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Statisch belastbares Wandlager "Tromur" reduziert Schall-Längsleitung

(11.1.2008; Deubau-Bericht) Tromur - so heißt das neue elastische Wandlager von Schöck, mit dem sich tragende Außenwände schalltechnisch entkoppeln lassen. Die Schallschutz- und Tragwerks-Spezialisten präsentierten zur Deubau 2008 erstmals das Bauteil aus verdichtetem Gummigranulat. Zwischen Bodenplatte bzw. Geschoßdecke und Wand verlegt, kann es die Schall-Längsleitung von Außenwänden im sprachrelevanten Frequenzbereich um bis zu 8 Dezibel verringern (und ganz nebenbei als horizontale Sperrschicht dienen). Selbst die Anforderungen an den erhöhten Schallschutz sollen auch bei leichten Mauerwerksarten durch Tromur eingehalten werden können.


Tromur-Anschaungsmodell auf dem Unipor/Schoeck-Messestand

"Die Gummigranulate besitzen eine einzigartige Struktur, welche die Schallübertragung wirksam reduziert", erklärt Marketing-Direktor Sven Ustrabowski von Schöck. Zugleich ist Tromur statisch dauerbelastbar, verformungsfest und beständig. Auch ökologisch kann das neue Material punkten, denn bei der Herstellung wird recycletes Altgummi eingesetzt, das später ebenfalls wiederverwendet werden kann.

Der Schallschutz von Gebäuden lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise positiv (und negativ) beeinflussen: Die Masse der verwendeten Baustoffe, konstruktive Details und ihre handwerkliche Umsetzung, Raumanordnungen und viele weitere Aspekte haben nach der Fertigstellung des Gebäudes einen Einfluss auf die Übertragung von Schallwellen von Raum zu Raum und damit auch auf das Wohlbefinden der Bewohner. Daher sollte bereits in der Planungsphase von Gebäuden auf den Schallschutz geachtet werden. Häufig geht eine Optimierung des Schallschutzes jedoch mit einer Verschlechterung anderer gewünschter Gebäudeeigenschaften einher.

Die Schöck Bauteile GmbH bietet nun ein Bauteil an, das die Schall-Längsleitung von tragenden Außenwänden verringert, ohne dass das angrenzende Mauerwerk in seinen Eigenschaften beeinflusst wird. Das Wandlager "Tromur" entkoppelt die tragenden Außenwände und kann somit die Schallübertragung vermindern. Möglich macht dies das speziell entwickelte Gummigranulat, aus dem Tromur besteht: Es wirkt als "akustische Feder" und reduziert damit die Schall-Längsleitung deutlich.

Schallübertragung über flankierende Außenbauteile

Der Schall überträgt sich von Raum zu Raum über trennende, aber auch über die flankierenden Bauteile. Die Stelle, an der der Schall von einem Bauteil auf das andere übertragen wird, ist die so genannte Stoßstelle. Sie tritt beispielsweise dort auf, wo die Deckenplatte auf die obere und untere Wand stößt. Die Stoßstelle ist für die Schalldämmung in Gebäuden eine entscheidende Größe. Ihre Eigenschaften bestimmen letztlich die resultierende Schalldämmung zusammengesetzter Bauteile am Bau mit. So kennt man zum Beispiel die Schallübertragung über die Außenwand an die Decke und dann in den darunter liegenden Raum.

Die Schallwellen treffen auf die angrenzenden Bauteile des Raums, die diese über das gesamte Gebäude weitergeben. Um die Schallübertragung an den Stoßstellen wirksam zu unterbinden, müssen Wände schalltechnisch entkoppelt werden. Zu beachten ist an dieser Stelle jedoch, dass ein Entkoppelungs-Bauteil eingesetzt werden muss, welches die Statik des Gebäudes nicht negativ beeinflusst und auch die positiven Eigenschaften der angrenzenden Baustoffe nicht mindert. Damit ist die "Spielwiese" von Tromur gut umrissen:

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Grafik aus dem Beitrag "Schallschutz: unverzichtbar im Mehrfamilienhausbau" vom 26.7.2006; Quelle: Ziegel Zentrum Süd e.V.

Sinnvolle Ergänzung zum Mauerwerk

Tromur hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit und kann auch bedenkenlos bei hoch wärmedämmenden Mauerwerken eingesetzt werden. Darüber hinaus bietet Tromur eine hohe statische Stabilität und damit bauliche Sicherheit. Durch die Struktur und Beschaffenheit des Gummigranulats wird die Schallübertragung wirksam reduziert. Tromur empfiehlt sich daher insbesondere für den Einsatz in mehrgeschossigen Bauten sowie in Doppel- und Reihenhäusern. Es wurde speziell entwickelt für leichte Mauerwerksteine mit sehr guter Wärmedämmung, die dadurch gewisse Schwächen im Schallschutz aufweisen.

Mit dem neuen Wandentkoppelungs-Bauteil lassen sich - je nach Fall - sogar die Anforderungen an den erhöhten Schallschutz erfüllen. Dies bestätigen die bauakustischen Messungen des Ingenieurbüros Kurz und Fischer aus Winnenden bei Stuttgart. Dabei wird die Schall-Längsleitung am mit Leichtputz verputzten Außenmauerwerk um 3 Dezibel reduziert. Tromur selbst bietet eine Verbesserung um bis zu 8 Dezibel im sprachrelevanten Bereich.

Einfache Verarbeitung

Tromur wurde bereits in mehr als 50 Testgebäuden eingesetzt und überzeugte dort laut Unipor durch seine einfache und zügige Verarbeitung. Die Unipor-Ziegel-Gruppe begleitete das Projekt als Kooperationspartner und zeigte sich mit der Wirksamkeit und dem Einsatz des Bauteils sehr zufrieden. "Mit einem geringen Mehraufwand lassen sich deutliche Verbesserungen beim Schallschutz erzielen", erklärt Dr. Thomas Fehlhaber, Geschäftsführer der Unipor-Ziegel-Gruppe. Tromur ist für alle gängigen Mauerwerksbreiten (plus 2 cm für den Innenputz) erhältlich und wird als Wandlager zwischen Bodenplatte bzw. Geschoßdecke und Mauerwerk verlegt; dabei kann Tromur auch als horizontale Sperrschicht fungieren. Schöck empfiehlt abschließend den Einsatz des Anlegemörtels Maxit mur 935, der durch die schnelle Aushärtung eine besonders schnelle Verarbeitung ermöglichen soll.

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