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Fertigbauindustrie fordert "KfW 40Plus"

(11.11.2007) Der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern als das wichtigste Marktsegment der deutschen Fertigbauindustrie wird derzeit - wie das gesamte Bauwesen - durch das Thema Energieeffizienz beherrscht. Energiesparen spielt bei Bauherren nicht nur wegen immer weiter steigender Öl- und Gaspreise eine wachsende Rolle. Hinzu kommt angesichts des Klimawandels ein steigendes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Fertighäuser haben auf Grund ihrer Bauweise und ihres natürlichen Materials Holz einen Wettbewerbsvorsprung bei der Energieeffizienz.

Der Fertigbau hat sich aus eigener Sicht an die Spitze einer Entwicklung gesetzt, die höchstmögliche Energieeffizienz auf pragmatische und bezahlbare Weise erreichen will. Generell sind alle Fertighäuser heute Niedrigenergiehäuser, das heißt, sie weisen eine bessere Wärmedämmung auf und haben einen geringeren Energiebedarf als es die Energieeinsparverordnung verlangt. Und fast die Hälfte (44%) der heute in Deutschland gebauten Holzfertighäuser erfüllt die Förderkriterien des KfW-Programms "Ökologisch Bauen". Inzwischen wird etwa jedes dritte Fertighaus (31%) mit einer Wärmepumpe ausgestattet und jedes vierte Haus (25%) mit einer Solaranlage.

Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) fordert spürbare Anreize

Schon jetzt ist der Energiebedarf von Eigenheimen in der Breite deutlich unter die gesetzlichen Vorgaben gesunken. Was aus Sicht der Branche aber fehlt, sind spürbare Anreize für den Bau von Häusern mit dem nach derzeitigem Stand der Technik bestmöglichen energetischen Standard. Ein Energiesparhaus KfW-60 oder selbst KfW-40 ist davon noch weit entfernt. Nach Auffassung des BDF liegt dies an einer zu starken Gewichtung der Anlagentechnik bei der Bewertung der energetischen Qualität eines Hauses. Die Gebäudehülle, die eine langlebigere und damit nachhaltigere Investition darstellt als die Heizungsanlage, fällt in dieser Betrachtung zurück. So führt die derzeitige Fördersystematik leider dazu, dass viele Häuser nur über den Einsatz regenerativer Energie in die Förderung einbezogen werden können. In vielen Fällen werden Bauvorhaben gefördert, die keine Energiesparhäuser im eigentlichen Sinne darstellen, sondern lediglich eine andere Form von Energie benötigen. Die umweltfreundlichste Energie sei aber diejenige, die gar nicht erst verbraucht wird.

Förderkategorie "KfW 40Plus" gefordert

Ein künftiger Baustandard, der anspruchsvoller als das heutige KfW-Energiesparhaus 40 sein sollte, muss die energetische Qualität der Gebäudehülle stärker gewichten - wünschen sich die Fertighausbauer. Die entscheidende Größe sei der noch immer relativ hohe Energieverlust durch die Haushülle, der so genannte Transmissionswärmeverlust. Hier sei aus Sicht des Holzfertigbaus eine Verschärfung der Anforderungen gegenüber dem heutigen Stand technisch machbar. Der Bundesverband Deutscher Fertigbau fordert daher - neben KfW-60 und KfW-40 - eine neue Förderkategorie "KfW 40Plus". Bauherren sollen einen ergänzenden Zuschuss für den Neubau solcher Gebäude erhalten, die die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) um mindestens 55 Prozent unterschreiten. Damit würden also Gebäude gefördert, deren Energiestandard mehr als doppelt so gut ist wie die EnEV es vorschreibt. Ein direkter Zuschuss in Höhe von einmalig 15.000 Euro, der mit anderen Förderprogrammen der KfW kombinierbar ist, könnte einen guten Marktanreiz für höchst effiziente Energiesparhäuser schaffen. Gerd Glenewinkel, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), fordert deshalb die Politik auf, entsprechend zu handeln und das Konzept rasch in die Tat umzusetzen.

Fertighäuser mit steigendem Marktanteil

Nach einem hervorragenden Jahr 2006 befindet sich der Wohnungsbau in Deutschland in diesem Herbst 2007 in einer erwartungsgemäß weitaus schwierigeren Situation. Trotz eines Rückgangs der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser um mehr als 40 Prozent im ersten Halbjahr sieht der BDF den Eigenheimbau aber nicht im dauerhaften Abschwung, sondern vielmehr in einem Wellental, das vorhersehbar war und auf das eine erneute Aufwärtsbewegung folgen wird (siehe auch Beitrag "Leichter Anstieg bei der Holzbauweise 2006 in Deutschland" 21.10.2007)

In diesem aktuell schwierigen Umfeld ist der Marktanteil der Fertighäuser bei den Ein- und Zweifamilienhäusern im 1. Halbjahr 2007 auf 14,8 Prozent weiter gestiegen. Ende 2004 lag dieser Anteil noch bei 13,0 Prozent. Den steigenden Marktanteil führt der BDF auf den Trend hin zum ökologischen und energiesparenden Bauen sowie das steigende Umweltbewusstsein der Bauherren zurück. Der konsequente Einsatz nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energien ist dabei das ausschlaggebende Argument.

9.312 Mitarbeiter in 45 Unternehmen

Die 45 Mitgliedsunternehmen des BDF erwarten für das laufende Jahr einen Umsatz von insgesamt 1,53 Mrd. Euro und beschäftigen derzeit 9.312 Mitarbeiter. Für das Gesamtjahr 2007 rechnen die Betriebe mit dem Bau von 9.800 Häusern. Der durchschnittliche Auftragswert pro Haus steigt übrigens. Dies liegt daran, dass Fertighäuser heutzutage überwiegend frei nach den Wünschen der Bauherren geplant werden. Bei 83% (Vorjahr 69%) der Häuser handelt es sich um individuelle Planungen. Auch werden mehr Häuser schlüsselfertig gebaut; der Anteil der Ausbauhäuser geht zurück und liegt derzeit bei 29% (2006: 31,2%).

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