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Fassaden zur BAU 2009

(10.6.2008) Die Gebäudehülle ist die "Haut" eines Gebäudes. Sie bestimmt nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern nimmt auch Einfluss auf wesentliche Funktionen wie Energiehaushalt, Raumklima, Komfort und Sicherheit. Folgerichtig nehmen Fassaden, Fassadensysteme und die dazu gehörenden Bauelemente und Bausysteme auch auf der BAU 2009 einen breiten Raum ein. Den neuesten Entwicklungen und Produkten in den Bereichen Glas und Glas-Architektur ist eine eigene Halle (C2) gewidmet.

Moderne Fenster, Fassaden und Verglasungen sind im besten Sinne des Wortes multifunktional. Als zentrale Elemente der Gebäudehülle übernehmen sie eine Vielzahl von Funktionen. Moderne Fassaden sind intelligent und korrespondieren mit der Haustechnik, so dass Heizung, Lüftung und Klimaanlagen bedarfsgerecht gesteuert werden und dazu beitragen, Energie noch effizienter zu nutzen. Zudem können damit auch Komfort und Behaglichkeit sowie die Sicherheit eines Gebäudes verbessert werden (siehe auch Beitrag "Außenhülle mit inneren Werten: Fassaden mit Funktionen" vom 8.6.2007). Auf der BAU 2009 sollen deshalb folgende Themen im Vordergrund stehen:

Energieeffizienz / Wärmedämmung

Wesentlichen Einfluss auf den Energiehaushalt eines Gebäudes nimmt die Wärmedämmung, Gradmesser hierfür ist der U-Wert (Wärmedurchlasskoeffizient). Ziel von Fenster- und Fassadensystemen ist es deshalb, deren Wärme dämmenden Eigenschaften zu verbessern, beispielsweise durch bessere Isolierverglasungen. Auch Fensterprofile haben noch Optimierungspotentiale, etwa durch den Einsatz neuer Materialien und Beschichtungen mit geringer Wärmeleitfähigkeit oder durch thermisch optimierte Konstruktionen (siehe auch Beitrag "Vom Blitzeinschlag zum Hightech-Fenster" vom 31.3.2008). Die Energieeinsparverordnung (EnEV) sieht bei der baulichen Sanierung von Gebäuden derzeit einen U-Wert von Fenstern von 1,7 W/(m²/K) vor. Die weitere Verschärfung der EnEV auf voraussichtlich 0,9 W/(m²/K) wird eine Weiterentwicklung der Rahmen- und Profilkonstruktionen notwendig machen. (kleiner Querverweis: Warum beschlagen dreifach verglaste Fenster? Und zwar außen!)


Sonnenschutz und Lichtlenkung

Sonnenschutz und Lichtlenkung spielen generell bei der Planung von Gebäuden eine zentrale Rolle, insbesondere bei Fenstern und Glasfassaden. Die Überhitzung des Gebäudes muss verhindert, Energieaufwendungen für die Kühlung müssen minimiert werden. Hersteller arbeiten an flexiblen Systemen, die auf tages- und jahreszeitliche Einflüsse reagieren und so Einsparpotentiale optimal nutzen. Innovative Lösungen, die bereits zur Verfügung stehen und auf der BAU 2009 präsentiert werden, sind beispielsweise verbesserte außen liegende Sonnenschutzsysteme aus Glas, Metall, Holz oder Textilien, Sonnenschutzeinrichtungen im Scheibenzwischenraum, Lichtlenk- und Blendschutzelemente, Lichtstreuende Verglasungen sowie elektrochrome und gasochrome Verglasungen. (Bild rechts aus dem Beitrag "Nutzung von Tageslicht in Gebäuden" vom 28.4.2008.)

