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Wenn ein Urinal Architec heißt

(12.3.2008; SHK-Bericht) Häufig werden Urinale als "sanitäre Stiefkinder" bezeichnet. Dass es auch anders geht, will eine neue Generation von Urinalen aufzeigen, die Designer und Architekt Frank Huster für Duravit entworfen hat. Damit bekommt die beliebte Serie Architec neue Protagonisten. Zeit also, umzudenken und dieser ungeliebten Produktkategorie einmal die Hauptrolle zuzuweisen.

Design und Funktion Hand in Hand

Ein rechteckiges keramisches Wandobjekt bildet die Basis für Husters Entwurf, aus dessen Mitte sich der eigentliche Urinalkörper herausformt. Dort arbeitete der Designer erneut mit klarer Geometrie: das Urinal zeigt sich dem Benutzer in reiner Kreisform. Die Strenge der Linien lockerte er schließlich durch eine leichte Taillierung der Rückwand auf und kombinierte sie mit einer schwachen Ausladung nach vorne. Das Urinal gewinnt dadurch an Leichtigkeit und Eleganz im Erscheinungsbild. Diese eigenwillige Designsprache von Frank Huster bildet nicht nur einen Kontrapunkt zu klassischen Urinalformen, sondern hat auch handfeste Vorzüge bei der Montage: Die Schnabelhöhe des Urinals liegt wie gewohnt bei bequemen 70 cm über dem fertigen Fußboden. Doch die Rückwand des Urinals reicht mit einem großzügigen Maß von 38 x 66,5 cm ein gutes Stück weiter - und macht es dadurch möglich, das Urinal auch dort zu platzieren, wo Vorgänger fertige Abläufe, Zuläufe oder Bohrlöcher in der Wand hinterlassen haben.

Diese Spuren variieren stark und können in punkto Ablaufhöhe von 32 bis 43 cm gehen. Bei der Zulaufhöhe reichen sie von 77,5 bis zu 93,5 cm. Doch gerade in diesen Situationen beweist die Serie wahre "Größe": Im Urinal-Rückraum ist ausreichend Platz für einen Anschluss mit einem flexiblen Schlauch. Gleichzeitig verbirgt die Keramik die alten Spuren hinter einer hygienischen, weißen Fassade. Ob mit moderner Spüldüse oder klassischem Spülrand, ob mit Zulauf von hinten oder Zulauf von oben - bei Renovierung und Modernisierung erweist sich das Urinal als echtes Multitalent.


... mit Spüldüse

... mit Spülrand

Hinter der Fassade des Urinals ist noch Raum für mehr - nämlich eine elektronische Steuerung, die moderne Sensortechnik mit sparsamer Spültechnik verbindet. Der interne Sensor wurde speziell für Architec entwickelt - nach der Vorgabe, nicht den Benutzer, sondern die Benutzung selbst zu dechiffrieren. Dafür misst der Sensor mehrere Parameter. Durch die Kombination erkennt er Veränderungen im Siphon und löst automatisch den Spülvorgang aus. Dabei können drei unterschiedliche Spülprogramme eingestellt werden:

  • Das Standardprogramm ist mit einer Spülung von drei Litern nach jeder Benutzung besonders für den halböffentlichen Bereich geeignet.
  • Dagegen wechselt Programm zwei automatisch zwischen einer Hauptspülung mit drei Litern und einer reduzierten Spülung mit nur einem Liter. Eine Einstellung, die sich besonders an Orten bezahlt macht, wo die Frequenz wie z.B. in Restaurants nach Tageszeit variiert.
  • Für beispielsweise Fußballstadien, wo die Benutzung schlagartig in die Höhe schnellt, ist das so genannte Eco-Programm gedacht. In diesem Fall löst der Sensor nur alle 15 Minuten eine Hauptspülung aus.

Die Anwahl der Programme erfolgt mit Hilfe eines mitgelieferten Magnetschlüssel durch einen Sensor seitlich am Urinal; die Einstellung wird akustisch quittiert. Mit Blick auf eine optimale Reinigung sind übrigens drei weitere Spülsituationen per Magnet aktivierbar:

  • Variante eins veranlasst einen Spülstopp von 5 Minuten.
  • Als zweite Option steht eine manuelle Spülung auf dem Programm und
  • für die Anwendung eines Urinsteinlösers bietet das System drittens eine Intervallspülung.

Auch bei Problemfällen reagiert die Steuerung selbständig: Ist der Wasserstand im Siphon zu niedrig, wird er automatisch aufgefüllt, um unangenehme Gerüche zu vermeiden. Im Falle einer Verstopfung stoppt die Spülung und verhindert mögliches Überlaufen.

Vandalensichere Verstecke

Der Betrieb der elektronischen Steuerung erfolgt entweder mit Batterien oder über Netz, und in beiden Fällen ist die Technik im Inneren der keramischen Rückwand vor Vandalismus geschützt. Für Wartungsarbeiten wie z.B. das Wechseln der Batterien ist nur eine Öffnung an der Unterseite frei gelassen, die erst beim Gang in die Hocke sichtbar wird. Zum Austausch des Siphons sind solche Verrenkungen dagegen gar nicht nötig, geschweige denn die Demontage der Keramik:


In keinem Fall muss das Urinal mehr von der Wand gelöst werden, so dass auch aufgeschnittene oder fehlende Silikonfugen Geschichte sind. Der kleine, kompakte Siphon liegt im Inneren des Beckens und wird einfach herausgezogen. Das wissen aber nur Eingeweihte. Denn sowohl Siphon als auch der Wasserspiegel sind unter einer keramischen Abdeckhaube verborgen. So ist das Urinal nicht nur sicher, sondern auch sauber und schön. Frank Huster: "Wir hatten viele technische Einflüsse, die wir bei der Gestaltung unter einen Hut bringen mussten. Das Resultat ist eine wahre Talentsammlung - eine gelungene Symbiose aus Form, Funktion, Technik und Innovation."

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