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CO₂-Gebäudereport vorgestellt

  • Tiefensee: 50 Milliarden Euro Heizkosten bis 2020 einsparen

(28.11.2007) 40 Prozent der Endenergie in Deutschland wird für Heizen und Warmwasser in Gebäuden verbraucht - vor allem in Privathaushalten. Der im Auftrag des Bundesbauministeriums von co2online gemeinnützige GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik erstellte CO₂-Gebäudereport 2007 zeigt wesentliche Aspekte bei der Erzeugung und Nutzung von Raumwärme in privaten Haushalten auf und fügt erstmals Einzelinformationen zu einem Gesamtbild zusammen. Dazu thematisiert der Report den Ist-Zustand der Gebäudesituation in Deutschland, den Wissenstand und die Einstellung der Bevölkerung zur Gebäudesanierung und wagt anhand mehrerer Szenarien ein Blick in die Zukunft.

Ist-Zustand der Gebäudesituation

Von 1990 bis 1996 ist der Energieverbrauch in privaten Haushalten stark angestiegen. Durch die Modernisierung an den Gebäudeaußenwänden und durch effizienteres Heizen kam es zur einer Trendwende,durch die dieser Anstieg sogar überkompensiert wurde: Insgesamt konnte der CO₂-Ausstoß im Wohnbereich von 1990 bis 2005 um 13 Prozent - d.h. um rund 16 Millionen Tonnen - gesenkt werden.

Einstellung der Bevölkerung

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterschätzt jedoch immer noch, wie viel Geld und Energie sie beim Heizen einsparen könnten. Es wird fälschlicherweise angenommen, dass in anderen Bereichen wie Strom oder Verkehr mehr Energie eingespart werden könne. Obwohl sich die allermeisten Sanierungsmaßnahmen (70 Prozent) bereits bei heutigen Energiepreisen refinanzieren, fürchten viele Hauseigentümer solch langfristige Investitionen, denn Sanierungsmaßnahmen zahlen sich oft erst nach mehreren Jahren aus. Die Mehrheit wartet auf die Maßnahmen der Bundesregierung, um die notwendige Energie für Heizwärme zu reduzieren. Energieeinsparmaßnahmen werden eher als Aufgabe der Regierung als des Privatmanns wahrgenommen. Eine knappe Mehrheit könnte sich eine Verpflichtung von Hausbesitzern zur Modernisierung vorstellen, soweit dies für die Besitzer wirtschaftlich ist (siehe zudem den Beitrag "Ist energieeffizientes Bauen für Bauherren und Planer zu kompliziert?" vom 24.9.2006).

Szenarien

40 Milliarden Euro Heizkosten bis 2020 einzusparen ist das erklärte Ziel der Kampagne "Energie für Morgen" des Bundesbauministeriums. Der CO₂-Gebäudereport zeigt: Würden alle technisch sinnvollen Maßnahmen gleichzeitig realisiert werden, wären sogar bis zu 50 Milliarden möglich. Dazu müssen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt werden, wenn Energieverbrauch und CO₂-Emissionen auch künftig deutlich sinken sollen. Energieeffiziente Gebäude lohnen sich dreifach: Sie mindern den CO₂-Ausstoß und schützen so das Klima, Verbraucher profitieren von sinkenden Energiekosten und mehr Wohnkomfort und Vermieter steigern den Wert ihrer Immobilien und haben zufriedene Mieter.

"Wir brauchen eine Balance zwischen den Interessen der Verbraucher, der Wirtschaft und des Umweltschutzes. Dafür stellen wir jetzt die Weichen. Die Fortführung des CO₂-Gebäudesanierungsprogramms mit seinen finanziellen Anreizen ist bis 2011 gesichert", erklärte der Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee im Rahmen der Vorstellung des CO₂-Gebäudereports. Dazu soll die Energieeinsparverordnung in zwei Stufen ausgeweitet werden: Bei Neubauten soll der maximale Energiebedarf gegenüber der geltenden Regelung kurzfristig um 30, mittelfristig sogar um 50 Prozent gesenkt werden. Die Anforderungen an die energetische Qualität bei Haussanierungen sollen ebenfalls um rund 30 Prozent angehoben werden. Weiterhin sei der Anteil erneuerbarer Energien bei der Heizwärmeerzeugung zu erhöhen. Außerdem will die Regierung über den Investitionspakt die energetische Sanierung von sozialer Infrastruktur wie Schulen und Kindergärten fördern. Bund, Länder und Kommunen wollen sich an diesem Projekt mit insgesamt 600 Millionen Euro beteiligen.

"Mit dem vorliegenden Maßnahmenpaket kommen wir unserem Ziel näher, weniger Energie zu verbrauchen und damit das Klima zu schonen, die Wirtschaft zu stärken und die Ausgaben für die Bürgerinnen und Bürger zu begrenzen. Der CO₂-Gebäudereport gibt wichtige Anregungen, die wir in den kommenden Wochen und Monaten in konkrete Politik umsetzen werden", so Tiefensee.

Eine Zusammenfassung des Reports (PDF) steht zum Download bereit.

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