Lüftung

Nicht nur eine effektive Wärmedämmung sorgt für ein behagliches Raumklima,  auch die Qualität der Luft spielt eine entscheidende Rolle. Wohnräume müssen aus gesundheitlichen und bauphysikalischen Gründen belüftet werden. Eine regelmäßige Belüftung verhindert das Entstehen einer zu hohen Raumluftfeuchte mit anschließender Schimmelpilzbildung. Damit die Luft bedarfsgerecht und damit energieeffizient ausgetauscht wird, bieten Hersteller u.a. Lüftungssysteme mit automatischer Steuerung an. (zur Erinnerung: Rechtsgutachten zu Haftungsrisiken bei Wohnräumen ohne Lüftungsanlagen ist fertig.)

Sicherheit

In Zeiten, da das Sicherheitsbedürfnis in aller Welt zunimmt, müssen multifunktionelle Fassaden und Fassadensysteme auch Anforderungen wie Brand-, Rauch-, Schall- und Einbruchschutz erfüllen. Dies gilt für den Industrie- und Objektbau ebenso wie für den Wohnungsbau. Entsprechende Bauelemente, spezielle Beschläge und Sicherheitsgläser finden deshalb nicht nur im Objektbau eine immer größere Verbreitung. (siehe z.B. Beitrag "Sicherheitsgläser Durchwurf- bis Durchschuss-hemmend" vom 19.2.2008.)

Elektronik und Automatisierung

Die Automatisierung von Bauelementen schreitet immer weiter voran - ein Trend, der auch auf der BAU 2009 zu sehen sein wird. Die Elektronik eröffnet neue Möglichkeiten, ein Gebäude bedarfsgerecht und energieeffizient zu steuern. Das Fenster und der Sonnenschutz übernehmen als steuerbare Elemente dabei eine zentrale Rolle. Neben der Energieeinsparung bieten automatisierte Bauteile auch Vorteile für Bedienkomfort, Sicherheit und Barrierefreiheit.


Bild aus dem Beitrag "Sonnen- und Hitzschutz mit linear angetriebenen Glaslamellen" vom 20.9.2007

Glasfassaden

Der Trend zur gläsernen Architektur ist im Objekt- und Wirtschaftsbau ungebrochen. Die Gründe liegen auf der Hand. Glas steht für spektakuläre Architektur mit intelligenter Gebäudetechnik. Glasfassaden sind als dominierendes Element von Unternehmenszentralen nicht nur Funktions-, sondern auch Imageträger. Die Botschaft lautet: Seht her, wir sind transparent und aufgeschlossen, wir haben nichts zu verbergen. Die andere Seite ist: Der Sinn und Zweck von Glas als prägendes Fassadenelement wird, nicht nur in der Fachpresse, zunehmend hinterfragt, vor allem seit die Diskussion um Energieeffizienz und Klimaschutz eine unaufhaltsame Eigendynamik bekommen hat. Die Frage lautet: Führt ein hoher Glasanteil in der Fassade zwangsläufig zu einem hohen Energieverbrauch und entsprechend hohen Betriebskosten? Die Diskussion darum soll u.a. auf der BAU 2009 geführt werden - siehe auch Beitrag "Stoppt Klimadiskussion den Vormarsch der Glasfassade?" vom 8.6.2007.

Alles vernetzt

Funktionieren können multifunktionale Bauelemente wie Fenster, Fassaden und Fassadensysteme nur, wenn alle Funktionen, die sie auf sich vereinen, aufeinander abgestimmt sind. Dazu Roland Fischer, Geschäftsfeldleiter Fenster und Fassade des ift Rosenheim: "In Zukunft wird das Bauelement nicht nur passive Aufgaben übernehmen, sondern aktiv ins Gebäudeleben eingreifen. Bedarfsgerechte und situationsbedingte Aufgaben werden von dem Bauelement übernommen, wie z.B. Lüftung, Energiehaushalt, Beschattung, Rückmeldung, Zutrittserkennung und vieles mehr. Dies wird in einer vernetzten Weise geschehen, wie es bislang in seiner Komplexität nur vom Menschen ausgeführt werden kann."

