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Dokumentation über Aufstockung in Stahl-Leichtbauweise

  • Finanzierung der Sanierung durch Nachverdichtung
  • Dokumentation 597 des Stahl-Informations-Zentrums verfügbar

(17.3.2008) In Deutschland gibt es einen großen Bestand an älteren Wohngebäuden, die einer Grundsanierung bedürfen. Das Beispiel von drei mehrgeschossigen Zeilenbauten in Frankfurt-Praunheim zeigt, wie sich die Modernisierung zusammen mit einer Aufstockung wirtschaftlich in Stahl-Leichtbauweise realisieren lässt:


Seit ihrer Erbauung in den sechziger Jahre nur punktuell erneuert, zeigten die drei Bestandsgebäude der Industria GmbH zuletzt erhebliche funktionale und gestalterische Mängel. Die Eigentümerin entschloss sich, die anstehende Sanierung mit einer Nachverdichtung zu verbinden. Durch die Vermarktung der neu gewonnenen Wohnfläche konnte ein Großteil der Baukosten refinanziert werden.

Um die großzügigen Freiflächen des Ensembles nicht zu zerstückeln, entschied man sich, neuen Wohnraum vor allem durch Aufstockung auf die vorhandenen Gebäuden zu erzielen. Als bungalowartige Häuser auf den Häusern entstanden auf diese Weise zwölf Penthouse-Wohnungen mit insgesamt 1350 Quadratmetern Wohnfläche und großzügigen Loggien. Diese Lösung brachte gleich mehrere Vorteile: Durch die zusätzlichen Wohneinheiten wird die technische Infrastruktur der vorhandenen Gebäude wirtschaftlicher genutzt. Die Rhythmisierung der Gebäude durch Vor- und Rücksprünge der neuen Staffelgeschosse gibt den vormals uniformen Wohnzeilen architektonisch ein vollkommen neues Gesicht.

Bei der Untersuchung der Bausubstanz stellte sich heraus, dass sie nicht die notwendige Tragfähigkeit für eine Aufstockung in konventioneller Bauweise besaß. Das Gewicht der jeweils aufzustockenden Etage musste also so gering wie möglich ausfallen. Daher entschlossen sich die Tragwerksplaner der T|S|B Ingenieurgesellschaft aus Darmstadt, diese in Stahl-Leichtbauweise zu errichten. Kaltgeformte Stahlprofile bildeten das konstruktive Gerüst, das später mit Holzwerkstoff- und Gipskartonplatten geschlossen wurde. Diese Kombination erlaubt eine größtmögliche Stabilität bei minimalem Gewicht.

Die verwendeten Stahlprofile ähneln jenen, die im Innenausbau Verwendung finden. Die als tragende Ständer und Deckenelemente eingesetzten U- und C-Profile haben nur 1,5 bis 2 mm Blechstärke.

Sobald die Grundrisse der geplanten Aufstockung feststanden, ging es an die Produktion der Wandelemente. Die darauf spezialisierten Unternehmen fertigten bis zu acht Meter lange Wandelemente in der Werkstatt vor.

Mit Hilfe eines Autokrans gelangten die Wandelemente auf die Dachflächen. Aufgrund ihres geringen Gewichts war es möglich, sie auf die bestehende Attika aufzusetzen und auf dieser zu verankern. Dieses rationelle Montageverfahren erlaubte es, den Rohbau für vier Dachwohnungen innerhalb einer Woche abzuschließen. Damit ließen sich die Lärm- und Schmutzbelästigung für die im Gebäude verbliebenen Bewohner minimieren.


Anschließend wurde die konstruktive Basis an ihrer Außenseite durch ein Wärmedämmverbundsystem ergänzt. Die integrierte mineralische Dämmung von Wand und Decke in der Ebene der Tragkonstruktion sowie die zusätzliche Außendämmung erbringen einen hervorragenden U-Wert von 0,15 bis 0,20 W/m²K. Damit übertreffen die energetischen Eigenschaften der Konstruktion sogar den aktuellen Niedrigenergiestandard. Die Decke der neuen Geschosse ruht auf Weitspannträgern. Im Verbund mit den tragenden Außenwänden erlauben diese Bauteile eine großzügige, loftartige Gestaltung der Grundrisse entsprechend den Wünschen der neuen Bewohner. Diese Flexibilität erwies sich bei der Vermarktung der Wohnungen mit Taunusblick als echter Pluspunkt.

Einzelexemplare der Dokumentation 597 können kostenlos bestellt werden beim Stahl-Informations-Zentrum - per E-Mail an siz@stahl-info.de. Auf der Internetseite stahl-info.de/schriftenverzeichnis besteht außerdem die Möglichkeit, die Dokumentation als PDF-Datei herunterzuladen.

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