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Branchenstrukturanalyse der Fenster- und Fassadenhersteller

  • Zahl der Betriebe sinkt auf 7.200
  • 100.000 Beschäftigte im Fenster- und Haustürenbau erwirtschaften 8,5 Milliarden Euro Umsatz

(5.4.2008; fensterbau/frontale-Bericht) Mit Fenstern, Haustüren und Zusatzprodukten wie Wintergärten wurden im Jahr 2007 8,5 Milliarden Euro umgesetzt. Die baunahe Branche beschäftigt 100.000 Mitarbeiter in 7.200 überwiegend kleinen und mittleren Betrieben. Dies ergab eine aktuelle Studie im Auftrag des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. (VFF). Infolge der Baukrise haben demnach in den letzten fünf Jahren weitere 1.000 Betriebe aufgegeben. 97 Prozent der Fensterbauer beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter in der Produktion und stellen damit 59 Prozent aller Beschäftigen der Branche. Allein die 30 größten Unternehmen erwirtschafteten rund 20 Prozent des Branchenumsatzes. Ihre Kapazitätsauslastung liegt über dem Branchenschnitt von 72 Prozent. Bei den Betrieben geht der Trend zur Produktionsvielfalt. Viele Unternehmen ergänzen ihre Produktion um zugekaufte Fenster und Haustüren anderer Rahmenmaterialien. Häufig werden auch Produkte wie Wintergärten oder Rollläden zugekauft.


Für die Strukturanalyse werteten Prof. Dr. Dirk Hass und sein Institut an der Hochschule Heilbronn die Daten von 750 Unternehmen aus. 2007 wurden danach 12,4 Millionen Fenstereinheiten*) sowie mehr als 1,1 Millionen Haustüren produziert.

  • Der Nettoumsatz der Branche betrug einschließlich aller zusätzlichen Produkte 8,5 Milliarden Euro.
  • Der Anteil des Fenster- und Fassadenbaus am Gesamtumsatz lag bei 4,4 Milliarden Euro,
  • der Anteil der Haustürenhersteller bei 1,3 Milliarden Euro.

30.000 Beschäftigte sind in der Produktion von Fenstern und 8.700 in der Haustürenproduktion beschäftigt. Einschließlich Vertriebs- und Verwaltungsmitarbeitern beschäftigen Fenster- und Haustürenhersteller rund 53.000 Mitarbeiter. 47.000 Mitarbeiter sind im Bereich Fassade, Wintergärten, Rollläden und Innenausbau sowie anderer Zusatzprodukte tätig.

Seit der letzten Umfrage im Jahr 2002 ist die Branche von 8.200 produzierenden Unternehmen auf 7.200 geschrumpft. Im Fenster- und Haustürenbau bestimmen immer noch kleine und mittlere Unternehmen das Bild. 96,9 Prozent der Fensterbauer beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter in der Produktion, 78,2 Prozent sogar nur 1 bis 4 Mitarbeiter. Der Anteil der größeren Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern beträgt dagegen nur 0,3 Prozent. Das sind insgesamt 20 Unternehmen. Nur 9 Betriebe zählen mehr als 150 produzierende Mitarbeiter. Unter dem Aspekt der Produktionszahlen kehrt sich das Bild tendenziell um. Denn die 30 größten Unternehmen, also 0,4 Prozent der Branchenunternehmen, erzielen allein rund 20 Prozent des Branchenumsatzes.

2007 wurden 12,48 Millionen Fenstereinheiten bei einer Kapazität von 17,3 Millionen Fenstereinheiten produziert. Der Kapazitätsrückgang seit 1995 beträgt circa 35 Prozent. Die 900 größten Unternehmen verfügen über 80 Prozent der Kapazitäten in der Branche, die 6.000 kleineren und kleinsten Unternehmen dagegen nur über 20 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Betriebe betrug 2007 durchschnittlich 72,3 Prozent, wobei die Auslastung größerer Betriebe besser war als die der kleinen. Für die Haustürenbranche ergeben sich praktisch in allen Bereichen entsprechende Strukturen wie bei den Fenster- und Fassadenherstellern.