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Bild aus der Meldung "Kalzip Alu-Fassade folgt den Kurven des BMW Werks in Leipzig" vom 4.10.2005

Sonderveranstaltungen im Rahmen der "normalen Messe"

Begleitend zu den Präsentationen der Aussteller bietet die BAU 2009 den Fachbesuchern in Sonderschauen, Foren und Kongressen eine Fülle von Informationen zum Thema Fassade und Intelligente Gebäudehülle.

Themen rund um die Fassade stehen im Mittelpunkt der beiden BAU-Foren in den Hallen C2 und A6. Neu ist das Forum "Zukunft des Bauens". Es greift das gleichnamige Motto der BAU wieder auf und gliedert sich in sechs Oberthemen, darunter ...

  • "Energie und Architektur" (am Dienstag, 13. Januar 2009),
  • "Solares Bauen" (am Donnerstag, 15. Januar) sowie
  • "Innovation und Automation" (am Freitag, 16. Januar).

Die BAU präsentiert dieses Forum in Zusammenarbeit mit dem Bauverlag, Gütersloh, und der Bundesarchitektenkammer, Berlin.

Das Forum "MakroArchitektur" in Halle A6 konzentriert sich auf den Dialog zwischen Architektur und Industrie. Dabei wird auch die Gebäudehülle thematisiert. Auch dieses Forum bietet an jedem der sechs Messetage ein neues Thema, darunter ...

  • "Gebäude und Detail" sowie
  • "Fassade und Funktion".

Partner des Forums sind die Fachzeitschrift AIT und der Bundesverband Deutscher Innenarchitekten (BDIA). Unterstützt wird das Forum von Egger Holzwerkstoffe und Bulthaup. Referenten in beiden Foren sind in erster Linie renommierte Architekten, Planer und Bauingenieure.

Eine Sonderschau zeigt in Halle C3 die Lösungskompetenz moderner Bauelemente für landestypische Anforderungen. Anhand zukunftsweisender Bauprojekte wird der Einsatz von innovativen Fenstern, Fassaden und Bauelementen in unterschiedlichen Regionen präsentiert. Die funktionale und konstruktive Vielfalt der Praxis zeigt sich in den unterschiedlichsten Anforderungen - vom Wärmeschutz in Sibirien, Sonnenschutz in Südeuropa, erdbebensicheren Gebäuden für China bis zu hochwassertauglichen Fenstern in Überschwemmungsgebieten. Die Sonderschau wird gemeinsam vom ift Rosenheim, der Messe München und führenden Herstellern veranstaltet. Weitere Informationen unter ift-rosenheim.de.

Die Architekturfachzeitschrift DETAIL geht mit dem Symposium Energie und Nachhaltigkeit aktuellen Fragestellungen zu Energieeffizienz in der Architektur nach. Ziel ist es, mit Fachbeiträgen von Architekten, Ingenieuren, Energieexperten und Vertretern aus der Industrie eine ganzheitliche Betrachtung des Bauens zu leisten und Perspektiven für nachhaltiges Bauen aufzuzeigen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 14. Januar, im Congress Center ICM in Nachbarschaft der Messehallen statt.

Deutscher Fassadenpreis, vorgehängte Fassade, Vorhangfassade, Architekturpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden
Eines vom drei Gewinnerprojekten beim Deutschen Fassadenpreis 2007 für VHF

Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (FVHF) veranstaltet am Dienstag, 13. Januar 2009, den Deutschen Fassadentag. Die Veranstaltung im ICM steht unter den Schlagworten "Gestaltung, Technik und Wirtschaftlichkeit". Im Rahmen des Fassadentags wird auch der "Deutsche Fassadenpreis 2009 für vorgehängte hinterlüftete Fassaden" des FVHF e.V. verliehen. Neben den Projektvorstellungen der Preisträger gibt es Fachvorträge renommierter Architekten, Planer und Techniker.

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