Zusammenarbeit werden, die sich bestenfalls zu Standards entwickeln können.

Auf der Fachpressekonferenz am 18. September 2007 versprachen die Projektbeteiligen, Erkenntnisse aus dem Projekt laufend zu veröffentlichen. Neben einem jährlichen allgemeinen inHaus2-Forum seien auch Spezialforen zu einzelnen Schwerpunkten geplant.

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