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Raumlufttechnik: Wenn zu viel Schimmel in der Luft liegt

(21.12.2007) Schimmelpilzsporen finden sich überall in der Innen- und Außenluft. Das ist normal und nicht von vornherein bedenklich. Kritisch wird es allerdings, wenn technische Anlagen, die eigentlich für ein besseres Innenraumklima sorgen sollen, die Pilzsporen aktiv ins Gebäude leiten und zu einer zu hohen Belastung führen. Zentrale Lüftungs-, Klimaanlagen und speziell Luft-Erdwärmetauscher können bei fehlerhafter Konstruktion oder ungenügender Wartung leicht zur gefährlichen Sporenschleuder werden und damit das Gesundheitsrisiko für Gebäudenutzer und Bewohner deutlich erhöhen. Eine Innenraumluftkontrolle durch ein unabhängiges Institut kann Sicherheit über die Art und Menge des Schimmelbefalls schaffen, eventuelle Ursachen erkennen und Maßnahmen zur dauerhaften Beseitigung der Kontamination aufzeigen.


kleiner, netter Schimmel-Cocktail in einer Petrischale (Fotos: DomoLytik)

Problemfeld RLT- und Klimaanlagen

Waren Klima- und Raumlufttechnische Anlagen (RLT) in der Vergangenheit fast nur in Büro- und öffentlichen Gebäuden oder im gewerblichen Bereich installiert, gehören sie seit knapp zwei Jahrzehnten im Zuge der Erderwärmung, des steigenden Wohnkomforts und energiegerechten Bauens verstärkt auch zur Ausstattung von Wohngebäuden. Allzu leicht wird allerdings die Wartung der Raumklima- und Lüftungssysteme, vor allem der mobilen Geräte, vernachlässigt - mit fatalen Folgen: Feuchtigkeit und Staubpartikel bilden einen idealen Nährboden für ein mikrobiologisches Kleinklima und treiben das Wachstum von Schimmelpilzen voran. Bei den zentralen Lüftungsanlagen sind besonders die Zuluftkanäle betroffen. Verstärkt werden kann das Problem dann dadurch, dass bei vielen Systemen zur Wärmerückgewinnung ein Teil der Abluft wieder der Zuluft zugeführt wird. Äußerst anfällig sind Anlagen mit Befeuchtungsfunktion. Bei Klimageräten kann die unsachgemäße Verlegung des Kondensatschlauchs, durch den bei Volllast durchaus über 20 Liter Wasser am Tag laufen können, ein ausgeprägtes Schimmelpilzproblem verursachen.

Spezialfall Luft-Erdwärmetauscher


Schimmel unterm Mikroskop

Erdwärmetauscher werden vor allem in den Lüftungsanlagen von Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern eingesetzt. Sie machen sich die Temperaturdifferenz von Erdreich und Außentemperatur zunutze. Während sie im Winter die Frischluft (Zuluft) im Erdreich aufwärmen, wird sie im Sommer dort abgekühlt. Sind hier Planungs- und Ausführungsfehler vorhanden, etwa kein ausreichendes Gefälle zum Kondensatabfluss, ist Gefahr im Verzug und Schimmelbefall droht. Weiteres Ergebnis fehlerhafter Ausführung mit den gleichen unliebsamen Folgen sind in diesem Zusammenhang Bodensenkungen ("Siphons") mit stehendem Wasser. Die Problemzonen bilden sich im Frühjahr, wenn an den Wänden des Wärmetauschers Tauwasser auftritt, besonders aber im Sommer, wenn sich die Luftfeuchtigkeit aus der wärmeren Außenluft an den kühleren Rohrleitungen absetzt. Eine Gefahrenquelle stellen darüber hinaus die Filter am Eintritt des Wärmetauschers dar. Generell darf der Wartungsbedarf der Anlagen nicht vergessen werden. Werden Filter und Geräte nicht regelmäßig ausgetauscht bzw. gereinigt, ist mikrobielle Verkeimung und Schimmelbefall nur eine Frage der Zeit (Querverweis "Wie ein Lüftungsgerät von Erdwärme profitiert" von 21.12.2007).

Maßnahmen bei Schimmelbefall oder dem Verdacht

Schimmelpilze sind die mit Abstand häufigsten Innenraumschadstoffe, bei denen massive Gesundheitsgefahren drohen. Das Ausmaß der Gefahr kann jedoch nur ein Fachmann - oft erst im Labor - erkennen. Er wird nach eingehender Analyse des Schadensbildes vordringlich die folgenden Fragen beantworten: Welche Ursachen hat die den Schimmelpilzbefall auslösende Feuchtigkeit? Besteht eine Gesundheitsgefährdung (Sanierungsdringlichkeit)? Wie groß ist der Schaden (Sanierungsumfang)? Welche Schutzmaßnahmen müssen bei der Sanierung beachtet werden? Erster Schritt bei der Überprüfung von RLT-, Klimaanlagen und Erdwärmetauscher ist eine Inspektion der Anlage. Neben einer Messung der Zuluft (Luftprobe) werden Wischproben an unterschiedlichen Stellen genommen. DomoLytik gibt neben der Begutachtung und Ursachenanalyse auch eine Sanierungsempfehlung  und überwacht die konkreten Sanierungsmaßnahmen. Außerdem führt das Düsseldorfer Institut vorbeugende Kontrolluntersuchungen durch - denn Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht.

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