Von den Unternehmen, die sich an der Studie beteiligten, ordneten sich ...

  • 46,8 Prozent als Tischler oder Schreiner ein,
  • 39,4 Prozent als Fensterbauer und
  • 11,6 Prozent als Metallbauer.

Der hohe Anteil der Tischler, Schreiner und Metallbauer erklärt sich aus der überwiegenden Zahl der Klein- und Kleinstbetriebe. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und den verwendeten Materialien. So dominiert im Produktionsprogramm der kleinen Unternehmen mit bis 4 Mitarbeitern der Werkstoff Holz, den fast zwei Drittel von ihnen verwenden.

  • 56 Prozent der Fensterbauer stellen Holzfenster her.
  • 34 Prozent produzieren Kunststofffenster.
  • Mehr als 31 Prozent fertigen Holz-Metall-Fenster und
  • 8,5 Prozent Kunststoff-Metall-Fenster.
  • Stahlfenster, die praktisch nur im Fassadenbau eingesetzt werden, werden von 4,9 Prozent aller Fensterbauer hergestellt.

43 Prozent der Unternehmen sind "materialtreu", konzentrieren sich also nur auf ein Rahmenmaterial. 19,6 Prozent der Unternehmen verarbeiten ausschließlich Holz. 15,3 Prozent der Betriebe haben sich auf Kunststofffenster und 7,2 Prozent auf Fenster aus Aluminium spezialisiert. 1993 lag die Materialtreue noch bei 57 Prozent und fiel dann bis 2002 auf 49 Prozent. Damit hat sich der Trend zur Produktionsvielfalt fortgesetzt.

Bei der ergänzenden Produktion der Fenster- und Haustürenbauer stehen Wintergärten an erster Stelle. Es folgt der Innenausbau mit Innentüren und Treppen. Fassaden sowie Rollläden und Markisen bilden weitere Schwerpunkte im Zusatzgeschäft.

"Erstmals seit 2002 können wir wieder verlässliche Zahlen zur Struktur der Fenster-, Fassaden- und Haustürenbranche in Deutschland präsentieren", erklärte Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster und Fassadenhersteller auf der Nürnberger Branchenleitmesse fensterbau/frontale 2008. Bernhard Helbing, Geschäftsführer der thüringischen TMP Fenster + Türen GmbH und Präsident des VFF, ergänzte: "Die Analyse zeigt auch, dass wir im letzten Jahr eine durchschnittliche Teuerung bei den Herstellungskosten von 4,5 Prozent verkraften mussten, während sich die Abgabepreise nur um 1,5 Prozent erhöhten."

Unter Rückgriff auf die Kundendatenbanken großer Zulieferer konnte die gesamte Branche in die Studie einbezogen werden. Dazu zählen Gelegenheitsfensterbauer, kleinere und mittlere Fensterbaubetriebe sowie die Großen der Branche. "Mit einer Beteiligung von 750 Unternehmen steht die Untersuchung auf einem soliden empirischen Fundament", resümierte Prof. Dr. Hass. "Zu den wichtigsten Parametern der Umfrage zählen Betriebsgröße, Umsatz, Kapazität, Zahl der Beschäftigten sowie die verwendeten Rahmenmaterialien. Die Analyse liefert damit praktisch das strukturelle Fundament zu den alljährlich erhobenen Fenstermarktzahlen."

Die Branchenanalyse erfasst noch eine Reihe weiterer Aspekte wie die Vertriebsgebiete der Hersteller, den Stellenwert der Montage, die aktuelle Anpassung von Personal- und Maschinenkapazitäten sowie die Kostenentwicklung. VFF-Mitglieder erhalten eine CD mit der kompletten Analyse kostenlos. Per E-Mail an vff@window.de kann die CD ansonsten beim Verband der Fenster- und Fassadenhersteller zum Preis von 490 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkosten bestellt werden.

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*)  Eine Fenstereinheit entspricht 1,69 Quadratmetern

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