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Problemzonen im Altbau dünner gedämmt - mit Vakuum

(12.12.2007) Zur raumseitigen Dämmung von wärmebrückenkritischen Bereichen wie z.B. Fensterleibungen oder Dachgauben bietet Variotec Qasaflex an. Die nur 20 bis 30 mm dünne Vakuumdämmung (VIP) hilft Architekten und Handwerkern vor allem in der Altbausanierung dabei, auf engstem Raum KfW-40- bzw. Passivhausstandard zu erreichen. Auch an einer Berliner Grundschule kamen die neuen VIP-Elemente zum Einsatz.


Das Qasaflex-Element im Detail: Die innere Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) mit dem weißen PUR-Randstreifen. Eine Abdeckung aus Edelholzfurnieren, OSB, Glas, Aluminium oder Edelstahl bildet die optisch fertige Oberfläche.

Steht eine Fassade unter Denkmalschutz, ist die Dämmung von außen meist tabu. Hier hilft eine Innendämmung weiter. Der Einbau üblicher Dämmpakete mit Stärken von bis zu 20 cm funktioniert zwar bei flächigen Wandabschnitten, an vielen Engstellen wie Fensterleibungen lauern jedoch Probleme: Normale Isolierungen wie Styropor oder Holzfaserdämmplatten müssten zu dick eingebaut werden, um den gewünschten Dämmeffekt zu erzielen. Zudem würden die in der Leibung verlaufenden Dämmpakete den Lichteinfall im Innenraum schmälern und die notwendigen solaren Energiegewinne reduzieren.

Qasaflex dämmt bei gleicher Stärke zehnmal besser

Enge Problemzonen können Architekten und Handwerker mit Qasaflex lösen. Die von Variotec entwickelte Spezialdämmung, mit Stärken ab 12 mm (U = 0,62 W/m²K) besteht aus einer Vakuum-Isolations-Paneele (VIP), die an zwei- oder vier Seiten von einer PUR-Kante umrahmt ist. Eine Abdeckung aus Edelholzfurnieren, OSB, Glas, Aluminium, Edelstahl oder anderen Materialien bildet die optisch fertige Oberfläche. Das Qasaflex-Dämmelement weist dabei mit λ = 0,004 W/mK eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit auf. Im Vergleich zu einer gleichstarken Styropor- oder Holzfaserdämmplatte dämmt das Element zehnmal besser - ein Vorteil, der vor allem an kritischen Stellen im Altbau Probleme löst.

Härtetest bei Sanierung einer Berliner Schule

Bei der Sanierung der freien integrativen Montessori-Grundschule in Berlin-Pankow kam Qasaflex in vielen Dach- und Innenbereichen zum Einsatz. Zwar durften die Planer die Geometrie der Fenster- und Dachaufbauten nicht verändern. Dennoch benötigten die Gauben des denkmalgeschützten Gebäudes eine Dämmung. Bei der Sanierung übernahm der Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung e.V. (BAKA) die baufachliche Betreuung. Zusammen mit dem Träger der Montessori-Schule, dem Karuna - Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not e.V., half der BAKA unter Vorsitz von Architekt Dipl.-Ing. Ulrich Zink, auch dabei, die notwendigen Finanzen für den Umbau zusammenzutragen. Neben dem RTL-Spendenmarathon brachte die finanzielle Förderung zahlreicher BAKA-Mitglieder das dringend benötigte Geld zusammen. Da die Summe jedoch für den Gesamtumbau nicht ausreichte, entschied man sich, erst einmal mit dem Innenausbau zu beginnen, um den Schulbetrieb ab September 2007 nicht zu gefährden. Die Sanierung der Fassaden und der Dachhaut sollen folgen, sobald mehr Geld vorhanden ist.

Das Modellprojekt wird von zahlreichen Forschungsvorhaben begleitet. Neben der "Holzwende 2020", die die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz fördern soll, hilft das Vorhaben "Handwerkerprofil-Plus" dabei, Handwerker nachhaltig zu qualifizieren.

7 statt 26 Liter Heizöl pro m²

Nach der Sanierung soll der Bau jährlich nicht mehr 26 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche und Jahr verbrauchen, sondern nur noch 7 Liter. Bei dem Umbau des Gebäudes kamen zahlreiche neue Produkte zum Einsatz, die auf der Fachmesse BAU 2007 in München bereits mit dem Preis "Produktinnovation Bauen im Bestand 2007" ausgezeichnet wurden, darunter auch die Vakuumdämmung Qasaflex von Variotec (siehe auch Beitrag "Produktinnovation Bauen im Bestand 2007" vom 23.1.2007).

Fertigung nach Aufmass

Die Neuentwicklung aus Neumarkt bot in Berlin die passende Lösung. Nachdem die Dampfbremsfolie das frisch gedämmte Dach von innen luftdicht abschloss, erfolgte der Einbau der maßgeschneiderten Elemente (Bild unten) - unter anderem in die Seitenwände und ins Dach der Gauben. Zusammen mit dem Variotec-Fensterwandsystem Windowboard (UW = 0,73 W/m²K, UP = 0,12 W/m²K) sehen die Gauben ihren Vorgängern nicht nur ähnlich, sondern erfüllen auch den Passivhausstandard. Variotec-Geschäftsführer Christof Stölzel erläutert: "Durch die gleichgroßen Gaubenfenster gelangt nun genau soviel Licht ins Dach, wie vorher, denn die dünnen Qasaflex-Elemente schmälern die Innenmaße der Gauben kaum. Der Platzgewinn bei Sanierungen mit VIP bzw. Qasa gegenüber einem konventionellen Dämmstoff liegt zwischen 70 und 90 Prozent." Teurer Innenraum steht damit für eine jahrzehntelange Nutzung - mit verhältnismäßig geringen Mehrkosten - günstiger zur Verfügung.


Da im Altbau nie ebene Untergründe vorherrschen, müssen Handwerker die Dämmung immer anpassen. VIP-Elemente lassen sich auf der Baustelle jedoch nicht einfach zuschneiden, denn das würde die Vakuumdämmung zerstören. Damit sich die VIP-Dämmung dennoch an die Geometrie im Altbau anpasst, muss der Handwerker zuerst ein Aufmass bzw. eine Schablone anfertigen. Aus diesen Vorgaben produziert Variotec Qasaflex. "Unsere maßgefertigten Qasaflex-Elemente passen nicht nur exakt in die geplanten Leibungsabschnitte, sondern der PUR-Randstreifen ermöglicht es dem Handwerker auch, die Dämmung an kleinste Unebenheiten anzupassen", erklärt Stölzel. Ein weiterer Vorteil: Sollte eine Verklebung der Qasaflex-Elemente mit dem Untergrund nicht möglich sein, lassen sich diese in den PUR-Randbereichen verschrauben.

Monitoring bringt neue Erkenntnisse

Das begleitende Monitoring in der Berliner Montessori-Schule, durchgeführt von Dr. Rudolf Plagge von der Technischen Universität Dresden, soll in den kommenden vier Jahren wichtige Erkenntnisse über die Temperatur- und Feuchteverlaufsentwicklung, vor allem im Bereich der Leibungen, liefern. Dabei werden die Wissenschaftler insbesondere auch die Vorgänge im anschließenden Mauerwerk auswerten. Damit der Schulumbau abgeschlossen werden kann, ist der Bauherr Karuna e.V. weiter auf Spenden angewiesen.

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