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Kicker auf dem Rasen, Ökostrom auf dem Dach

(23.5.2008) Das "Stade de Suisse" in Bern ist eine von vier Schweizer Spielstätten der Fußball EM 2008. Auf seinem stählernen Dach trägt es das größte Solarkraftwerk der Schweiz.


Zu den vier EM-Spielstätten in der Schweiz zählt neben dem kürzlich fertig gestellten "Letzigrund-Stadion" in Zürich auch das "Stade de Suisse" in Bern, in Deutschland besser bekannt unter seinem alten Namen "Wankdorfstadion". Hier fand 1954 das legendäre Weltmeisterschafts-Endspiel Deutschland-Ungarn statt - siehe auch Bing-Maps und/oder Google-Maps.

Das neu erbaute Stadion ist mit seinen 32.000 Plätzen nicht nur einer der ehrgeizigsten helvetischen Sportbauten der letzten Jahre, es hat zudem eine erstaunliche technische Besonderheit zu bieten: Während unten die Arena von den Sprechchören der Fans vibriert, arbeitet hoch über ihnen so lautlos wie effizient eine Photovoltaikanlage von enormen Ausmaßen: Rund 8.000 Solarmodule aus kristallinem Silizium montierte die Berner BKW Energie AG bis zum Sommer 2007 auf die Tribünendächer - das größte Solardach der Schweiz und das weltgrößte stadionintegrierte Sonnenkraftwerk. Die zunächst auf 800.000 Kilowattstunden (kWh) ausgelegte Anlage erzeugt nach ihrer jüngsten Erweiterung rund 1,3 Millionen kWh Strom pro Jahr - genug Energie, um 350 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen.


Stahl fand an dieser Sportarena in ganz unterschiedlicher Form Anwendung: So wirtschaftlich wie die Bedachung mit Trapezprofilblechen, so ebenmäßig ist die aus Stahlkassetten zusammengesetzte Unterseite des Dachs. Deren glatte, leicht reflektierende Oberfläche entsprach einer Idee der Arbeitsgemeinschaft Luscher/Schwaar & Rebmann, das Stadiondach in der Form eines großen Flugzeugflügels zu gestalten. Damit es auf dem Spielfeld keine harten Schatten wirft, deckte man seinen Innenrand auf acht Metern Breite mit lichtdurchlässigen Polycarbonatplatten ab. Den weitaus überwiegenden Teil des 23.000 Quadratmeter großen Dachs führten die Architekten mit Trapezprofilen aus, die sie auf eine Primärtragkonstruktion aus Stahlrohrstützen und Fachwerkträgern montieren ließen. Das Rückgrat dieses tragenden Gerüsts bilden 40 bis zu 29 Meter weit auskragende Hauptträger.

Die leichten Bauelemente harmonieren nicht nur mit den Kunststoffplatten der Dachränder, sie eignen sich auch bestens als Unterkonstruktion für die Photovoltaikmodule. Die auf den Obergurten der Trapezprofile aufgeschraubten Halterungsprofile erfüllen dabei eine doppelte Funktion: Zum einen lassen sich die Module mit wenigen Handgriffen lückenlos in diese Profile einspannen. Zum anderen bilden die in rund einem Meter Abstand montierten Halterungen die Fahrschienen für die so genannte "Solardraisine", die man eigens für diese außergewöhnlich große Solaranlage entwickelte. Mit dem handbetriebenen Fahrgerät können die Techniker zügig zu jedem Punkt der Anlage gelangen, ohne die Solarpaneele zu betreten. Der für Photovoltaikmodule erforderliche Überhitzungsschutz ergibt sich wie von selbst durch die trapezförmige Struktur der Dachkonstruktion. Für die gestalterisch gelungene Integration der Photovoltaikmodule in die Dachhaut des Stadions wurden Architekten und Bauherren bereits 2005 mit dem Europäischen Solarpreis ausgezeichnet.

Das Dach und die aufgesetzte Photovoltaikanlage sind zusammen immer noch so leicht, dass trotz der großen Spannweiten für das Stahl-Fachwerk relativ leichte Trägerprofile verwendet werden konnten.

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